Die abgelaufene Saison in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken West war geprägt von spannenden Derbys, insbesondere zwischen den acht Teams aus dem Teil-Spielkreis Bamberg. So besuchten knapp 39 000 Zuschauer die insgesamt 210 Begegnungen; im Durchschnitt also knapp 185 pro Partie. Zuschauerkrösus war der SV Merkendorf mit im Schnitt 295 Fans, gefolgt vom FC Oberhaid (238). Rekordbesuch gab es bei der Partie Bosporus Coburg - TSV Mönchröden mit 750 Fans. Die wenigsten Besucher hatte die Begegnung SV Memmelsdorf II - TSV Meeder mit 39. Die Unparteiischen zückten insgesamt 50 Rote Karten, 86 Gelb-Rote Kartons, und 1013 Mal sahen die Akteure Gelb. Das "farbigste" Spiel: SV Dörfleins gegen SpVgg Stegaurach mit zwölf Gelben Karten.
Fünf Spielern gelang ein Hattrick, darunter Philipp Ramer (SV Dörfleins) und Benjamin Schmitt (FSV Unterleiterbach).
Nach dem Rückzug des ASV Hollfeld stand der erste Absteiger schon vor Saisonbeginn fest. Eine Klasse zu hoch war offenbar die Liga für den Neuling TSV Weißenbrunn, der dann als sportlicher Absteiger die Klasse verlassen musste, was sich schon sehr früh abzeichnete. Spannung war aber bei gleich drei Relegationsplätzen im hinteren Bereich und auch an der Spitze angesagt. Hier lieferten sich zuerst fünf Mannschaften einen Kampf um die begehrten Plätze 1 und 2. Aber je näher das Saisonende rückte, um so mehr mussten die "Bamberger" Vereine abreißen lassen. Mit dem FC Lichtenfels wurde die beste und konstanteste Mannschaft verdient Meister und Landesliga-Aufsteiger. Hier die Bilanz der acht "Bamberger" Vereine aus der Sicht der sportlich Verantwortlichen.


Nur fünf Niederlagen für SVM

Werner Kraus (Abteilungsleiter SV Merkendorf - 3. Platz/53 Punkte): "Mit Platz drei in der Endtabelle kann der SV Merkendorf hoch zufrieden sein. Wir spielten insgesamt eine gute Saison, in der wir nur fünf Niederlagen hinnehmen mussten. Hätte man das ein oder andere unnötige Unentschieden, acht insgesamt, auffällig fünf davon nach der Winterpause, vermieden und für sich positiv gestaltet, wer weiß, ob es nicht für Platz 2 und die Relegationsspiele zur Landesliga gereicht hätte. Doch so mussten wir dem TSV Mönchröden den Vortritt lassen. Aber trotzdem ist der erreichte Tabellenplatz, von der Platzierung gesehen, der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Mit einem Zuschauerschnitt von fast 300 wurde die gute Leistung auch von unseren treuen Zuschauern und Fans honoriert, hier gilt natürlich unser Dank."


Ebinger stolz auf Team und Coach

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter SpVgg Ebing - 4./52): "Mit dem vierten Platz sind wir zufrieden. In den ersten beiden Spielen nach der Winterpause wäre durchaus mehr drin gewesen, doch nach jeweils 1:0-Führungen verpasste man nachzulegen und musste am Ende den Ausgleich hinnehmen. Ab April bis Saisonende fielen teilweise bis zu fünf Stammspieler aus, so dass unser Trainer Heiner Dumpert des Öfteren auf Kräfte der zweiten Mannschaft zurückgreifen musste. Trotzdem bastelte er jeweils eine schlagkräftige Truppe zusammen. Ausschlaggebend dafür, dass wir am Ende nicht mehr um den zweiten Platz mitspielen sollten, waren die verdiente Niederlage in Unterleiterbach und die Heimniederlage gegen Ebern, hier trotz 1:0-Führung. Mit den gezeigten Leistungen in der Saison, der Kameradschaft und dem Zusammenhalt ist der Verein stolz auf die gesamte Mannschaft und seinen Trainer. Für die neue Saison wünschen wir uns endlich mal eine verletzungsfreie Zeit, obwohl wir mit Marco Bullmann schon wieder einen Langzeitverletzten haben."


