Gegen den FC Burgkunstadt hat der TSV Neudrossenfeld in der ersten Relegationsrunde einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Heute muss der Landesliga-Elfte um 18.30 Uhr zu Hause gegen den Vierzehnten ASV Hollfeld "nur" ein 0:1 aufholen. Dann würde der TSV in der kommenden Saison erstmals in der Fußball-Bayernliga spielen. Allerdings haben die Neudrossenfelder die jüngsten vier Derbys gegen Hollfeld allesamt mit einem Tor Unterschied verloren: die beiden Punktspiele (1:2 und 2:3), in der Wintervorbereitung (1:2) und eben am vergangenen Sonntag. Zum Aufstiegsfinale werden heute weit über 1000 Zuschauer erwartet.

Professionell genug


"Wir haben in der ersten halben Stunde gut gespielt, uns dann aber zum Spiel des Gegners verleiten lassen", kritisiert Trainer Peter Schmidt. Der Goldene Treffer für Hollfeld durch Michael Fuchs sei nicht zu verhindern gewesen: "Das war einfach Pech." Danny Simon, Philipp Lämmert und Johannes Hilla, die tags zuvor der zweiten Mannschaft zum Aufstieg verholfen hatten, kamen aufgrund verletzungsbedingter Ausfälle auch in der "Ersten" zum Einsatz. "Sie wussten ja schon vorher, dass sie im Kader stehen, und haben die Feier frühzeitig verlassen. So professionell sind die Jungs schon, dass sie sich dieses eine Jahr harte Arbeit nicht kaputt machen", berichtet Schmidt.
Positiv stimmt ihn, dass Patrick Sudol und Bartosz Partyka heute wieder zur Verfügung stehen und "jede Serie einmal reißen muss". So aus seiner Sicht hoffentlich auch die, dass die Neudrossenfelder in Spielen unter der Woche bislang nicht gerade glänzen konnten.
Wohl kaum ein Prophet ist der TSV-Coach, wenn er erwartet, dass die Hollfelder erneut tief stehen werden und seine Mannschaft das Spiel machen muss. "Zuerst müssen wir aber hinten den Laden dicht machen", fordert Schmidt. Die Chancen beziffert er auf 60:40 für Hollfeld.

Der fünfte Aufstieg?


Für ASV-Coach Heiko Gröger ist es die letzte Partie als ASV-Trainer, bevor er nur eine Woche später schon zum Trainingsstart bei der SpVgg Bayreuth bittet, die sich bereits für die Bayernliga qualifiziert hat. Setzen sich heute die Hollfelder durch, wäre es auch für sie der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Heiko Gröger hat in einem von Kampf und Taktik geprägten Hinspiel mit dem 1:0 sein Wunschergebnis erreicht. "Die Neudrossenfelder werden sicherlich nicht im Hurrastil versuchen, das Ergebnis zu drehen. Aber auch wir werden uns nicht verstecken und versuchen, unser Spiel durchzusetzen", erwartet Heiko Gröger eine zumindest in der Anfangsphase wieder sehr von Taktik geprägte Partie.
"Eines ist klar: der Druck liegt zunächst bei Neudrossenfeld. Denn sollte uns ein Tor gelingen, wird es ganz schwer für unseren Gegner."

"Neudrossenfeld liegt uns"


Was macht Heiko Gröger außerdem zuversichtlich, dass er mit dem ASV den fünften Aufstieg innerhalb von acht Jahren feiern kann? "Neudrossenfeld liegt uns einfach. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir mindestens mit einem Unentschieden heimreisen werden." Die wiederholten Sticheleien von der Neudrossenfelder Bank, die dem ASV-Team immer wieder die spielerischen Fähigkeiten abspricht, erwidert Gröger so: "Die Neudrossenfelder können ja zeigen, wie sie dem Spiel ihren eigenen Stempel aufdrücken und dabei ihre spielerische Klasse beweisen."
Personell kann Heiko Gröger aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Alexander Fuchs ist schon im Urlaub. Ansonsten lässt die Personalsituation Heiko Gröger viele taktische Variationen offen. Im Hinspiel am Sonntag hatten mit Marco Hillemeier, Daniel Heißenstein, Ricardo Persigehl und Alexander Fuchs gleich vier feste Größen dieser Saison zunächst nur auf der Bank gesessen. schr/hh
ASV Hollfeld: Eck, Hüttlinger - Wagner, Goller, Gubitz, Deuker, Eberlein, Schmidt, Hahn, Hollfelder, Mart. Taschner, Hillemeier, Persigehl, M. Fuchs, Heißenstein, Jahrsdörfer, Schorn, Sommerer, Schubert
Abfahrt Fanbus: 17 Uhr, Gesamtschule (Anmeldung: 09274/95070).