Spannung bis zum letzten Spieltag und darüber hinaus in den sich anschließenden nochmals kräftezehrenden Relegationsrunden bescherte die Bezirksliga Oberfranken West den Fußballfans. Dies auch dank der neun Mannschaften aus dem Teil-Spielkreis Bamberg.
Der FC Oberhaid scheiterte in der Aufstiegsrelegation an TuS Feuchtwangen und konnte dem Meister TSV Sonnefeld nicht in die Landesliga folgen. Platz 2 ist aber dennoch ein hervorragendes Ergebnis für die Stretz-Schützlinge. Lange Zeit zählten zum Kreis der Anwärter auf Platz 2 auch der TSV Ebensfeld und die SpVgg Ebing. Doch im Schlussspurt fehlten bei beiden die Ergebnisse. Beim SV Merkendorf, der schlecht gestartet war, fruchtete ein Trainerwechsel. Den Kampf um den Klassenerhalt gewannen der TSV Schammelsdorf, der TSV Breitengüßbach und die DJK Don Bosco Bamberg II. Zurück in die Kreisliga müssen der FSV Unterleiterbach und die SpVgg Stegaurach, die in den Relegationsspielen den Kürzeren zogen. Nachfolgend die Statements der Bezirksliga-Vereine aus dem Spielkreis Bamberg.

Oliver Dotterweich (Abteilungsleiter des FC Oberhaid - 2. Platz/62 Punkte): "Wie die meisten Vereine in der Liga hatten auch wir als Saisonziel den Klassenerhalt ausgerufen. Bis zur Winterpause konnten wir uns oben festsetzen mit Tuchfühlung zu Platz 2, aber mit großem Rückstand auf den Spitzenreiter TSV Sonneberg. Was wir dann nach der Winterpause abgerufen haben, war aller Ehren Wert. Nach und nach rückten wir immer näher an Sonnefeld heran, um am letzten Spieltag vielleicht mit Schützenhilfe vom TSV Schammelsdorf doch noch Meister werden zu können. Letztendlich wurde Sonneberg verdient Erster und wir durften Relegation spielen, weit mehr als gedacht, und so können wir die Niederlagen gegen den TuS Feuchtwangen dort auch verkraften. Der Mannschaft muss ich ein riesiges Kompliment machen, denn zeitweise waren wir trotz des breiten Kaders nur noch zwölf Spieler. Ebenso kräftezehrend war die Saison natürlich für den Trainer. Ihm gilt unser Respekt, hat er doch immer die Mannschaft auf den Punkt heiß gemacht. Wie immer gilt auch mein Dank unseren treuen Fans, sie sind es, die oft den Unterschied ausmachen! In der nächsten Saison wird die Bezirksliga noch interessanter, aber auch noch stärker. Deshalb gilt es auch dann erst mal nach unten zu schauen, um sich demütig neue Ziele zu erarbeiten."

Thomas Häublein (Abteilungsleiter TSV Ebensfeld - 3./53): "Nach dem letztendlich doch etwas unglücklichen Abstieg aus der Landesliga lautete das Ziel mindestens Platz 5. Doch der Saisonstart gestaltete sich dann eher durchwachsen. Die Hypothek aus den vier kraftraubenden Extrapartien in der Landesliga-Abstiegsrunde lastete doch schwerer auf den Schultern der Spieler als erwartet. Die Mannschaft raufte sich jedoch zusammen und startete mit dem anschließenden Sieg gegen die SpVgg Stegaurach eine Serie von elf ungeschlagenen Spielen bis zur Winterpause, was zwischenzeitlich Platz 2 bedeutete. In 2017 waren die Leistungen jedoch insgesamt zu wechselhaft für die Verteidigung dieses Tabellenplatzes. Es setzte Niederlagen gegen Unterleiterbach, Ebern und Schammelsdorf, sowie auch im letzten Heimspiel der Saison gegen Mönchröden, was auch das Ende der bis dahin makellosen Heimbilanz bedeutete. Mit dem dritten Rang hat aber die Mannschaft durch hervorragende Leistungen in einer ausgeglichen und starken Bezirksliga das ausgegebene Ziel mehr als erfüllt."

