Die deutsche Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketballer hat die Chance auf das Viertelfinale leichtfertig verspielt. Durch eine vermeidbare
55:62 (18:9, 27:27, 47:40)-Niederlage gegen die bereits ausgeschiedenen Kolumbianer ist die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Incheon für das deutsche Team ausgeträumt, in dem der aus Memmelsdorf stammende Felix Schell (RSV Lahn-Dill) seine erste internationale Bewährungsprobe zu bestehen hat. Was wartet, ist heute Morgen das Spiel um Platz 11 gegen Argentinien.
"Wir hatten die Chance selbst in der Hand und haben sie leichtfertig verspielt. Das ist eine ganz bittere Niederlage, mit der wir das Viertelfinale auch nicht verdient gehabt hätten", sagte Bundestrainer Nicolai Zeltinger tief enttäuscht nach der Niederlage gegen die Südamerikaner.
Er spielte dabei auf die Chance an, trotz der Pleite doch noch unter die letzten acht Teams zukommen, wozu Italien hätte die Türkei schlagen müssen. Doch mit 46:44 gewann die Türkei hauchdünn, die damit das letzte Ticket für das Viertelfinale ergatterte.
Dabei lief es im ersten Viertel noch nahezu perfekt für die deutsche Auswahl, die schnell mit 17:7 (7. Min.) führte und zu diesem Zeitpunkt bereits noch deutlicher hätte in Front liegen können. Doch genau diese Nachlässigkeiten machte Kolumbien wieder stark. Selbst eine 47:40-Führung nach dem dritten Spielabschnitt und dem vierten Foul für den bis dato besten Kolumbianer Rodney Hawkins reichte Deutschland nicht, um das Spielfeld als Sieger zu verlassen.
Das tapfer kämpfende Kolumbien drehte die Partie und rollte als verdienter Sieger vom Parkett der Songnim Arena in Incheon. Damit schloss Deutschland die Zwischenrunde als Sechster ab. Felix Schell (25) studiert in Gießen Medizin. Er spielt für den deutschen Serienmeister RSV Lahn-Dill. Sein Talent als Basketballer scheint er von seinem Vater Veit Schell geerbt zu haben.