17 von 19 vorgesehenen Spieltagen vor der Winterpause wurden in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken West gespielt. Weit über 23 000 Zuschauer sahen die 119 Partien, in denen die Unparteiischen 77 Platzverweise (50 Mal "Gelb-Rot", 27 Mal "Rot") aussprachen. Derbys sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Zuschauerkrösus ist der SV Merkendorf, dessen Heimspiele im Schnitt knapp 300 Fußballfans besuchten. Mit 650 Zuschauern war das Gemeindederby am ersten Spieltag zwischen dem SV Merkendorf und dem TSV Schammelsdorf die meistbesuchte Partie.

Die Torschützenliste führt Marcel Kutzelmann ( FC Oberhaid) mit 16 Treffern an, die Fairness-Tabelle der FC Lichtenfels; Schlusslicht hier die SpVgg Stegaurach. Quantitativ "beherrschen" die Liga die Klubs aus dem Teilspielkreis Bamberg mit gleich acht von 15 Teams.
Nach dem Rückzug des ASV Hollfeld noch vor Beginn der Serie gibt es diesmal nur einen direkten Absteiger, aber gleich drei Relegationsplätze.

Die Liga ist auch in dieser Saison oben wie unten sehr spannend. Oben gibt es keinen "FC Bayern München". Vorn liegen aber dennoch die Favoriten mit dem Tabellenführer TSV Mönchröden und einen Zähler dahinter dem FC Lichtenfels. Diese beiden Mannschaften hinterließen den stabilsten Eindruck und wurden ihren Ambitionen auf den Aufstieg bislang gerecht. Doch der Kreis der Teams um Platz 1 und 2 ist weit größer. Denn mit dem SV Merkendorf, der SpVgg Ebing und dem FC Oberhaid befinden sich gleich drei Vereine aus dem Bamberger Kreis in Tuchfühlung zur Spitze.

Im hinteren Bereich rangieren jedoch mit dem SV Memmelsdorf II und der SpVgg Stegaurach auch zwei "Bamberger" Mannschaften auf Relegationsrängen. Im Abstiegskampf aber stecken, trotz besserer Punktausbeute, auch die beiden Aufsteiger FSV Unterleiterbach und TSV Schammelsdorf. Spannung bis zum letzten Spieltag scheint garantiert, denn an einem "Sahnetag" können auch die weiter hinten platzierten Teams den Favoriten Punkte abnehmen. Hier die Zwischenbilanz der acht "Bamberger" aus Sicht der sportlich Verantwortlichen.

Werner Kraus ( Abteilungsleiter des SV Merkendorf, 3. Platz/33 Punkte): "Ab dieser Saison übernahm Ralf Schmitt die Verantwortung beim SV Merkendorf, und für uns alle war es erst mal wichtig, dass sich Mannschaft und Trainer so schnell wie möglich finden und die Philosophie unseres neuen Trainers von der Mannschaft umgesetzt wird. Das ist Ralf Schmitt, mit tatkräftiger Unterstützung unseres Co-Trainers Mathias Strauß, gut gelungen. Wir befinden uns seit Beginn der Saison unter den Top Fünf der Liga, überwintern auf Platz 3 mit Tuchfühlung auf die ersten beiden Plätze und können daher mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Zwar haben wir ab Mitte der Vorrunde, besonders zu Hause, wo wir drei Heimspiele nicht gewinnen konnten, einige Punkte liegen gelassen . Doch die Mannschaft fing sich wieder und zeigte besonders im letzten Heimspiel gegen Unterleiterbach Moral, wo wir trotz Unterzahl drei Punkte einfahren konnten. Verbessern können wir definitiv noch unser Offensivspiel, hier ist noch Luft nach oben, um auch nach der Winterpause weiterhin vorne mitzuspielen. Bedanken möchten wir uns auch bei unserer Westkurve und den Zuschauern, die uns wieder zahlreich und lautstark unterstützten."

