Hier bedingungsloser Offensiv-Basketball, da die klassische Schule: Ein recht gutes Beispiel für die Verschiedenheit dieser Philosophien lieferten auch in der abgelaufenen Saison der Regionalliga Südost die Rattelsdorf Independents und Body Street Baunach.
16 Siege und zehn Niederlagen brachten die Baunacher Basketballer auf den vierten Platz der Rangliste. 1923 erzielte Punkte würden Rang 10 bedeuten, 1840 eingefangene Zähler stattdessen wiederum Platz 2 hinter Meister Dresden Titans, der sich 22 Erfolge und vier Niederlagen erspielte. Ganz vorne gelandet wären die Rattelsdorfer mit ihren 2456 Punkten, mit 2537 auf der Minusseite wären sie jedoch auch klar Tabellenletzter. Mit jeweils 13 Siegen und Niederlagen schafften es die "Unabhängigen" auf Rang 8. Mit "12/14" und 1990:2067 Körben landeten die Regnitztal Baskets auf Rang 9. Viele Youngster aus dem Regnitztal krönten im Güßbacher Trikot unter Trainer Ulf Schabacker erst am Sonntag die Saison in Hagen mit der deutschen Meisterschaft der U 19-Basketballer im Finalturnier der Nachwuchs-Bundesliga NBBL. Die Vereinsvertreter der drei "Bamberger" Regionalligisten zogen Bilanz.
Jochen Hirmke (Abteilungsleiter von Body Street Baunach): "Nach unserer insgesamt zwölften Saison in der 1. Regionalliga Südost geht ein großes Kompliment an das Trainergespann Timo Fuchs und Jörg Mausolf, denn mit Rang 4 waren wir so erfolgreich wie seit dem Aufstieg in die 2. Liga 1988 nicht mehr. Von so einer Platzierung hätte vor Saisonbeginn wohl keiner zu träumen gewagt, vor allem nach dem schlechten Saisonstart. Da die Graf-Stauffenberg-Halle bis November nicht zur Verfügung stand, durften wir dankenswerterweise in Breitengüßbach die Heimspiele austragen, unser Training aber musste in der kleinen Baunacher Halle stattfinden. Das Ergebnis war ein Fehlstart mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen, wobei die Heimniederlage gegen den späteren Absteiger aus Leipzig wohl der Tiefpunkt war. Nachdem man wieder in Bamberg spielen konnte, wurde es langsam besser, zumal Alex Heide und kurzfristig Uli Hirmke als Langzeitverletzte wieder ins Team zurückkehrten. Doch nun wurde die Truppe durch eine langwierige Krankheit von Christoph Jungbauer erneut zurückgeworfen, so dass man die Hinrunde mit sechs Siegen und sieben Niederlagen abschloss. Dann aber gelang eine Serie von sechs Erfolgen am Stück, wobei vor allem die prestigeträchtigen Derbysiege über Rattelsdorf und Regnitztal unserer sehr jungen Mannschaft Auftrieb gaben. Wir stellen schließlich das drittjüngste Team aller 54 deutschen Regionalligisten. So musste man in der Rückrunde nur dreimal die Segel streichen, sogar beim Meister in Dresden gelang ein sensationeller 92:72-Auswärtssieg. Am letzten Spieltag kam es deshalb zu einem Endspiel um Platz 3, doch ohne Kapitän Marcel Fuchs, Alex Heide und Christopher Neudecker, der sein erstes Jahr in der Regionalliga mit Bravour absolvierte, unterlag man unglücklich in letzter Sekunde. Erfreulich war die Steigerung von Niklas Jungbauer, der sich neben dem zuverlässigen Dirk Dippold als stabiler Faktor erwies. Christoph Jungbauer und Heide konnten nur 16 Spiele absolvieren, hatten aber ebenfalls Anteil an unserem großen Erfolg, genauso wie Marcel Fuchs, der sich als die erhoffte Verstärkung zeigte. Manu Rockmann, der wegen seiner Doppellizenz in Breitengüßbach kaum mit dem Team trainierte, und Michi Lachmann als gefürchteter Dreierschütze halfen zusammen mit Kämpferherz John Müller, den vierten Platz zu erringen. Auch der Anteil des verletzungsgeplagten Uli Hirmke sowie der Youngster Tobi Schönhammer und Chris Roch ist nicht zu unterschätzen. Mit dem Zuschauerzuspruch in der Graf-Stauffenberg-Halle sind wir wieder zufrieden, auch wirtschaftlich war die Saison im Gegensatz zu anderen Regionalligisten ein Erfolg. Großen Anteil daran hatte unser Namenssponsor Body Street und die Hilfe von Franken1st."
