Wie so oft in den letzten acht Jahren betritt der ASV Hollfeld auch in dieser Saison völliges Neuland. Am heutigen Samstag (17 Uhr) starten die Schützlinge von Trainer Mario Herrmannsdörfer gegen den ASV Neumarkt in ihre erste Saison in der Fußball-Bayernliga. Sie spielen damit innerhalb von acht Jahren zum sechsten Mal in einer anderen und höheren Liga.
Nach einem Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Landesliga, zu der der ASV vier Jahre gehörte, ist es nun die fünfthöchste deutsche Liga, in der die Hollfelder an den Start gehen. Der ASV Neumarkt kommt aus der Landesliga Mitte. Die heimstarken Oberpfälzer belegten dort mit 55 Punkten Rang 7. In der Ferne klappte es mit 18 Punkten nicht immer ganz so gut. ASV-Coach Herrmannsdörfer hat die Neumarkter jüngst bei ihrem 2:1 im Pokal beim FC Schwarzenfeld beobachtet: "Das ist eine junge und technisch versierte Mannschaft, mit erfahrenen Spielern in der Defensive und zwei brandgefährlichen Stürmern. Auffällig war auch, dass die Neumarkter stets versuchen, die Dinge spielerisch zu lösen." Dennoch ist ihm vor der Aufgabe nicht Bange. "Das Team hat natürlich auch Schwächen, die wir nutzen wollen. Mit unserem hervorragendem Publikum im Rücken wollen wir unsere Auftaktpartie selbstverständlich gewinnen. Solche Fans, wie sie der ASV Hollfeld in den letzen Jahren hatte, sind auch in der Bayernliga beileibe nicht selbstverständlich."
Die Hollfelder freuen sich auf ihren ersten Bayernliga-Auftritt. "Die Stimmung in der Truppe ist hervorragend. Alle sind ganz heiß auf die neue Erfahrung. Da muss man schon fast ein wenig aufpassen, dass die Jungs nicht überdrehen", berichtet Herrmannsdörfer. In dieser Woche arbeitete der ASV-Trainer vor allem an der Spritzigkeit seiner Jungs.. Ansonsten sieht er sein Team topfit und bestens vorbereitet für den Auftakt. Beim ASV Neumarkt steht mit Erich Hock ein Trainer-Urgestein mit viel Erfahrung. So trifft der mit 71 Jahren älteste Trainer der Liga auf den jüngsten Bayernliga-Coach. Herrmannsdörfer ist vor drei Wochen 32 Jahre alt geworden.
Nach wie vor stehen Marco Hillemeier, der sich zumindest wieder im Training befindet, und Daniel Heißenstein, der in der kommenden Woche wieder einsteigen wird, nicht zur Verfügung. Ausfallen wird aus beruflichen Gründen auch Johannes Eberlein, der gesetzt gewesen wäre. Trotzdem ist Herrmannsdörfer sehr zufrieden mit dem ihm zur Verfügung stehenden Kader, zumal er in zwei, drei Wochen, soweit sich kein weiterer Akteur verletzt, aus dem Vollen schöpfen kann.
ASV Hollfeld: Lang, Wächter - A. Fuchs, Goller, Gubitz, M. Schuberth, Wagner, Dießenbacher, Eberlein, M. Fuchs, Görtler, Hollfelder, Massak, Taschner, Jahrsdörfer, Schorn, P. Schubert, Sommerer