Schalter schnell wieder umlegen

Oliver Dotterweich (Abteilungsleiter FC Oberhaid - 6./43): "Wir haben das Saisonziel Klassenerhalt frühzeitig erreicht, mussten also nicht, wie in vergangenen Zeiten lange zittern. Nach dem überragenden Start mit vier Siegen in Folge haben uns viele mehr zugetraut, intern wussten wir aber immer, wo unser wirkliches Leistungsniveau liegt. Um unter die ersten vier Mannschaften in der Tabelle kommen zu können, hätte einfach alles passen müssen. Fehlen Leistungsträger wie Waltrapp und Kutzelmann über mehrere Wochen, können wir das in der Breite nicht kompensieren. Der fünfte Platz wäre sicher realistisch gewesen und war nach der guten Vorrunde auch unser Minimalziel. Da aber in den letzten vier Wochen die zweite Mannschaft personell unterstützt wurde, sind uns die Gründe bekannt, und wir müssen mit Platz 6 leben. In der Bezirksliga entscheiden wirklich Kleinigkeiten über den Verbleib in der Liga. Die Mannschaften liegen vom Leistungsniveau so eng zusammen, dass wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen dürfen. Deshalb müssen wir den Schalter zur neuen Saison schnell wieder umlegen, um diese ähnlich positiv gestalten zu können. Der Stamm der Mannschaft bleibt zusammen und einige gute Spieler kommen dazu. Bleibt zu hoffen, dass wir möglichst häufig auf unsere eingespielte Innenverteidigung Fischer/Schmitt zurückgreifen können, die vermutlich beide berufsbedingt nur an den Wochenenden da sein können."


Siegesserie am Ende wichtig

Gerhard Uzelino (Abteilungsleiter TSV Schammelsdorf 7./40): "Der Auftakt gegen Stegaurach war nicht gerade vielversprechend für den Verlauf der Rückrunde. Denn wir waren gegen einen Tabellennachbarn chancenlos und verloren 1:4. Eine Woche später stand mit Meeder der nächste Mitkonkurrent auf dem Programm. Diesmal konnte unsere Mannschaft eine schon verloren geglaubte Partie innerhalb von zwei Minuten in einen Sieg umwandeln. Das war meiner Meinung nach der erste Grundstein für das Ziel Klassenerhalt. Von da an kam eine gewisse Stabilität in unser Spiel. Wir mussten uns in den restlichen zehn Spielen nur dem späteren Meister Lichtenfels geschlagen geben. Allerdings wurde es versäumt, die eine oder andere Begegnung trotz guter Möglichkeiten zu unseren Gunsten zu entscheiden. So blieben wir zwar immer über dem Strich, konnten uns aber nicht entscheidend absetzen, weil die anderen gefährdeten Teams auch punkteten. Erst eine Siegesserie in der Endphase der Saison sicherte uns den Klassenerhalt. Diese Runde war wie erwartet ein hartes Stück Arbeit. Deshalb sind wir beim TSV mehr als zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, vor allem mit der Arbeit von Trainer Dominik Kauder. Nun freuen sich alle auf ein weiteres Jahr Bezirksliga."


Nach Sieg über FCL der Wurm drin

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter FSV Unterleiterbach - 9./36): "Bis zur Winterpause standen wir auf dem hervorragenden achten Platz mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Relegationsrang und waren somit bester Aufsteiger bis dahin. Insgesamt waren wir die gesamte Saison über dem Strich. Hier nochmal ein großes Lob an die Mannschaft und den Trainer. Im ersten Spiel im März konnten wir dann den Ligaprimus aus Lichtenfels schlagen, das war für uns doch überraschend, aber hochverdient. Danach war aber irgendwie der Wurm drin. Fünf Partien ohne Sieg sollten folgen, dadurch rückten wir näher an die Relegationsränge und kamen arg in Bedrängnis. Denn sicher geglaubte Punkte verloren wir einige Male durch Disziplinlosigkeit, und man vermisste teilweise den unbedingten Siegeswillen. Trainer James Schmitt legte nun seine ganze Erfahrung in die Waagschale und stellte die Mannschaft hervorragend ein. Es folgten aus den restlichen sechs Partien vier Siege, was gleichzeitig ein weiteres Jahr Ligazugehörigkeit bedeutete."


Starke Rückrunde entscheidend

Hannes Porzelt (Abteilungsleiter SpVgg Stegaurach 10./35): "Das einzig erklärte Ziel, der Klassenerhalt, konnte gesichert werden. Mit 35 Punkten und einem Torverhältnis von 50:60 landeten wir auf einem am Ende ausreichenden zehnten Platz. Ausschlaggebend für den Klassenerhalt war mit Sicherheit die Rückrunde, die die Truppe spielte. Nach lediglich zwölf Punkten aus der Vorrunde setzte sie zu einem tollen Lauf an. Ein paar Spieltage vor Ende lag sie bei der Rückrundentabelle sogar auf Platz 2. Am Ende konnte sie sich 23 Punkte bei 29:27 Toren erkämpfen und einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt feiern. Der Grund, warum die Vorrunde so durchwachsen gelaufen ist, lag zum großen Teil auch an der kräftezehrenden Relegationsrunde, die im Landesligajahr gespielt wurde. Nachdem die Mannschaft bis Mitte Juni im Einsatz war und es bereits am 20. Juli schon wieder mit der Punkterunde losging, blieben nach einer knapp zweiwöchigen Pause gerade einmal drei Wochen, um sich auf das erste Spiel vorzubereiten. Die ersten drei Spiele konnten noch erfolgreich bestritten werden, aber dann kam das bekannte ,Loch‘. Die dann folgenden vier bis fünf Wochen ohne Punktgewinn ließen uns schnell auf die hinteren Plätze rutschen. Bis zum Winter galt es, den Anschluss an die Abstiegskandidaten herzustellen, was auch gelang. Nach der Winterpause setzte das Team die Erfolgsserie fort und holte Woche für Woche Punkte für das ausgegebene Ziel. Die aus der Jugend eingebauten Spieler steigerten sich mit zunehmender Saisondauer immer mehr und hatten einen wichtigen Anteil an diesem Erfolg."


