Eigentlich sollten die bayerischen Meisterschaften der Leichtathleten in den Altersklassen Männer, Frauen, U20 und U18 im Juli bei sommerlichen Bedingungen in Schweinfurt stattfinden. Die Zweitagesveranstaltung musste jedoch wegen der Corona-Pandemie nach Erding in den Herbst verlegt werden und stellte die zahlreichen Athleten vor ungewöhnliche Herausforderungen.

Zum einen wurden die Wettbewerbe ohne Zuschauer und unter strengen Hygieneregeln durchgeführt. Zum anderen erschwerten die Wetterverhältnisse am ersten Tag mit sechs Grad Außentemperatur, stürmischem Wind und Dauerregen die Disziplinen. Davon ließen sich aber die Teilnehmer der LG Bamberg nicht verunsichern.

Mehrkämpferin Simone Schramm setzte zu Beginn gleich ein Ausrufezeichen. Mit 38,07 Metern schleuderte sie den ein Kilo schweren Diskus auf neue persönliche Bestweite und holte sich zum ersten Mal in der Frauenklasse die Bronzemedaille im Diskuswurf. Fünf Stunden später schlug sie erneut zu. Im Kugelstoßwettbewerb wuchtete sie die vier Kilo schwere Eisenkugel auf 12,55 Meter und gewann zum wiederholten Mal eine Silbermedaille auf bayerischer Ebene. Hier erschwerte ein nasser Kugelstoßring eine bessere Weite.

Taktisch kluger Lauf

Eine erfreuliche Leistung lieferte Leo Schramm auf der Stadionrunde ab. Mit der fünftbesten gemeldeten Zeit ging der bayerische Juniorenmeister ins Rennen. Taktisch klug laufend rollte er das Männerfeld von hinten auf. Auch ein Kampfrichter, der den Läufern im Weg stand, konnte den Bamberger nicht aufhalten. In neuer persönlicher Bestzeit blieb die Uhr bei 49,82 Sekunden stehen, was den Vizemeistertitel bei den Männern bedeutete. Nur Armando Machava, ein mosambikanischer Weltmeisterschaftsteilnehmer, der für Herzogenaurach startet, war in 48,39 Sekunden vor ihm.

Regen und Wind

Mit Regen und Wind kämpfte auch Lilli Pfattheicher im Hochsprung. Mit übersprungenen 1,59 Meter wurde sie Fünfte in der weiblichen U18. Gleiches galt auch für Marcus Brandt. Der Neu-Bamberger trat in einem hochklassigen Diskuswettbewerb der Männer an. Sein zwei Kilo schwerer Diskus landete bei 42,18 Metern, damit wurde er Sechster.

Zum zweiten Wettkampftag hatte sich dann das Wetter komplett verändert, und es herrschten wieder reguläre Bedingungen. Mittelstrecklerin Sarah Weichert lief ein beherztes und überzeugendes Rennen über 800 Meter im Finallauf der Frauen. Sie setzte sich gleich vom Start weg an die Spitze des Feldes und gab diese Position bis zum Zieleinlauf nicht mehr her. Sie wurde damit als erste Bamberger Frau überhaupt mit 2:15,14 Minuten und über einer Sekunde Vorsprung bayerische Meisterin in einem Mittelstreckenrennen. Aktuell rangiert sie in der bayerischen Bestenliste auf dem vierten Platz.

Simon Ochmann zeigte ebenfalls ein engagiertes Rennen, hatte aber am Anfang Probleme, dem hohen Anfangstempo zu folgen. Im Laufe des Rennens kam er besser in den Tritt und erreichte Rang 5 in 9:22,47 Minuten.

Für den SC Kemmern startete über die 5000 Meter der Frauen Sandra Haderlein. Obwohl sie in diesem Jahr kein spezifisches Bahntraining absolvierte, lief sie die Strecke in 17:57 Minuten, womit sie den fünften Rang belegte und ihre persönliche Bestzeit nur knapp verfehlte. CS/TK