Nicht gerade mit Fortuna im Bunde standen die Ringer des KSV Bamberg im Duell mit dem Meister der Landesliga Süd, dem TSV Berchtesgaden, in welchem die Gäste mit 6:29 zwar deutlich, aber dennoch weit unter Wert geschlagen wurden. Mehr als 1000 Zuschauer verfolgten dabei den ersten Aufstiegskampf zur Bayernliga, für den die Gastgeber in die Sporthalle nach Schönau am Königssee umgezogen waren.

Damit wird es im Rückkampf am Samstag, 2. Januar, in Bamberg (19.30 Uhr, Turnhalle in der Ohmstraße) für die KSVler nun ein ganz besonders schwieriges Unterfangen. Schwer wiegt die Hypothek des Ergebnisses in Berchtesgaden, doch viele Duelle stehen dann unter völlig neuen Vorzeichen. Auf jeden Falle wollen die Bamberger ihren Fans und den sich in Sicherheit wiegenden Gästen einen heißen Tanz bieten.
Dabei hoffen die KSVler auf eine ähnlich stimmgewaltige Unterstützung, wie es die Berchtesgadener auf heimischer Matte erlebten.

Da die Menschenmenge an den Eingängen nicht abebbte, begann der Kampf in Berchtesgaden mit 20-minütiger Verspätung. Die Ringer beider Teams wurden dafür mit einer gigantischen Atmosphäre belohnt. Als ehemaliger langjähriger Bundesligist waren die Südbayern in der Favoritenrolle. Dabei hatten die KSV-Athleten nicht nur die stimmungsvolle Kulisse gegen sich, die ihr Team frenetisch anfeuerte. Gerade in den engen Duellen haderten die Bamberger mächtig mit den Entscheidungen des Kampfrichters und fühlten sich dabei wiederholt benachteiligt. So übersah dieser einen Schultersieg von Thomas Dehler, und dem Gegner von Lucian Diaconu gestattete er sechs Minuten "Rückwärtsgang" ohne dessen Passivität regeltechnisch zu ahnden.

Die Leidensfähigkeit der KSV-Fans wurde dann noch im Kampf von Christopher Kegel auf eine ganz besondere Probe gestellt, als sich dieser bei einer Griffaktion verletzte und für alle klar sichtbar anzeigte. Statt den Kampf zu unterbrechen, ignorierte der Mattenleiter dessen Handzeichen. Sein Kontrahent nahm dankend an und punktete mit mehreren Wertungen hintereinander entscheidend.

Der Umstand, dass die Bamberger mit Alexander Eibert und Benedikt Panzer kurzfristig auch noch auf zwei Leistungsträger verzichten mussten, machte die Sorgenfalten von KSV-Coach Jochen Engelhardt an diesem Tag perfekt.

Lukas Tomasczek (57 kg) verlor gegen Sebastian Hillebrand unglücklich mit 1:2 (1:0). Die Klasse bis 130 kg konnte der KSV nicht besetzen, so gingen hier die Punkte kampflos an Richard Dajka (5:0). Keine Chance ließ der ehemalige Bundesligaringer des KSV, Stoyko Rusev (61 kg) dem Berchtesgadener Wolfgang Heil (5:4). Anfänglich gut dagegen hielt Alexandr Gabriel (98 kg) gegen Hans Preinfalk, verlor aber schließlich auf Schulter (9:4). David Held (66 kg A) sprang, obwohl selbst durch eine Verletzung gehandicapt, für den ausgefallenen Benedikt Panzer ein, verlor aber gegen den starken Christoph Graßl (13:4). Jan Wagner (86 kg B) fand gegen den aktiven Andreas Pfnür kein probates Mittel (17:4).

Gewohnt stark präsentierte sich Lucian Diaconu (86 kg A) gegen Marius Mackamul und holte einen 5:0-Punktsieg (17:6). Eine Verletzung von Christopher Kegel (66 kg B) nahm Benedikt Graßl dankend an und sorgte für die schnelle Entscheidung (21:6). Thomas Dehler (75 kg B) stellte Alexander Petersen mit einer technisch perfekt ausgeführten Schleuder in die Brücke. Obwohl der Gastgeber mit beiden Schultern die Matte touchierte, wurde der Kampf fortgesetzt. Eine kleine Unachtsamkeit des KSVlers nutzte Petersen dann seinerseits und sorgte damit dann für ein umgedrehtes Ergebnis (25:6). Sebastian Ulitzka (75 kg A) vertrat den erkrankten Alexander Eibert und war dabei gegen den erfahrenen Andreas Hillebrand letztlich ohne Siegeschance (29:6).