Nach gutem Beginn und zwei klaren Chancen von Alexander Deptalla gerieten die Bamberger unglücklich in Rückstand. Die rote Karte gegen Florian Wenninger nach einer Tätlichkeit (37.) sorgte für einen Bruch im Spiel der Gäste, die es im Anschluss - bis auf Torwart Oliver Scheufens - vergaßen, sich zu wehren. So ging die Elf von Trainer Petr Skarabela sang- und klanglos mit 0:4 unter. In der 57. Min. kam Neuzugang Mirza Mekic zu seinem aber eher unauffälligen Debüt.

Zwei Siege in Folge hatte der FC Eintracht zuletzt gelandet und hatte damit den Anschluss in der Tabelle an die rettenden Plätze hergestellt. Die Leistungskurve der Oberfranken hatte deutlich nach oben gezeigt. Aber das, was die Mannschaft am Mittwoch zeigte, muss man als Rückschritt bezeichnen: "Es macht mich traurig, dass sich die Mannschaft nicht gewehrt hat.
Ich kann da nur unseren Torwart Oliver Scheufens ausnehmen", sagte Coach Petr Skarabela.

Dabei hatte die Partie gegen die Viktoria, die zuletzt gegen den TSV Buchbach (4:2) und beim VfL Frohnlach (4:1) jeweils vier Tore geschossen hatte, gut begonnen für die Eintracht. Per Steilpass ging Alexander Deptalla auf die Reise und tauchte alleine vor dem Aschaffenburger Kasten von Tormann Ricardo Döbert auf. Deptallas Schuss ging zwar am Keeper vorbei, landete aber am Innenpfosten und sprang wieder zurück ins Feld (14.): "Das war großes Pech, da hätten wir in Führung gehen müssen", so Skarabela. Drei Minuten später steckte Sebastian Wagner den Ball durch die Schnittstelle der Abwehr wieder zu Deptalla. Dieses Mal lag der Torwart schon geschlagen am Boden, aber der 28-jährige Stürmer schoss über den Schlussmann und über das Tor.

Die Viktoria hatte sich bis dahin versteckt, kam kaum nach vorn. Eine Führung für Bamberg wäre auf jeden Fall verdient gewesen. Aber es folgte eine Unachtsamkeit und ein Tor wie aus dem Nichts für die Platzherren. Fortan übernahm der Gastgeber das Kommando und ließ sich auch nach einem Foulspiel an Marcello Fiorentini nicht aus der Ruhe bringen. Der Mittelfeldmotor verletzte sich schwer am Knöchel und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die schwere Verletzung schockte die Schönbusch-Kicker aber nicht. Im Gegenteil: Markus Horr schickte Giulio Fiordellisi steil; der konnte Bambergs Schlussmann Oliver Scheufens zwar nicht überwinden, den Abpraller schob Steffen Bachmann aber zur Führung in die Maschen (24.).

Das fuchste die Gäste gewaltig, vor allem Florian Wenninger, der sich zu einer Tätlichkeit gegen Sebastian Saufhaus hinreißen ließ und folgerichtig von Schiedsrichter Christian Dietz aus Kronach die rote Karte sah. Zeitgleich musste Viktoria-Coach Antonio Abbruzzese zum zweiten Mal verletzungsbedingt wechseln - bei Fnan Tewelde zwickte der Oberschenkel.

In Unterzahl zeigten die Gäste keine Reaktion. Die Gastgeber-Elf um Kapitän Markus Horr kam hellwach aus der Kabine und sorgte schnell für ganz klare Verhältnisse. Giulio Fiordellisi krönte in der 52. Min. eine feine Einzelleistung mit dem 2:0 und war nur zwei Minuten später Wegbereiter für den dritten SVA-Treffer von Nico Koukalias. In der 69. Min. musste sich der gute Oliver Scheufens noch einmal geschlagen geben. Matthias Fries schob einen Zuckerpass von Patrick Amrhein an den Innenpfosten, von dort aus trudelte die Kugel über die Linie.

"Es ist schade, dass wir dieses Spiel dann noch so deutlich verloren haben. Am Ende war es sicherlich ein verdienter Sieg. Aber meine Mannschaft hat binnen fünf Tagen zwei Gesichter gezeigt. Wir haben 20 starke Minuten gespielt, wo wir hätten führen müssen. Aber nach dem Platzverweis haben wir uns aufgegeben", bilanzierte Skarabela. "Nun müssen wir gegen Rain am Lech unbedingt unser Heimspiel gewinnen", fordert der Bamberger Trainer eine Reaktion der Mannschaft.