In der laufenden Saison gab es in 21 Spielen ohnehin erst einen "Dreier", und den auswärts in Burghausen. Die Domstädter haben in der Winterpause mit Kapitän Benjamin Kauffmann und Daniel Hofstetter, die beide zum Ligakonkurrenten SV Wacker Burghausen gewechselt sind, sowie Sandro Kaiser drei Spieler verloren. Dafür wurden mit Nico Haas (Greuther Fürth II), Nino Dirnbek vom tschechischen Drittligisten TJ Jiskra Domazlice und dem zuletzt vereinslosen Torwart Christian Berchthold drei Spieler nachverpflichtet. Mit Norbert Schlegel, der 53-Jährige ist in Sassanfahrt daheim, wurde auch ein neuer Trainer geholt. Schlegel ist erprobt im Abstiegskampf, hat mehrfach solche Situationen gemeistert und stellte sich unseren Fragen.

Sieben Wochen Vorbereitung neigen sich dem Ende. Wo haben Sie die Schwerpunkte gesetzt?
Norbert Schlegel: Auf den physischen und taktischen Bereich. Auch wenn ich am 4-2-3-1-System nichts ändern werde, so soll es doch anders interpretiert werden. Wir müssen ja auch etwas ändern, um die Klasse noch zu halten. Auf dem Plan habe ich noch Standards.

Wie bewerten Sie die Vorbereitung?
Alle haben gut mitgezogen. Allerdings hatten wir auch immer wieder Ausfälle wegen Grippe. Die Hälfte des Kaders war da den ganzen Februar über nach und nach betroffen. Spieler wie Sandro Alfieri und Florian Wenninger fehlten länger, sogar bis zu zwei Wochen. Das war natürlich nicht optimal.

Wie waren die Trainingsbedingungen?
Aufgrund der Witterung waren die Rasenplätze gesperrt. Wir konnten aber auf Kunstrasen trainieren - besser als nichts. In der vorigen Woche waren wir zwei Tage in Bad Brambach und wollten zum Abschluss in Memmelsdorf wenigstens einmal auf Rasen ein Testspiel bestreiten. Das ist leider ins Wasser gefallen und sicher ein kleiner Nachteil.

Es gab mit Kauffmann, Hofstetter und Kaiser drei Abgänge. Ist das zu verschmerzen?
Kauffmann ist ein richtig guter Zehner, den wir nicht Eins zu Eins ersetzen können. Der tut uns schon weh. Das müssen wir durch mannschaftliche Geschlossenheit und das Verteilen von Aufgaben auf andere kompensieren. Innenverteidiger Hofstetter war eine Bank. Aber ich bin guter Dinge, dass wir mit unserer Nachverpflichtung Nino Dirnbek einen guten Ersatz gefunden haben. Kaiser war nicht unbedingt ein Teil der Mannschaft. Mit Nico Haas haben wir einen schnellen Außenbahnspieler dazu bekommen. Unter dem Strich bleibt aber, dass das Abgeben der Spieler sicher ein Nachteil für uns ist. Aber so ist es, damit müssen wir umgehen.

Die Mannschaft ist sehr jung, der Schnitt liegt deutlich unter 23 Jahren. Ist das im Abstiegskampf ein Nachteil?
Es fehlt natürlich dem einen oder anderen die Erfahrung. Es ist so, dass ich in dieser Situation die Erfahrung mitbringe (lacht). Ich habe aber in den zurückliegenden Wochen den Eindruck gewonnen, dass die Hoffnung vorhanden ist. Keiner von uns gibt sich auf. Und wir werfen die Flinte nicht ins Korn. Allerdings, müssen wir auch vom Glück begünstigt werden, und das werden wir uns mit viel Einsatz erarbeiten müssen.

Sie starten mit vier Heimspielen in den ersten fünf Spielen. Ist das ein Vorteil?
Wir haben bis jetzt noch kein Heimspiel gewonnen, daher sehe ich das nicht als Vorteil. Im Abstiegskampf ist es ziemlich egal, ob man daheim oder auswärts spielt. Wir müssen immer punkten, egal wo und egal wie der Gegner heißt. Wir müssen es schaffen, dass wir statt der elf Unentschieden in der Vorrunde nun endlich auch Siege einzufahren. Um erfolgreich zu sein, muss vieles zusammenpassen, aber dafür haben wir gearbeitet.

Sie sind Fußballlehrer und haben schon viel erlebt. Warum tun Sie sich gerade den FC Eintracht Bamberg in dieser schwierigen Situation an?
Ich habe solche Situationen ja schon häufiger erlebt. Wenn ich süchtig nach solchen Aufgaben wäre, dann wäre das vielleicht bedenklich. Aber wenn man solche Aufgaben schon gelöst hat, dann wächst das Bewusstsein, dass man das wieder schaffen kann. Die Regionalliga ist schon eine Herausforderung, diese Aufgabe hier in Bamberg umso mehr. Vielleicht habe ich etwas mehr Hoffnung als andere, diese Aufgabe erfolgreich meistern zu können. Denn ich bin nicht hier, um die Mannschaft kampflos in die Bayernliga zu begleiten.