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter der SpVgg Ebing, 4./32): "Wir sind mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden und dabei im Soll, was man am Tabellenplatz 4 sieht. Abgesehen von unserem Kerwa-Spiel gegen Meeder beim Saisonauftakt und in Mönchröden hat die Mannschaft in jedem Spiel überzeugt und zeigte meist guten Kombinationsfußball. Nur die Chancenauswertung hätte dabei besser sein können. Aufgrund von Verletzungen, von denen wir in dieser Saison eigentlich verschont bleiben wollten, und Urlaubszeit, hat unser Trainer Heiner Dumpert den ganzen Kader im Einsatz gehabt. Hier zeigte sich die sehr gute Zusammenarbeit und auch der Zusammenhalt zwischen Trainer und Spielern. Die Winterpause haben sich die Spieler jetzt redlich verdient und sie können ihre Blessuren auskurieren, um zum Trainingsauftakt gesund und erholt starten zu können."

Oliver Dotterweich (Abteilungsleiter des FC Oberhaid, 5./31): "Nachdem uns vor der Saison wichtige, gestandene Bezirksligaspieler verließen und wir diese nur durch junge Talente und Spieler aus unteren Ligen ersetzen konnten, wussten wir selbst nicht so recht, wo wir stehen. Umso überraschender für uns, wie gut die Saison dann anlief. Uns war schon klar, dass mit der Rückkehr von Kevin Schmitt nach seinem Kreuzbandriss, die Abwehr stabiler werden kann und wir unter anderem mit Kutzelmann, Seidelmann und Waltrapp Spieler haben, die ein Spiel allein entscheiden können. Wir im Verein konnten die Situation aber immer gut einschätzen. Aber: In einem Jahr läuft alles, du schwimmst auf der Erfolgswelle, und im nächsten Jahr sind nur Kleinigkeiten anders, es läuft nicht, und du kämpfst gegen den Abstieg. Im Moment sind wir in der glücklichen Situation, einfach mal entspannt in die Winterpause gehen zu können. Nach der Vorbereitung greifen wir, verstärkt durch die Neuverpflichtungen Björn Vogel vom TSV Ebensfeld und Lorik Murturi aus Steinbach, nochmal an."

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter des FSV Unterleiterbach, 8./20): "Die Mannen um Trainer James Schmitt nehmen mit 20 Punkten den achten Tabellenplatz von 15 Mannschaften ein und sind somit bester Aufsteiger. Dass sie da stehen, ist vor allem der hervorragenden Abwehr zu verdanken, die von Kapitän Walter Epp organisiert wird. Ich denke, der FSV Unterleiterbach ist in der Liga angekommen und braucht sich vor keinem Gegner zu verstecken. Gegen die vermeintlichen Hochkaräter der Liga haben wir keinesfalls enttäuscht. Es hätten natürlich ein paar Punkte mehr sein können, doch wurden zahlreiche Chancen in manchen Partien kläglich vergeben und somit Punkte liegen gelassen. Dies ist auch der Unerfahrenheit manch junger Spieler in der neuen Liga geschuldet. Wie sich der kleine Kader mit den vielen jungen Spielern aber geschlagen hat, ist schon lobenswert. Das vor der Saison angestrebte Ziel Klassenerhalt sollte somit keine Utopie sein."

Karl-Heinz Hümmer (Abteilungsleiter des SV Dörfleins, 9./20): "Auch die Vorrunde der aktuellen Saison verlief nicht nach den Vorstellungen der Verantwortlichen. Nachdem in der letzten Saison der Abstieg gerade noch verhindert wurde, hatte man sich für die neue Serie doch mehr erwartet. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Trainers Rolf Lamprecht erhoffte der Verein sich mehr Kontinuität und eine sichtbare Verbesserung der Spielanlage. Doch bereits nach der heftigen Auftaktniederlage beim Derby in Oberhaid begann es zu kriseln. In der Folge konnte die Elf zwar punkten und rückte zwischenzeitlich auf den fünften Tabellenplatz vor, aber überzeugend waren die Vorstellungen nicht. Die Leistungen blieben weiter zu schwankend. Nach dem 0:4 in Mönchröden, mit stark ersatzgeschwächter Elf, gab Trainer Lamprecht seinen Rücktritt bekannt. Mit Herbert Christa, der ja schon als Co-Trainer fungierte, und Jochen Horbelt, der bereits in derartigen Situationen ausgeholfen hatte, konnte der SVD umgehend reagieren. Überzeugend danach dann die Vorstellung beim 4:1 gegen den FC Oberhaid. Für die Rückrunde ist weiterhin diese interne Lösung angedacht, und man wird in Ruhe für die kommende Saison planen. Mit dem Zuschauerschnitt von etwa 250 Besuchern sind wir sehr zufrieden."

