Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Stefan Klerner war eine Erlösung: Für die SpVgg Bayern Hof, die nach einer Roten Karte 50 Minuten lang noch hinterherlief. Aber auch für die Zuschauer und die Akteure auf dem Rasen, die dem Schmuddelwetter am Samstagabend ausgesetzt waren. Am Ende überwog bei den Domreitern die Freude. Über den Einzug in die erste Hauptrunde des TotoPokals und einen dominanten Auftritt.

Mit Maske zum eigenen Sitzplatz

Mehr als zehn Monate lag das letzte Heimspiel des FC Eintracht vor Zuschauern zurück. Groß war die Vorfreude bei den Verantwortlichen, aber auch der Arbeitsaufwand, um Zuschauer im Fuchsparkstadion begrüßen zu dürfen. Eintrittskarten gab es im Vorverkauf sowie online. Bis zum Anpfiff war der Kartenkauf auch per Handy möglich. "Wir haben 150 Tickets im Vorfeld abgesetzt und die Plätze auf der Tribüne zugewiesen. Trotzdem müssen wir überlegen, ob das den Aufwand wert ist", sagte FCE-Vorstand Sascha Dorsch.

Die 214 Zuschauer auf der trockenen Tribüne sahen ein Bamberger Team, dessen Gesicht sich verändert hat: Felix Popp ist nach mehr als einem Jahr Verletzungspause ins Abwehrzentrum zurückgekehrt. Neben ihm verteidigt mit Moritz Kaube ein spielstarker Youngster. "Moritz antizipiert sehr gut, er ist ein echter Gewinn für uns", sagt FCE-Trainer Michael Hutzler. Den rechten Flügel besetzt Timo Strohmer (kam aus Buckenhofen), im Sturm spielt mit Jakob Tranziska ein weiteres Eigengewächs.

Verzichten musste der FCE gegen Hof auf den verletzten Armend Elshani, und Marco Schmitt war beruflich verhindert. Hinzu kam Simon Kollmer, der sich beim Warmmachen eine Zerrung zuzog. Für Kollmer begann Steffen Müller - und besorgte in der 24. Minute die Führung: Eine Freistoßflanke von Lukas Schmittschmitt verwertete der frei stehende Müller per Flugkopfball zum 1:0 (24.). Bis dahin gestaltete sich die Partie relativ zäh. Die offensiv harmlosen Hofer standen tief und setzten auf Umschaltsituationen, Bamberg hatte mehr Spielanteile, tat sich aber schwer. Umso überraschender glichen die Gäste aus: Eine Flanke aus dem rechten Halbfeld rutschte an den linken Pfosten durch, Emre Mal legte quer - und Tom Feulner grätschte den Ball ins Tor (28.).

Der FC Eintracht erhöhte nun die Schlagzahl. Zunächst vergab Strohmer nach starker Vorarbeit von Tobias Linz (31.). Resultierend aus einer Freistoßflanke von Schmittschmitt zappelte der Ball dann doch im Tor: Hof klärte zu kurz, Strohmer machte den Ball wieder scharf und Tranziska staubte zum 2:1 ab (41.).

Kurz darauf war Tranziska frei durch, wurde jedoch von Fabian Krantz gefoult. Schiedsrichter Klerner ahndete die Notbremse des Hofer Verteidigers mit der Roten Karte. Den fälligen Freistoß hob Schmittschmitt gefühlvoll über die Mauer, Gästekeeper Nico Preißler schaute nur hinterher und sah, wie sich der Ball ins Tor senkte (44.).

Die letzten Zweifel am verdienten Heimsieg beseitigte Schmittschmitt: Nachdem Robin Renner im Hofer Strafraum von Simon Kasper umgestoßen wurde, verwandelte der Linksaußen flach zum 4:1 (64.). Anschließend verpasste der FCE einen höheren Sieg. "Wir wollten heute unbedingt gewinnen und im Wettbewerb bleiben. Ich bin zufrieden", bilanzierte Hutzler.

Getrübt wurde seine Laune jedoch durch eine weitere Verletzung: Kurz vor Schluss humpelte Tobias Ulbricht vom Platz. Der Stürmer dürfte wie auch Marc Reischmann im Heimspiel am Einheitsfeiertag gegen Abtswind fehlen.