Frank Schneider (Spielführer des SV Merkendorf - 5./48): "Mit dem erzielten fünften Tabellenplatz konnte man nach der Vorrunde nicht rechnen. Nach zwei Niederlagen und einem Sieg zum Start, folgte eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage, mit sieben Unentschieden und einem Sieg blieb die Punktausbeute bescheiden. Als dann die nächsten drei Partien auch noch in die Binsen gingen, folgte eine Trennung von Trainer Ralf Schmitt. Mit Nachfolger Thomas Schulz übernahm ein Spielervater das Amt. Der Erfolg kam zurück, und bis zur Winterpause siegten wir in den noch drei anstehenden Begegnungen. In 16 Spielen unter Trainer Schulz errang unser Team elf Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Im Schnitt kamen 240 Zuschauer, der Saisonrekord war gegen Breitengüßbach (450). Zur neuen Saison kommt es zu einem Umbruch beim SVM. Acht Spieler verlassen den Kader, der mit Neuzugängen wieder aufgefüllt wird. Für den neuen Trainer Stefan Essig (bisher ASV Naisa) eine große Herausforderung, um ein schlagkräftiges Team zu formen. Zum Schluss möchte ich mich im Namen unserer Spieler beim scheidenden Abteilungsleiter Werner Kraus für seine 14-jährige Arbeit bedanken."

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter der SpVgg Ebing - 6./47): "Bis zur Winterpause haben wir gut gespielt und waren in der Tabelle oben dabei. Danach sind wir zwar mit zwei Siegen gestartet, doch bis zum Ende der Saison haben wir vergessen, trotz vieler Möglichkeiten Tore zu schießen. Deshalb wurden einige Punkte liegen gelassen. Nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen war eben zu wenig, um oben dran zu bleiben. Mit Tabellenplatz sechs, somit nicht unter den ersten fünf, wie in den vier Jahren zuvor, sind wir trotzdem zufrieden. Dies nach einer anstrengenden Saison. Nun gilt es, die kleinen Wehwehchen auszukurieren, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. In der neuen Saison werden wir erneut im oberen Drittel angreifen. Aber es wird eine schwere Saison in einer starken Bezirksliga."

Gerhard Uzelino (Abteilungsleiter des TSV Schammelsdorf - 8./42): "Dann muss eben der Rest enger zusammenrücken! So lautete die Devise des Trainers im Februar. Denn fünf Punkte unterm Strich, eine Rotsperre die noch vier Spiele bestand und dazu zwei Abgänge, das waren nicht gerade die günstigsten Voraussetzungen zum Start in die Rückrunde. Aber vielleicht gab gerade Letztere den Ausschlag, dass die Mannschaft doch etwas anders auftrat als vor der Winterpause. Zudem entpuppte sich die Entscheidung, Oldie Adrian Naszkowski zu reaktivieren, der mit seiner Art die anderen mitriss, als Volltreffer. Aber auch die Jüngsten im Team entwickelten sich prächtig. Der Rückstand war schnell wettgemacht, und wir hatten wieder Anschluss ans Mittelfeld. Es folgten zwar auch Rückschläge, wie die Niederlage in Unterleiterbach, wo der Klassenerhalt wieder fraglicher wurde. Die Moral in der Truppe aber ging nie verloren. Wir starteten danach eine Serie von sechs Siegen in Folge, die in der Form keiner erwartet hatte. Das war der Grundstein dafür, dass der TSV auch im nächsten Jahr Bezirksliga spielt. Spielertrainer Dominik Kauder ist nun schon sechs Jahre beim TSV. Die Vertragsverlängerung dauerte nicht mal eine Minute. Da erübrigt sich jeder Kommentar."

Markus Zeller (Abteilungsleiter des TSV Breitengüßbach - 9./41): "Als Aufsteiger hatten wir natürlich in unserer ersten Bezirksligasaison nur ein Ziel, und das war der Klassenerhalt. Wir starteten furios und waren im ersten Saisondrittel oben dabei. Uns war aber allen bewusst, dass die erspielten Punkte zum Saisonende noch sehr wichtig sein werden. Durch einige Verletzungen und eine Niederlagenserie von sechs Spielen wurden wir in der Tabelle durchgereicht. Der Rückrundenauftakt war auch nicht vielversprechend, jedoch bekamen die Jungs von Coach Roman Herl noch rechtzeitig die Kurve und sammelten die wichtigen Punkte für den direkten Klassenerhalt. Am Ende sprang ein überragender neunter Tabellenplatz mit 41 Punkten heraus, und die nächste Saison mit vielen Derbys kann kommen. Auch im Spieljahr 17/18 wird der Marschbefehl Klassenerhalt heißen. Wir wollen die Mannschaft gezielt verstärken, um unsere Vorgabe frühzeitig zu erfüllen. Vielen Dank für eine erste super Bezirksligasaison bei allen, die dazu beigetragen haben".

