Der SKC Victoria Bamberg hat das mit Spannung erwartete Spitzenspiel gegen den SKV Rot Weiß Zerbst verloren. Bamberg unterlag mit 2:6 Mannschaftspunkten (MP) und 3532:3657 Kegeln sehr deutlich und liegt jetzt mit einem Punkt Rückstand auf Platz 2 der Tabelle. Auf Seiten des SKC konnten nur Nicolae Lupu (626), Lars Pansa (603) und Manuel Weiß (601) ergebnismäßig mithalten, während die Tagesbesten auf Zerbster Seite zu finden waren. Torsten Reiser erzielte mit 639 das Tagesbestergebnis, aber auch die Ergebnis von Schneider (634), Benedik (632) und Hoffmann (605) waren sehenswert.

"Wir haben heute eine enttäuschende Leistung geboten und daher völlig zu recht verloren während Zerbst deutlich präsenter war und mehr für den Erfolg investierte. Vielleicht wäre das Spiel anders gelaufen, wenn Lars Pansa gegen Timo Hoffmann etwas mehr Glück gehabt hätte bei seiner Aufholjagd. Hätte, wenn und aber zählen jetzt nicht. Wir müssen diese Niederlage schnellst möglich vergessen und den Fokus auf die schwere Aufgabe in der Champions-League legen" so ein enttäuschter Teammanager Markus Habermeyer nach der Partie.

Schon bei der Abgabe der Zerbster Aufstellung sah man, dass der Gast vom Start weg sehr viel Druck auf den SKC Victoria Bamberg ausüben wollte. So spielten Pansa, Weiß und Gredziak gegen Hoffmann, Weber und Reiser. Während Pansa und Weiß ebenbürtige Gegner waren und ihre Duelle offen gestalten konnten stand Gredziak gegen Reiser auf verlorenem Posten. Nach zwei verlorenen Sätzen reagierte Bambergs Trainer Würsching und brachte Strohmenger für Gredziak.

Dies änderte wenig am Spielverlauf, da Reiser konstant weiter spielte und auch Strohmenger keinen Zugriff auf das Duell bekam. Das Duo verlor deutlich mit 0:4 Satzpunkten (SP) und gab mit 570:639 wichtige Kegel ab. Weiß musste zu Beginn Weber ziehen lassen, schlug aber postwendend zurück (1:1 SP, 312:307). Dann machte Weiß das wichtige 2:1 und konnte mit 143:128 einige Zähler gutmachen. Am Ende stand das Duell Weiß:Weber 2:2 nach Sätzen, der MP ging an Weiß, da er sich mit 601:586 durchsetzte.

Die Auseinandersetzung Pansa:Hoffmann war nichts für schwache Nerven. Trotz eines 0:2 Rückstandes kämpfte sich Bambergs Youngster in die Partie zurück, verkürzte auf 1:2 und hatte noch 17 Kegel Rückstand. Jetzt blies der zum Angriff. Nach den Vollen lag er noch mit sechs zurück. Hoffmann konterte Pansa`s Würfe ein ums andere Mal und hatte am Ende das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Er unterlag mit 155:140 und brachte zwei Kegel ins Ziel was die 1:2 Führung für Zerbst bedeutete.

Der Rückstand betrug 56 Kegel, den Heisler, Lupu und Jelinek gegen Schondelmaier, Schneider und Benedik aufholen sollten um die Chance auf einen eventuellen Sieg zu wahren. Doch was dann passierte, daran hätte man in den kühnsten Träumen aus Bamberger Sicht nicht gedacht. Jelinek, tschechischer Nationalspieler, erwischte einen rabenschwarzen Tag und fand in Benedik seinen Meister, wobei dieser im 1.Satz viel Angriffsfläche für den Bamberger bot. Mit einem glatten 0:4 markierte Benedik das wichtige 1:3. Zerbst musste jetzt nur noch den Vorsprung ins Ziel bringen um als Sieger hervorzugehen.

Doch weit gefehlt. Zerbst wollte Bamberg demontieren! Ein spannungsgeladenes Duell auf höchstem keglerischen Niveau entwickelte sich zwischen Lupu und Schneider. "Trainer ich fühle mich stark und traue mir einen Sieg gegen Lupu zu" so Schneider zu Trainer Timo Hoffman im Vorfeld des Spitzenspiels. Schneider hielt Wort und begann mit 183 während Lupu bei 164 hängen blieb. Postwendend aber der Ausgleich. Nun war wieder Schneider an der Reihe, das Spiel wogte hin und her. 1:2 aus Sicht von Lupu und 12 Kegel Rückstand.

Zuviel an diesem Tag für den sympathischen Rumänen auf Bamberger Seite. Er glich zwar zum 2:2 aus, unterlag am Ende aber mit 626:634. Jetzt konnte nur noch Heisler für Ergebniskosmetik sorgen. Zur Halbzeit führte er mit 2:0 hätte aber bei besserer Kegelausbeute im Gesamtklassement nochmals für Spannung sorgen können. Zerbst wechselte und brachte Helmerich für Schondelmaier. Dieser verkürzte auf 2:1, ehe er den letzten Satz dann noch einmal abgeben musste.

Heisler siegte mit 3:1 SP und verkürzte auf 2:4 nach den direkten Duellen. Da Zerbst im Gesamtergebnis nichts mehr anbrennen lies und mit 3532:3657 vorne lag war die Niederlage mit 2:6 und ein damit verdienter Zerbster Erfolg unter Dach und Fach.

Die Stimmen zum Spiel:

Trainer Peter Würsching: "Gratulation an Rot Weiß Zerbst zu diesem verdienten Sieg. Meine Mannschaft war heute nicht in der Lage dagegenzuhalten. Dennoch muss es weitergehen. Ein weiteres wichtiges Spiel steht bevor und da dürfen wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Nach Niederlagen muss man als Team wieder aufstehen. Dass wir das können haben wir schon oft gezeigt. Jetzt sind wir wieder der Jäger und werden versuchen Druck auszuüben in dem wir unsere Spiele gewinnen! Ich glaube an meine Mannschaft, noch ist nichts verloren!"

Kapitän Carsten Heisler: "Vor einer so einmaligen Kulisse zu spielen ist etwas ganz besonders. Ich möchte mich im Namen meiner Mannschaft für diese enttäuschende Vorstellung bei den Fans entschuldigen! Der Sieg für Zerbst ist mehr als verdient. Jetzt sind wir der Jäger und hoffen natürlich, dass Zerbst noch einmal strauchelt. Dann wollen wir da sein und uns wieder an die Spitze der Tabelle setzen."

Manuel Weiß: "Die Enttäuschung ist groß und über meinen Punkt kann ich mich heute auch nicht freuen. Wir wollten es so sehr. Diese Kulisse, die gute Ausgangssituation - alles sprach für uns. Und dann so eine Vorstellung. Ich bin einfach nur enttäuscht!"