Der ProA-Aufsteiger hat dem Bundesliga-Absteiger die Grenzen aufgezeigt. Überraschend klar mit 66:48 (29:19) gewann Bike-Cafe Messingschlager Baunach am Samstagabend vor 1020 Zuschauern sein Heimspiel gegen Rasta Vechta. Mit dem neunten Saisonsieg haben die "jungen Wilden" die nun punktgleichen Niedersachsen aufgrund des besseren direkten Vergleichs in der Tabelle überholt und sind auf Rang 9 geklettert. Unmittelbar nach der Schluss-Sirene verkündete Johannes Thiemann das neue Saisonziel: "Wir wollen jetzt in die Play-offs!" Nur vier Punkte trennen den Aufsteiger vom achten Platz.

19 Baunacher Korbvorlagen

Während für die Baunacher das Erreichen der K.o.-Runde eine schöne Zugabe für eine schon jetzt erfolgreiche Saison wäre, käme für Rasta Vechta das Verpassen der Play-offs einer Katastrophe gleich. In der Bamberger Stauffenberg-Halle zeigte sich, warum der Ex-Erstligist derzeit den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterherhinkt. Auf Seiten der Gäste stand eine Ansammlung von sieben US-Amerikanern und fünf Deutschen, auf Seiten der Baunacher eine Mannschaft, die auch als solche auftrat (19 Assists).

"Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat 40 Minuten lang gebissen und die Aufgabe bis auf eine kleine Phase im zweiten Viertel toll gemeistert, obwohl wir derzeit nur mit einer kleinen Rotation spielen können", lobte Trainer Ivan Pavic seine Schützlinge. Nur zu neunt waren die Gastgeber angetreten. Andi Obst (im Kader der Brose Baskets), Dino Dizdarevic (erkrankt), Daniel Keppeler und Tibor Taras (beide mit dem TSV Breitengüßbach in der Regionalliga im Einsatz) fehlten.

Mit Fastbreaks erfolgreich

Zu Beginn der Partie stellte Vechta die Baunacher mit einer Zonenverteidigung zunächst vor Probleme, doch als die Hausherren das Tempo anzogen und immer wieder mit Fastbreaks erfolgreich waren, zogen sie schnell davon. Hinzu kam, dass die Gäste ihre Angriffe kaum einmal erfolgreich abschlossen. Nach 15 Minuten stand es 25:6 für die Baunacher. Am Ende der Partie lag die Trefferquote der schwachen Rastaner bei indiskutablen 26 Prozent (18 Treffer bei 70 Versuchen). "Wir haben ein Kopfproblem. Meine Spieler wollen zurzeit einfach zu viel", meinte Vechta-Coach Pat Elzie, der das verunsicherte Team erst vor zwei Wochen übernommen hat.

Zwar kamen die Gäste bis zur 24. Minute noch einmal auf vier Punkte heran (32:28), doch mit einem 13:2-Lauf setzten sich die Baunacher dann entscheidend ab. Marcos Knight (21 Punkte/11 Rebounds) punktete immer wieder nach Schnellangriffen, auch Anthony Lee (19) traf stets dann, wenn es darauf ankam. Unter den Körben zeigten Leon Kratzer (11 Rebounds) und der früh foulbelastete Johannes Thiemann eine gute Leistung. Neuzugang Samuel Muldrow, der Fitnessprobleme offenbarte, war bei seinem Heimdebüt noch kein Faktor im Baunacher Spiel. "Er hilft uns dennoch schon weiter. Wir haben ihn ja nicht als Leistungsträger geholt, sondern dafür, dass Leon Kratzer und Johannes Thiemann genügend Verschnaufpausen bekommen", meinte Pavic, der von seiner jungen Centergarde angetan ist: "Sie machen gerade in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt in die richtige Richtung. Das freut mich persönlich am meisten."

Bike-Cafe Messingschlager Baunach: Knight (21 Punkte/1 Dreier), Lee (19/1), Kratzer (8), Thiemann (5), Hamann (5/1), Muldrow (4), Walde (2), Engel (2), Dippold / SC Rasta Vechta: Griffin (12/2), Smit (7/1), Lawson (7), Wright (6), Franke (5/1), Obiango (4), Carraway (4), Williams (2), Bailey (1), Friedel, Tinnon, Jarchow / Zuschauer: 1020