Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat die Zulassungsvoraussetzungen für die neue Regionalliga Bayern (vierte Liga) mitgeteilt. Alle Vereine, die sich für das bayerische Amateuroberhaus qualifizieren können, erhielten einen Ordner mit den Bewerbungsunterlagen zugesandt. Neben den Bayernligisten FC Eintracht Bamberg 2010, VfL Frohnlach und SpVgg Bayern Hof sind dies aus Oberfranken auch die bestplatzierten Teams der Landesligen, unter anderen die SpVgg Bayreuth (4.), der FC Trogen (6.), die DJK Bamberg (7.) und der ASV Hollfeld (8.).
Wer in die neue Regionalliga Bayern will, auf den wartet noch jede Menge Arbeit. Denn der BFV hat den Kandidaten einen dicken Anforderungskatalog zugeschickt. Zuallererst muss jede Mannschaft einen Trainer mit A-Lizenz vorweisen. Außerdem sind Beauftragte für die Bereiche Medien, Doping und Fans zu benennen. Die Stadionkapazität in der Regionalliga beträgt mindestens 2500 Plätze, davon 100 überdachte Sitze und 200 für Gäste. Spiele mit erhöhtem Risiko erfordern eine räumliche Trennung der heimischen Fans von denen der Gäste, eine Einzäunung des Blocks zum Spielfeld, eigene Toiletten, Verpflegungsmöglichkeiten und separate Zugänge.
Für die Regionalliga Bayern gelten auch besondere Medienrichtlinien. So müssen Journalisten mit Videoproduktionsauftrag eine "Jahresakkreditierung Video" beim BFV beantragen. Diese wird nur erteilt, wenn das jeweilige Medium die Aufnahmen dem BFV für dessen Videoportal "BFV.TV" zur Verfügung stellt. Ansonsten muss der Medienbeauftragte des Heimvereins dem jeweiligen Journalisten den Zutritt zum Stadion untersagen. Und der BFV kassiert in der Regionalliga Bayern kräftig mit. Denn jeder Verein muss pro Saison eine Produktionsbeteiligung für das verbandseigene Internet-Fernsehen "BFV.TV" in Höhe von 1500 Euro entrichten.
Und auch an den Zuschauergeldern will der BFV beteiligt sein. So müssen fünf Prozent aller Einnahmen, mindestens aber 250 Euro pro Heimspiel, an den Verband abgeführt werden. Die Kosten für den Schiedsrichter betragen 200 Euro pro Partie, pro Assistent werden 100 Euro fällig, und für den Beobachter 30 Euro zuzüglich Fahrtkosten. Beim offiziellen Eröffnungsspiel der Regionalliga Bayern will der BFV über alle Werbeflächen im Stadion frei verfügen. Der BFV nimmt sich zudem das Recht heraus, alle anderen Werbeflächen mit Sponsoren des Heimvereins abzudecken.
Weitere Auflagen erfüllen muss, wer fit sein will für die Regionalliga Bayern, die in der Saison 2012/13 Premiere feiert. Dabei sein will der FC Eintracht Bamberg 2010. Wir haben dazu den FCE-Vorsitzenden Mathias Zeck befragt.

Frage: Geschäftsstelle, Medien-, Internet-, Fan-, Anti-Doping-Beauftragte und viele Positionen mehr - der BFV verlangt bei den künftigen Regionalligisten feste Ansprechpartner und regelt deren teils umfangreichen Aufgaben bis ins Detail. Hat der FCE das Personal, um den Anforderungen gerecht zu werden?
Antwort: Uns breiter aufzustellen im organisatorischen Bereich, ist eine der Hauptaufgaben für die Regionalliga, allerdings ist dies unser erklärtes Ziel unabhängig von der Spielklasse. Denn hier haben wir Nachholbedarf, was der Aufbauarbeit der ersten 18 Monate geschuldet ist. Bereits im Oktober haben wir hier begonnen, Gespräche zu führen. Und so wollen wir auch in Zukunft mit verschiedenen Universitäten zusammenarbeiten, gerade im Bereich Sport-Management. Jedoch wird es in absehbarer Zeit sicherlich keine hauptamtlichen Mitarbeiter geben, da hierfür die wirtschaftliche Basis im Moment nicht vorhanden ist. Unser Motto lautet auch in der Regionalliga: Keine finanziellen Abenteuer für kurzfristigen sportlichen Erfolg. Wir müssen als Verein in der Gesamtheit wachsen, das heißt, Etat plus 20 Prozent, mehr Mitglieder als die rund 600 derzeit, nämlich 1000, und mehr Zuschauer. Wir wollen in der neuen Saison einen Schnitt von 750 erreichen.