Gerhard Uzelino (Abteilungsleiter TSV Schammelsdorf, 10./18): "Uns war allen klar, dass der Aufstieg in die Bezirksliga, so erfreulich und überragend die Angelegenheit auch war, eine große Herausforderung für den ganzen Verein bedeutet. Die Mannschaft ging die schweren Auftaktspiele in Merkendorf und gegen Ebing gut vorbereitet an, zeigte zwei couragierte Leistungen, die jedoch nicht vom Erfolg gekrönt wurden. In der dritten Begegnung, bei der SpVgg Stegaurach führten wir bis zur 87. Minute gegen zehn Mann mit 3:1. Am Ende stand es dann 3:3. Dieser Punktgewinn fühlte sich wie eine Niederlage ein und hinterließ deutliche Spuren. Es folgten zwei deftige Niederlagen, die durchaus hätten höher ausfallen können. Trainer und Mannschaft arbeiteten trotzdem konzentriert weiter, und es gelang eine kleine Serie mit sieben Punkten am Stück. In der Folgezeit wechselten sich die Siege und Niederlagen ab, sodass wir momentan einen Nichtabstiegsplatz einnehmen. Das Ziel war von vornherein der Klassenerhalt. Wenn die Mannschaft im Frühjahr wieder konzentriert die Sache angeht und sich keine Leichtsinnsfehler erlaubt, müsste das zu realisieren sein."

Marco Krötsch (Sportlicher Leiter des SV Memmelsdorf II, 12./15): "Besonders der Saisonstart gestaltete sich sehr schwierig, denn ein neues Team braucht Zeit. Der erste Dreier gelang dann erst am fünften Spieltag beim 3:1 in Coburg. Immer wieder Verletzungen in der Landesliga und damit verbundenes Nachschieben von Spielern machte die Situation für die Beteiligten nicht leichter. Mit 32 eingesetzten Akteuren bis zur Winterpause ist der SVM hier Ligaspitze. Ein Zwischenhoch gegen Ende der Vorrunde mit zehn Punkten aus fünf Spielen verschaffte etwas Luft nach unten. Woche für Woche mussten die Trainer, mit Unterstützung der ersten Mannschaft und der A-Jugend, die Mannschaft wieder umbauen und schafften es trotzdem immer, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen, die selbst gegen die Spitzenteams gut mithielt. Trainer Bernd Audenrieth bemängelte aber, dass mit ein wenig mehr Disziplin und Trainingseifer mehr Punkte möglich gewesen wären. Diese erhofft er sich nun für die Rückrunde, um so den Abstieg zu verhindern. Das Potenzial, um die Liga zu halten, steckt auf alle Fälle in der Mannschaft und muss nur abgerufen werden."

Stephan Winterstein (Abteilungsleiter der SpVgg Stegaurach, 13./15): "Ziel war es und ist es weiterhin, den Klassenerhalt nach Möglichkeit einige Spieltage vor Schluss in der Tasche zu haben. Zur Winterpause wollten wir über dem Strich stehen, was uns aufgrund einer langen Negativserie nicht gelungen ist. Man muss aber auch bedenken, dass die Leistungsträger, die zu Beginn der Serie den Verein verlassen haben, fast ausschließlich durch Jugendspieler ersetzt wurden. Somit rechneten wir auch mit einer gewissen Eingewöhnungsphase an den Herrenbereich. Gerade gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt blieben wir meist nur zweiter Sieger. Hier gilt es ganz besonders, den Hebel anzusetzen, um die so genannten Sechs-Punkte-Spiele für sich zu entscheiden. Nachdem die Formkurve der Mannschaft in den letzten vier ausgetragenen Spielen stark nach oben zeigte, kam die Winterpause mit den beiden abgesagten Partien für uns leider etwas zu früh. Für die Rückrunde werden uns neben dem Neuzugang Olabode Ajayi hoffentlich wieder einige unserer verletzten Spieler zur Verfügung stehen, damit das gesteckte Ziel auch erreicht wird."