Katastrophe nach Winterpause

Karl Hümmer (Spielleiter SV Dörfleins - 14./26): "Es war eine Saison mit vielen Tiefen und Problemen, die letztendlich mit dem Abstieg in die Kreisliga endete. Nach dem Relegationskrimi der vergangenen Serie hatte man sich in Dörfleins viel vorgenommen. Mit der Verpflichtung von Rolf Lamprecht als Trainer erhofften wir uns eine Entwicklung in der Mannschaft und eine Verbesserung der Spielanlage. Doch schon nach einigen Wochen und mehreren verlorenen Spielen wurde der Graben zwischen Trainer und Mannschaft immer tiefer. Mit Abschluss der Vorrunde trat dann Rolf Lamprecht zurück. Mit Herbert Christa und Jochen Horbelt übernahmen zwei Eigengewächse die Führung. Nach dem klaren 4:1-Erfolg im ersten Rückrundenspiel gegen den FC Oberhaid war dies wohl die richtige Entscheidung. Doch nach der Winterpause kam es knüppeldick: Gerade mal sechs Punkte waren eine einzige Katastrophe. Durch berufliche Weiterbildung und Verletzungen fehlten bis zu sechs Stammspieler, die auf Dauer nicht zu ersetzen waren. So stellte sich die Elf fast von alleine auf, und ständig mussten wir auf einige Spieler aus der Zweiten zurückgreifen. Dies machte sich bemerkbar, als nach einer Führung die Spiele noch in den Schlussminuten aufgrund mangelnder Kondition verloren wurden. Doch auch die Leistungsträger der vergangenen Jahre konnten in keiner Weise an ihre gewohnten Leistungen anknüpfen. Hinzu kamen in der Endphase der Saison noch einige völlig überflüssige Rote Karten, die den Kader noch mehr dezimierten. All diese negativen Faktoren waren ausschlaggebend, dass der Abstieg kaum zu verhindern war."


Potenzial nicht abgerufen

Marco Krötsch (Sportlicher Leiter SV Memmelsdorf II - 14./24): "Mit zehn Punkten Rückstand auf einen direkten Nichtabstiegsplatz beendete die zweite Mannschaft des SV Memmelsdorf die Saison. Waren wir nach 15 Punkten in der Hinrunde, mit einem Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, noch sehr zufrieden, so konnten in der gesamten Rückrunde nur noch neun Punkte eingefahren werden. Vor allem die Punktverluste gegen die direkten Konkurrenten aus Coburg, Stegaurach, Unterleiterbach und Meeder ließen den Abstand zu den Nichtabstiegs-plätzen immer größer werden. Die Mannschaft konnte in der gesamten Rückrunde nur selten das Potenzial abrufen, das sie eigentlich besaß und blieb in den meisten Spielen weit hinter ihren Möglichkeiten. Lediglich im Heimspiel beim 4:1 gegen den TV Ebern zeigte sie ihr wahres Gesicht, was mit einer normalen Leistung und Einstellung in der gesamten Rückrunde möglich gewesen wäre. In der Relegation war unser Team in den ersten beiden Spielen gegen den TSV Staffelstein und gegen Marktzeuln die wesentlich bessere und reifere Mannschaft und erspielte sich eine Vielzahl an Torchancen. Es wurde jedoch vergessen, diese Überlegenheit in Tore umzumünzen. So musste die Mannschaft in beiden Spielen in die Verlängerung und danach ins Elfmeterschießen. Gegen Staffelstein klappte es, doch gegen Marktzeuln nicht. Dadurch musste der SVM innerhalb von acht Tagen gegen Breitengüßbach ein drittes Mal antreten. Der Kräfteverschleiß war zu groß, und so hatten wir letztendlich keine Chance. Damit war der Abstieg aus der Bezirksliga nach vielen Jahren mit interessanten Derbys besiegelt. Jetzt gilt es wieder eine Mannschaft zu formen und sich erst einmal in der Kreisliga zu etablieren, denn auch da wird es keine einfachen Spiele geben."