Es wird wohl seit langem das erste Mal gewesen sein, dass die Verantwortlichen und die Spieler des SV Pettstadt froh waren, sich nach 22 Spieltagen in der Fußball-Landesliga Nordwest in die Winterpause zu verabschieden. Dies mit dem Negativergebnis von vier Niederlagen am Stück und einem Torverhältnis von 0:12 als Momentaufnahme.

Am letzten Spieltag vor der Spielpause lag aber eine faustdicke Überraschung gegen den Spitzenreiter DJK Bamberg in der Luft. Doch wenn man hinten drin steht, fehlt auch das Glück. Die Bamberger schossen noch ein Last-Minute-Tor, sodass mit 0:1 wieder eine Niederlage für die Pettstadter auf dem Zettel stand. Doch so eine Niederlage kann auch Mut machen. Schade nur, dass es auch in den ersten 17 Begegnungen, bei lediglich fünf Siegen und zwei Unentschieden, alles andere als zufriedenstellend lief. So geht der Landesligist mit nur 17 Punkten und Platz 16 stark abstiegsgefährdet in die Restrückrunde.

Dabei schien zu Beginn der Saison das Feld bestellt. Trainer Manfred Schmitt und die SVP-Vorstandschaft hatten zielgerichtet eingekauft. Mit Erkan Esen und Oliver Riley wurden zwei Routiniers verpflichtet und mit Thomas Görtler, Fabian Baumüller und Sven Wenzel drei gut ausgebildete Fußballer an die Hammerstatt geholt. Die Qualität des Kaders verhieß eine gute Saison, zumal die Pettstadter mit Goalgetter Mario Meth einen Torgaranten in ihren Reihen hatten, der es aber bislang nur auf acht Treffer brachte. So sah es auch Abteilungsleiter und Spielleiter Reinhold Meth vor der Saison: "Mit diesen Leuten müssten wir uns in der oberen Region der Tabelle aufhalten."

Keine Kontinuität

Aber die Wahrheit auf dem Platz war dann sehr ernüchternd. Kontinuität kam eigentlich nie in das Spiel des SVP. Sicher war die ein oder andere Begegnung dabei, die mit einer starken Leistung gewonnen wurde. Eine Aufbruchsstimmung erzeugte dies jedoch nicht. In der Regel folgten Rückschläge. So sieht es auch Spielertrainer Jochen Kutzelmann: "Highlights gab es leider nur wenige, so der Dreier im Heimspiel gegen den FC Sand. Die negativen Ereignisse überwogen bei weitem."

Kutzelmann Trainer? Ja. Denn es gab mitten in der Saison einen vom Zeitpunkt her spektakulären Rücktritt. Es stand im Heimspiel gegen den Baiersdorfer SV zur Pause 0:3, als Chefcoach Manfred Schmitt in der Kabine seinen Jungs eröffnete, es werde nach dieser Partie keinen Trainer Manfred Schmitt mehr geben, er also zurücktreten. Insidern war bekannt, dass Schmitt zum Ende der Saison diesen Schritt vollziehen wollte. Neben beruflichen und privaten Gründen war es die sportliche Misere, für die er die Verantwortung übernahm und nun die Konsequenzen zog. "Die Mannschaft konnte nicht umsetzen, was ich gerne sehen wollte", so Schmitt.

Zudem kannte der erfahrene Coach eine derartige Situation noch nicht: "Ich kann einfach nicht verlieren. So viele Niederlagen habe ich noch nie im Laufe einer Vorrunde hinnehmen müssen. Es zehrte an meinen Nerven. Ich danke der Vorstandschaft für das mir entgegengebrachte Verständnis und vor allem für die rührende Verabschiedung vom Ersten Vorsitzenden Jochen Hack anlässlich unserer Weihnachtsfeier. Ich werde dem SVP auf alle Fälle erhalten bleiben. Ich wünsche der Mannschaft viel Erfolg und hoffe, dass der Abstieg vermieden werden kann. Schließlich hatte ich als Trainer mit dem Abstieg nie etwas zu tun. Es wäre schön, wenn dies auch Ende Mai noch Bestand hätte."

Kutzelmann: "Mannschaft gehört in die Landesliga"

Kutzelmann, unter Schmitt schon Co-Trainer, übernahm, unterstützt von Erkan Esen. Eine Wende zum Positiven, wie es schon mal ein Trainerwechsel mit sich bringt, blieb aber aus. So bleibt den Pettstadtern nur der Blick nach vorn. Kutzelmann: "Unser Fokus liegt natürlich darauf, den Abstieg zu verhindern. Denn von unseren individuellen Fähigkeiten her gehört die Mannschaft in die Landesliga, auch wenn die aktuelle Situation eine andere Sprache spricht. Die Mannschaft muss zu ihrer alten kameradschaftlichen Stärke zurückfinden, die uns in den vergangenen Jahren so ausgezeichnet und auf den Erfolgsweg gebracht hat. Fakt ist aber auch, dass wir uns in der Winterpause auf zwei bis drei Positionen verstärken müssen. Anderenfalls wird es schwer mit diesem dünnen Kader die restlichen Partien konkurrenzfähig zu bestreiten, denn Ausfälle gibt es immer wieder."

Zu viele verletzungsbedingte oder berufliche Ausfälle sieht Reinhold Meth als einen der Gründe für die derzeitige Situation. Verlassen werden den SVP in der Winterpause Bernd Audenrieth (Spielertrainer beim SV Memmelsdorf II), David Friedrich (DJK Hallerndorf) und Thomas Zethner (Ziel unbekannt). Die Forderung des nun verantwortlichen sportlichen Leiters Jochen Kutzelmann nach Verstärkungen ist also durchaus nachvollziehbar, will der SV Pettstadt auch nächste Saison noch in der Landesliga antreten. Hierzu Reinhold Meth: "Wir machen mit Jochen Kutzelmann als Cheftrainer und Erkan Esen als seinen Co weiter. Zudem sind wir noch auf der Suche nach ein bis zwei Leuten als Verstärkung." Kürzer treten will Meth nach dieser Saison. Zwei seiner Ämter beim SVP, den des Spielleiter und des Sicherheitsbeauftragten der ersten Mannschaft, wird er abgeben. Ein besonderes Anliegen ist es ihm sich bei den Fans zu bedanken, die ihr Team auch in diesen schlechten Zeiten immer unterstützen.