Petr Skarabelas Plan ging nicht ganz auf: "Wir wollen hinten gut stehen. Vorne sind wir immer für ein Tor gut." Nach einer frühen Führung der Gäste kam seine Elf am Freitagabend im Bamberger Fuchs-Park-Stadion noch zu einem 1:1-Unentschieden gegen den Favoriten aus Nürnberg.

Dabei mussten die Domstädter bereits ab der 9. Minute einem Rückstand hinterherlaufen. Markus Mendler brachte die Gäste in Führung. Nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld war er nicht mehr zu stoppen und schoss den Ball trocken ins Tor. Generell begannen die Nürnberger druckvoller und hatten bereits in der Anfangsphase Chancen durch Marek Mintal ausgelassen.

"Drauf, drauf!", forderte Skarabela - seine Mannschaft sollte nach dem frühen Rückstand die Gäste nun zeitig unter Druck setzen. Und tatsächlich schienen die "Violetten" nach knapp 20 Minuten das 0:1 verdaut zu haben. Sie setzten sich nun besser durch - auch in den Zweikämpfen - spielten mutiger und frecher nach vorne. Echte Torgelegenheiten aber blieben aus, mitunter, weil die Bamberger ihre Angriffe nicht konsequent genug zu Ende vortrugen.

Die Nürnberger sahen sich die Bemühungen der Bamberger eine Zeit lang an, ehe sie wieder das Heft in die Hand nahmen. Möglichkeiten für Mendler und Mintal waren die Folge, blieben aber ohne zählbares Ergebnis.
Zur Halbzeit reagierte Skarabela und brachte mit Alexander Deptalla einen zweiten Stürmer. Die ersten Akzente aber setzten wie schon zu Beginn des Spiels die Gäste, allerdings ohne echte Torgefahr auszustrahlen. Lange Zeit blieb der Knock-Out-Schuss von Johannes Bechmann, der die Auswechslung für Sinan Tekerci bedeutete, die einzig erwähnenswerte Szene der Partie.

In der 65. Minute war es Antonio Colak, der frei im Strafraum zum Abschluss kam, mehr als eine klägliche Rückgabe auf Mario Aller aber nicht zustande brachte. Allers Pendant auf der Gegenseite, Benjamin Uphoff, patzte kurz darauf bei einem Freistoß auf den langen Pfosten, doch konnte Nürnberg durch Manuel Bihr auf der Linie klären.


Verdienter Ausgleich

Dann aber sorgte Abdem Abou Khalil für den Ausgleich in der 70. Minute. Kevin Kühnlein legte per Kopf ab und der Neuzugang feierte mit seinem trockenen Schuss einen perfekten Einstand. Und dieses 1:1 war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, hatten sich die Gastgeber doch Stück für Stück in die Begegnung zurückgebissen. In der Folge wurde es ein richtig gutes Spiel. Beide Mannschaften suchten die Entscheidung. Einen Schuss von Mendler parierte Aller in der 73. Minute reaktionsschnell mit dem Fuß, bei einem Freistoß von Sebastian Gärtner brachte Colak das Leder zwar über die Linie, doch der Schiedsrichterassistent entschied auf Abseits.

Auf Seiten des FCE scheiterten die Versuche, die Spitzen mit langen Bällen zu bedienen, oft nur um Haaresbreite. Kurz vor Ende bot sich nach gutem Zuspiel von Deptalla Mirza Mekic per Kopf sogar noch die Gelegenheit zum Siegtreffer. Insgesamt stand das Spiel bis zum Ablauf der 90 Minuten auf Messers Schneide, am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem gerechten Remis, hatten die Nürnberger doch zu oft ihre Durchschlagskraft vermissen lassen und die Heimelf sich erfolgreich in die Partie zurück gekämpft.

Petr Skarabelas Fazit: "In der ersten Halbzeit waren wir zu ängstlich, das habe ich von der Mannschaft noch nie gesehen. Respekt ist in Ordnung - aber Angst? Nach dem 0:1 mussten wir etwas tun und haben taktisch umgestellt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann gesehen, was die Mannschaft kann. Sie hat fast keine Chance mehr zugelassen und auf der anderen Seite am Ende die Möglichkeit zum 2:1. Man hat gesehen, dass der Club unter Druck auch Fehler macht. Insgesamt bin ich zufrieden und denke, aufgrund der zweiten 45 Minuten war das 1:1 verdient. Wir haben über 90 Minuten geackert, Mario Aller im Tor hat uns zweimal sehr gut gerettet."

Die Statistik

FCE Bamberg: Aller - Kühnlein, Bechmann, Wenninger (55. Görtler), F. Pickel, Gressel (85. Müller), Mekic, Fischer, Herl, Wieczorek (46. Deptalla), Abou Khalil

1. FC Nürnberg II: Uphoff - Heinloth, Scheffer, Bihr, Ballas, Gärtner, Mintal, Tekerci (58. Ngadeu Ngadjui), Theisen (70. Neziri), Mendler, Ngankam (13. Colak)

SR: Stein (Homburg am Main)

Zuschauer: 1010

Tore: 0:1 Mendler (9.), 1:1 Abou Khalil (70.)

Gelbe Karten: - / Ngadeu Ngadjui