Andy Sippach (Co-Trainer der Rattelsdorf): "Nicht nur unser Cheftrainer Rainer Wolfschmitt und ich sind der Meinung, dass wir mit der Saison zufrieden sind. Nach den Abgängen von Augie Johnston, Alonzo Brooks, Daniel Aas und Dominik Wagner befand sich die junge Rattelsdorfer Mannschaft im Umbruch. Die Verantwortlichen versuchten, mit den Neuzugängen Niki Syrrakos und Ben Kitatu noch mehr auf junge Spieler zu setzen. Weiterhin wollten wir Spielern aus der zweiten Mannschaft mehr Verantwortung geben. Die Ausländerposition wurde mit Webster Moreland besetzt. Zur Weihnachtspause blickten wir auf acht Niederlagen und fünf Siege zurück, wobei aber hier schon deutlich wurde, dass die junge Truppe auswärts ihre Probleme hatte. Die Probleme auf dem Spielfeld waren geringerer Art im Vergleich zu den Problemen im Hintergrund. Durch einen gemeinsamen Kraftakt aller Fans, Unterstützer und vor allem der neuen Abteilungsleitung konnte die laufenden Saison gesichert werden und das Konzept der Rattelsdorf Independents erfolgreich auf neue Beine gestellt werden. Nicht nur die Probleme im Umfeld bekamen die Independents im Dezember in den Griff, auch auf dem Spielfeld konnte etwas bewegt werden. Per Zufall konnte Deon McDuffie, in Bamberger Kreisen kein Unbekannter, nach Rattelsdorf gelotst werden. Mit seiner schnellen Spielweise und seiner Erfahrung trotz seines jungen Alters half er uns sofort weiter. Neben Deon konnten auch Juozas Sakalaskaus gewonnen werden. Wegen seines Studiums, war es ihm nicht möglich, an jedem Spiel teilzunehmen. Wegen der neuen Spieler entschieden sich die beiden Neuzugänge des Sommers, Kitatu und Syrrakos, den Verein zum Jahreswechsel zu verlassen. In der Rückrunde drehten wird unsere auf acht Siege bei fünf Niederlagen, um so wie in der letzten Saison, im Mittelfeld der Tabelle zu landen. Ab Ende Dezember 2011 hat die Mannschaft einen großen Schritt nach vorne vollzogen. Die Zuschauer haben Spiele auf hohem Niveau gesehen wie zum Beispiel gegen Vilsbiburg oder Weiden, aber auch Spiele, die das andere Gesicht der noch jungen Mannschaft zeigten, wie gegen Herzogenaurach. Aber das Ziel, Spieler weiterzuentwickeln, ist verwirklicht worden. Trotz schwerer Verletzung zu Beginn der Saison ist Phil Hofmann in seiner Entwicklung ein gutes Stück weitergekommen. Das selbe gilt für die Doppellizenz-Spieler Louis Feistkorn, Max Thiem und Silvio Reinfelder. Ein Wermutstropfen ist die schwere Verletzung von Kapitän Felix Sasse, der sich im Spiel gegen Treuchtlingen einen Knorpelschaden im Knie zuzog und nach zwei Operationen wohl für zehn bis zwölf Monate ausfällt."
Jürgen Stäudler (Management Regnitztal Baskets): "Die abgelaufene Saison muss als positiv bezeichnet werden. Sportlich hat die Mannschaft das Ziel, ein einstelliger Tabellenplatz, erreicht. Was man jedoch berücksichtigen sollte, mit weniger Verletzungsproblemen wäre diese super Truppe auch in der Tabelle weiter vorne gelandet. Hierbei mussten die Youngster Alex Engel, Johannes Thie-mann sowie Dino Dizdarevic längere Verletzungspausen überstehen und fehlten teils die halbe Saison. Die junge Truppe, mit einem Altersdurchschnitt von 17,5 Jahren, um die Coaches Ulf Schabacker und Florian Gut spielte selten in der gleichen Zusammensetzung, gab jedoch nie ein Spiel verloren. Was sich ebenfalls herauskristallisierte: Die Jungs entwickelten sich zu einer auswärtsstarken Mannschaft. Highlights waren hier die Begegnungen in Rattelsdorf, Weiden, München, Ansbach sowie die hochklassige Partie in Vilsbiburg. In der kompletten Truppe ist auch in dieser Saison ein merklicher individueller Fortschritt sichtbar, alle haben sich toll weiterentwickelt. Allen voran Johannes Richter, der durch seine konstanten Leistungen auch in der Pro B und NBBL mit seinen ersten Minuten Einsatzzeit im Bundesligateam der Brose Baskets belohnt wurde. Alle diese Leistungen haben wieder zahlreiche Zuschauer honoriert. Gerade bei diesen möchte sich die Mannschaft sowie der Trainerstab und alle Verantwortlichen nochmals recht herzlich für die lautstarke Unterstützung bedanken. Bedanken möchte ich mich natürlich auch bei unseren zahlreichen Helfern am Kampfgericht, der Organisation und im Catering, die teilweise viel Freizeit hierfür investieren. Zum guten Ende ebenfalls Dank für die immer partnerschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit im ,Franken1st'-Verbund."