Frage: Regionalliga-Teilnehmer müssen von einem Trainer mit A-Lizenz trainiert werden.
Antwort: Diese Auflage erfüllen wir ja. Wir sind mit der Arbeit von Christoph Starke und Bernd Eigner sehr zufrieden und hoffen, auch für die Zukunft eine gemeinsame Basis vereinbaren zu können. Wir setzen auf eine Bamberger Mannschaft mit Spielern und Talenten aus der Region. Unsere Hauptaufgabe ist derzeit, einen neuen sportlichen Leiter und Nachfolger von Markus Grasser zu finden. Dies hat absoluten Vorrang, um ein ganzheitliches Konzept auch für den Jugendbereich zu entwickeln und umzusetzen. Diese Position muss bis zur neuen Saison wieder besetzt sein.

Frage: Der Verein hat eine Produktionsbeteiligung für ,BFV.TV‘ in Höhe von 1500 Euro pro Saison zu entrichten. Fünf Prozent der Zuschauereinnahmen, mindestens aber 250 Euro pro Heimspiel, müssen an den BFV entrichtet werden. Das Schiedsrichtergespann kostet jedes Mal mindestens 600 Euro. Über den Daumen kommen da schon 1000 Euro pro Heimspiel zusammen. Plus Stadionmiete, Wachdienst, WC-Miete... Werden die Heimspiele nicht zum Draufzahlgeschäft für den FCE?
Antwort: Die Mehrkosten betragen im Normalfall 10 000 Euro pro Saison, und das halten wir für machbar. Sollten allerdings unsere treuen Sponsoren und die Zuschauer die Regionalliga nicht akzeptieren, werden wir uns auch nicht scheuen, einen Schritt zurück zu machen. Denn der FC Eintracht 2010 hat aufgrund der Geschichte seiner Vorgänger hier keinen Zentimeter Platz für Experimente. Ziel ist eine Steigerung des Etats auf 400 000 Euro im ersten Jahr und ein Zuschauerschnitt von 750 Fans. Das ist bei der Attraktivität der Liga zu schaffen.

Frage: Mit dem modernen Fuchs-Park-Stadion haben Sie doch immerhin eine Sorge weniger im Vergleich zu vielen anderen Regionalliga-Kandidaten.
Antwort: Trotzdem müssen wir auf diesem Gebiet mit der Stadt Bamberg eine Lösung finden. Denn die so genannten Sicherheitsspiele in der laufenden Saison haben bereits die Kosten explodieren lassen. Auch gibt es noch die Notwendigkeit für gewisse Infrastrukturmaßnahmen wie Toiletten oder Verpflegungsstände auf der Gegengerade und im Gästeblock. Aber ich bin mir sicher, dass es hier vertrauensvolle Gespräche mit dem Ziel einer Zusammenarbeit geben wird. Die Stadt und Frau Fuchs als Gönnerin haben schon viel getan, so dass es an diesen letzten Kleinigkeiten nicht scheitern sollte. Wir möchten und müssen aber auch noch Gespräche mit der Leichtathletikgemeinschaft führen, die ja ebenfalls das Stadion für ihren Sport nutzt, bezüglich des Spieltages Freitag. Denn dieser ist in der Regionalliga ein Regelspieltag.

Frage: Ein Regionalligist muss eine zweite Herren-Mannschaft im Spielbetrieb vorweisen, ansonsten drohen Strafgelder und im Wiederholungsfall der Zwangsabstieg bzw. der Verlust des Aufstiegsrechts.
Antwort: Wir haben eine zweite Mannschaft, die zukünftig auch mit jungen Talenten wieder nach oben geführt werden soll. Alleine schon, um unseren Talenten in der B- und C-Jugend eine mittelfristige Perspektive unabhängig von der Regionalliga zu geben. Es war wohl ein Fehler, nach der Insolvenz die Landesliga-Mannschaft abzumelden, aber die Kosten und der Zeitdruck haben uns hier zu einer falschen Entscheidung gezwungen.