Im Verfolgerduell und Nachholspiel der Fußball-Landesliga Nordost hat der SC Feucht (3.) in der Kältekammer Waldstadion den Tabellennachbarn SV Memmelsdorf (5.) deutlich mit 3:0 deklassiert. Beide Teams hatten am letzten Wochenende witterungsbedingt ausgesetzt und wirkten deshalb ziemlich ausgeruht.
Auf jeden Fall verzichteten sie auf das übliche Abtasten und drückten stattdessen gleich mit Anpfiff auf den Turbo-Knopf. In den ersten zehn Minuten ging es im Mittelfeld zu wie in einer italienischen Großstadt zur Rushhour. Es wurde im Hochtempo gedrückt, gepresst und geschoben. Kaum hatte eine Elf den Ball erobert, war er auch schon wieder weg. Kein Team konnte in dieser wilden Anfangsphase das Spielgerät länger als über drei Stationen in den eigenen Reihen halten.
Strukturierter wurde das Spiel erst nach rund zehn Minuten. Der SC Feucht gewann langsam die Oberhand, was sich prompt auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte. Eine herrliche Spielverlagerung des kickenden Co-Trainers Marco Christ erwischte auf der rechten Seite Michael Eckert, der scharf in die Mitte flankte, wo Nico Wessner lauerte und die Kugel unhaltbar per Kopf im Memmelsdorfer Gehäuse versenkte (11. Min.).
Die Führung gab den Hausherren zusätzlich Auftrieb, so dass sich die Oberfranken aus der Feuchter Umklammerung kaum noch lösen konnten. Gerade über die Außen sahen sie sich einem Dauerflankefeuer der Gastgeber ausgesetzt. An einen geordneten Spielaufbau war bei dem Druck nicht zu denken, und selbst die spärlichen Konterversuche der Memmelsdorfer wurden von den Feuchtern frühzeitig abgefangen. Nach Wiederanpfiff das gleiche Spiel: Feucht presste, Memmelsdorf wankte. Nachdem zuvor schon SC-Stoßstürmer Stephan König in der 49. Min. allein an Keeper Florian Dörnbrack gescheitert war, klingelte es erneut im Gästekasten. Nach einem Pass von Christ in den Lauf von König knallte der SC-"Knipser" die Kugel aus vollem Lauf und mit Unterstützung des Memmelsdorfer Schlussmanns ins kurze Eck (55.).
Der Tabellenfünfte reagierte wütend und kam in der 61. Min. zu seinen ersten Torschüssen in diesem Spiel, die diese Bezeichnung auch verdient hatten. Gerade in den Memmelsdorfer Aufschwung knallte dann jedoch König aus der zweiten Reihe die Kugel zum vorentscheidenden 3:0 in Netz. Mitschuld hatten erneut die Memmelsdorfer, da sie eine Spielbühler-Ecke zu kurz und direkt in die Füße von König geklärt hatten.
Die Fußballer von SVM-Trainer Rolf Vitzthum versuchten zwar noch tapfer, wenigstens Ergebniskosmetik zu betreiben, aber selbst das sollte ihnen an diesem Abend nicht mehr gelingen. Ihre beste Möglichkeit vereitelte SC-Keeper Andreas Sponsel, als er bei einem Kopfballtorpedo aus nächster Nähe gerade noch die Fäuste hochreißen konnte (69.).
SC Feucht: Sponsel - Uwadia, Nikopoulus, Ivic, Christ (70. Mandelkow), Eckert, Schneider, Lincke, Spielbühler (70. Diesner), Wessner (80. Gkenios), König / SV Memmelsdorf: Dörnbrack - Griebel, Nikiforow, Koch, Wernsdorfer, Weber (46. Sowinski), Schwarm, Hummel, Saal (46. P. Hörnes), Seifert (65. Kamm), Schütz / SR: Fleischmann (Kreith/Pittersberg) / Zuschauer: 100 / Tore: 1:0 Wessner (11.), 2:0 König (55.), 3:0 König (68.)