Die favorisierten Baden-Württemberger Rainer Noller und Co-Pilot Stefan Kopczyk haben die 37. ADAC Stäubli Rallye Fränkische Schweiz gewonnen. Um 11.01 Uhr war am Sportheim in Hollfeld der Startschuss erfolgt. Noch hing der Nebel im "Stadtwald". Der leichte Regen am Vorabend hatte die Strecken rutschig gemacht. Die 115 Teams gingen die erste Wertungsprüfung (WP) deshalb eher vorsichtig an. Abegesehen von den Vorjahressiegern Bernd Michel und Bernd Hartbauer.

Sie wollten von Anfang an angreifen. Mit etwas zu viel Speed versenkten sie ihren Mitsubishi Lancer im Graben und mussten aufgeben. Auf den 7,5 Kilometern mit 38 Prozent Schotter setzte sich Noller im allradgetriebenen Lancer Evo 8 knapp mit 1,1 Sekunden vor Michael Rausch und Meike Maulitz (Hessen) im Opel Ascona B. Der dritte Platz ging an Max Schmid (Baden-Württemberg) und Daniel Scharf aus Kemnath auf dem frontgetriebenen Peugeot 306 RS.


Lokalmatador bleibt dran

Lokalmatador Reinhard Honke aus Himmelkron hielt mit Tina Annemüller (Niedersachsen) auf Lancer Evo 9 mit 3,9 Sekunden den Rückstand auf die Konkurrenz gering. Die Zweite WP "Schirradorf", eine schnelle Asphaltprüfung mit einem geringen Schotteranteil von acht Prozent, ging an den bärenstarken Ascona von Rausch/Maulitz. Sie waren 2,2 Sekunden schneller als Noller. Dahinter folgte die Mitsubishi-Konkurrenz mit Stefan Göttig (Hessen) und Honke.

Der Renntross zog weiter auf die dritte und schnellste WP mit 100 Prozent Asphalt und Durchschnittsgeschwindigkeiten von 120 km/h auf 6,9 Kilometern. Das Duell an der Spitze zwischen Rausch und Noller ging weiter. Wieder vergrößerte Rausch den Vorsprung minimal. Ein Duell auf Augenhöhe, das beiden Teams alles abverlangte. Auf dem dritten Platz landeten die Baden-Württemberger Fritz Köhler und Petra Hägele auf BMW M3 Compact. Nur ganz knapp am Podest fuhr Honke vorbei.

In Brunn ging es auf die vierte der acht WP. Zunächst galt es, vorbei an hunderten Zuschauern die zehn Kilometer lange, mit sieben Prozent Schotter versehene Ortsdurchfahrt zu absolvieren. Für jeden Drift wurden die Teilnehmer lautstark bejubelt. Wieder behauptete sich Rausch gegen Noller. Mit 5:13 Minuten knackten Rausch/Maulitz den Streckenrekord aus dem Jahr 2013, aufgestellt von Nicolas Hässler auf Porsche 993 RS. Ein weiterer starker Opel, pilotiert vom Hessen Uwe Kiehm setzte sich mit einem Rückstand von 12,3 Sekunden knapp vor Honke auf Platz 3.

In der Halbzeitpause hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Reifen zu wechseln. Den ersten und zweiten Platz trennte zu diesem Zeitpunkt ein Hauch von vier Sekunden. Nach 30,9 Kilometern führte Rausch die Lancer-Gruppe vor Noller, Honke, Göttig und John Macht aus Gefrees an. Die zweite Schleife startete im Hollfelder "Stadtwald". Die Führenden kämpften um jede Hundertstelsekunde. Die Streckenverhältnisse hatten sich deutlich verbessert. Die Bestzeit wurde bei einem Schnitt von über 100 km/h um 18 Sekunden verbessert. Mit 3,5 Sekunden setzte sich Noller vor Rausch. John Macht und Co-Pilot Felix Kießling (Gefrees) konnten das Führungsduo trennen. Mit einer Topzeit schoben sie sich näher an Göttig und Honke, der mit der Sperre seines Lancers zu kämpfen hatte.


Rausch nicht unter den Top 3

Bei "Schirradorf 2" punkteten Noller und Kopczyk. Auf den ersten drei Plätzen war kein Michael Rausch zu finden. Göttig belegte Platz 2, nur 0,3 Sekunden dahinter lag Fritz Köhler, dicht gefolgt von Macht und Honke. Auf Platz 6 folgten die bis dahin führenden Rausch und Maulitz. Nach einem Ausritt in ein Feld verloren sie auf dieser Prüfung 10,4 Sekunden auf Noller/Kopczyk.


Nur 7,7 Sekunden Vorsprung

Für Rausch und Maulitz war es schier unmöglich, die Zeit auf die Konkurrenz aufzuholen. Mit Prüfungsbestzeit von 5:09,9 Minuten hatten sie alles gegeben, mussten sich aber Noller/Kopczyk geschlagen geben. Nur 7,7 Sekunden trennten die ersten beiden Teams nach über 61 Kilometern. Auf dem dritten Platz landeten Macht und Kießling vor Göttig und Solbach-Schmidt (NRW) und den vom Pech geplagten Honke/Annemüller.