Rainer Schmidt (Abteilungsleitung DJK Don Bosco Bamberg II - 11./40): "Wir haben das uns gesteckte Ziel Klassenerhalt erreicht und sind damit auch hochzufrieden. Als Aufsteiger in dieser starken Bezirksliga ist es wahrlich nicht leicht zu bestehen. Bei der sehr jungen Mannschaft, um den erfahrenen Routinier Marcus Lauterbach zeigten sich immer wieder Schwankungen in den Leistungen. Insbesondere die Schwierigkeiten bei Auswärtsspielen führten immer wieder zu teilweise unnötigen Niederlagen. Aber zumeist zeigte die Truppe von Uwe Nagel, der nach dem Wechsel von Mario Bail zur Bayernligamannschaft übernahm, gute bis sehr gute Leistungen. Ein Augenmerk gilt den ganz jungen Spielern. Die Bezirksliga ist eine sehr anspruchsvolle Liga für leistungsstarke Jugendspieler. Die früheren U19-Spieler wie Florian Schmauser oder Marc Eckstein haben sich in ihrer ersten Herrensaison enorm entwickelt und wurden zu Leistungsträgern. So ist auch wieder die Zielsetzung für die nächste Spielzeit. Junge Spieler auf diesem hohen Niveau heranzuführen, verbunden mit sportlich guten Ergebnissen. Trainer ist weiterhin Uwe Nagel. Aus unserer erfolgreichen A-Junioren-Mannschaft, die erstmals in die Landesliga aufgestiegen ist, kommen Matthias Gerner, Julian Igel, Eduard Stolz, Jan-Luca Walter, Elias Arneth, Leo Schramm dazu. Vom FC Eintracht kehrt Paul Günthner wieder zurück, und vom TV Ebern kommt Simon Leistner."

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter des FSV Unterleiterbach - 13./36): "Ein turbulentes Spieljahr geht für den FSV Unterleiterbach zu Ende. Verletzte zu Beginn der Saison, Trainerwechsel, Relegation und dann noch der Abstieg. Auf die ersten drei Punkte mussten wir lange warten, ehe wir am sechsten Spieltag die SpVgg Stegaurach bezwingen konnten. Zum Ende der Hinrunde stabilisierte sich die Mannschaft. Gegen die drei ersten der Abschlusstabelle konnte in der Rückrunde gewonnen werden, aber gegen direkte Konkurrenten, also wenn es darauf ankam, wurde kläglich versagt. Nach den verlorenen Spielen gegen die SpVgg Stegaurach und den TV Ebern legte Trainer Jefkay sein Amt nieder. Seine Enttäuschung war zu groß. Er wollte dadurch ein Zeichen setzen und die Mannschaft wachrütteln. Tobias Eichhorn, der erst für die kommende Saison geplant war, sprang ein. Hervorzuheben trotz der Misere ist der Kreispokalsieg gegen Saas Bayreuth. Ein Grund für den Abstieg war auch die eklatante Auswärtsschwäche, gerade einmal vier Punkte konnte man einfahren. Die Heimbilanz mit 32 Punkten sieht da ganz anders aus. Trainer Eichhorn schwor die Truppe für die Relegation ein. Die erste Hürde gegen SCW Obermain wurde genommen. Gegen den SV Dörfleins aber war man total von der Rolle. Jetzt heißt es den Kopf frei zu bekommen und sich auf die neue Saison in der Kreisliga vorzubereiten."

Mathias Hörnes (Abteilungsleiter der SpVgg Stegaurach - 14./27): "Wir mussten vor der Saison 2016/17 leider den Verlust von zehn Spielern der ersten Mannschaft verkraften. Dass wir eine schwierige Saison durchleben werden, war jedem im Verein klar. Unser Ziel war es, den direkten Abstieg zu vermeiden und uns eventuell über die Relegation mit etwas Glück retten zu können. Dies ist uns leider nicht gelungen. Für die Saison 2017/18 haben wir 13 neue Spieler, sechs aus der eigenen Jugend und sieben Externe, verpflichten können und hoffen, dass wir wieder positive Schlagzeilen machen werden."


Die Bezirksliga-Saison in Zahlen

Zuschauer Die 240 Spiele wurden von gut 43 000 Zuschauern besucht; der Durchschnitt pro Partie liegt demnach bei knapp 180 Besuchern. Krösus bei seinen Heimspielen war hier der TSV Ebensfeld mit 310 Fans im Schnitt. Am Ende liegen die SpVgg Stegaurach und die DJK Bamberg II mit je nur 118 Getreuen.

Tore Seinen Titel als Torschützenkönig verteidigte der Oberhaider Marcel Kutzelmann. Er traf 29 Mal ins Schwarze und legte zudem noch 14 Torvorlagen auf. Das torreichste Spiel lieferten sich beim 7:4 der TSV Breitengüßbach und der TSV Mönchröden. Dem Güßbacher Waldemar Mayer (Nr. 2 der Torjägerliste mit 21 Treffern) gelangen gleich drei Hattricks.

Strafen Die Unparteiischen zogen 1265 Gelbe, 89 Gelb-rote und 41 Rote Karten. Fairstes Team war die SpVgg Ebing, die als einzige Mannschaft ohne Rote Karte blieb. gefa