Sander in der Favoritenrolle


Mit einer englischen Woche startet die neue Fußball-Bayernliga Nord in die erste Saison. Mit dabei auch der SV Memmelsdorf, die DJK Bamberg und der ASV Hollfeld, die als Ziel den Klassenerhalt angegeben haben.
FC Sand - SV Memmelsdorf
Kein Unbekannter ist für den SV Memmelsdorf der erste Gegner. Die Mannschaft von FC-Trainer Erwin Albert, der mit den Sandern in die fünfte Saison geht, gehörte zu Landesliga-Zeiten zu den Teams, die um den Aufstieg in die Bayernliga mitspielten. In den letzten vier Spielzeiten stand der FCS am Ende nie schlechter als auf Rang 6. Nachdem die Hausherren ihr Ziel geschafft haben, wollen sie auch in der Bayernliga vorn mitspielen.
Punktuell verstärkt hat sich die Albert-Truppe mit Dinis Ribeiro (FC Eintracht Bamberg 2010), Florian Gundelsheimer (SV Pettstadt) und Alexander Reinhart (TSV Aubstadt). Sie scheinen den Sprung auf Anhieb geschafft zu haben, waren doch alle in den wichtigen Pokal-Spielen im Einsatz, darunter beim Sieg über den Regionalligisten FC Eintracht Bamberg 2010. Zurückgreifen kann der FC Sand nach wie vor auf seine Torjäger. Der 23-jährige Fabian Benkert brachte es letzte Saison auf 16 Tore; Mittelfeldmann Matthias Hoff (29) gelangen elf Treffer. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren sind die Unterfranken im besten Fußballalter.
Dass der SV Memmelsdorf, der als Fünfter den direkten Aufstieg schaffte, einen Sander Heimsieg verhindern will, versteht sich von selbst. Seine Abgänge konnte der SVM ausgleichen. Auch die Memmelsdorfer waren schon im Toto-Pokal unterwegs. Sie schalteten ihren Gastgeber SV Friesen aus, bevor sie sich mit dem 1:0 gegen den Liga-Konkurrenten ASV Hollfeld für die erste Hauptrunde auf Landesebene qualifizierten, genauso wie Sand. In der letzten Landesliga-Saison trennten sich die Kontrahenten zweimal 0:0.
Der Memmelsdorfer Trainer Mario Zukolo: "Der FC Sand hat spielstarke und technisch hervorragende Fußballer in seinen Reihen und hat sich gut verstärkt. Er spielt zudem zu Hause, so dass er schon als Favorit angesehen muss. Wir werden mit unseren jungen talentierten Spielern alles daransetzen, etwas mitzunehmen. In der Vorsaison gelang dies ja auch." Der SVM-Coach kann aber nicht aus dem Vollen schöpfen. Artur Boxler ist nach dem Pokalspiel gegen Hollfeld gesperrt. Mit Jens Horbelt und Stefan Herl (verletzt) fehlen wichtige Leute. Hinter dem Einsatz von Neuzugang Johannes Wolfs chmitt (Zerrung) steht noch ein Fragezeichen.
SV Memmelsdorf: Kundmüller (Schuster) - Hartmann, Schütz, Leim, Müller, Grasser, Jeromin, Menz, Saal, Schneider, Krüger, Großmann, Eck, Wolfschmitt (?), Markewitz


DJK Bamberg ist selbstbewusst


Bei einer Mannschaft, die zu den alten Hasen des Bayernliga-Fußballs zählt, ist der Aufsteiger DJK Don Bosco Bamberg am heutigen Samstag um 17 Uhr zu Gast. Der FSV Erlangen-Bruck spielte seit der Saison 2008/09 in der ungeteilten Bayernliga. Dies war die Zeit, in der Trainer Gerd Klaus die sportliche Verantwortung trug. Nun ist bei den Bruckern mit dem 38-jährigen Normann Wagner ein neuer Mann auf der Kommandobrücke, aber kein Unbekannter. Wagner betreute den FSV in der Landesliga Nord in der Saison 2006/07.
Die Mittelfranken schlossen die letzte Saison auf Platz 11 ab. Sie hatten die Möglichkeit, über die Relegation die Regionalliga Bayern zu erreichen. Darauf aber verzichteten die sportlich Verantwortlichen. Der Verein solle zunächst wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht werden, so ihr Statement. So gab es auch einen Umbruch im Kader: sieben Neuzugängen stehen 15 Abgänge gegenüber. Dennoch wird der neue Coach versuchen, die bisherige Stärke des Teams aufrechtzuerhalten. Mit nur 37 Gegentoren hatte Erlangen in der letzten Saison die weit wenigsten Einschläge der Mannschaften in der zweiten Tabellenhälfte.
Auf der anderen Seite geizten die Brucker schon mit eigenen Treffern. Von den Neuzugängen Felix Mellinghoff und Nuhi Sylemani, die in der Landesliga Mitte spielten, erhofft sich der Coach eine Verstärkung schon aufgrund ihrer Erfahrung. Der FSV startet also einen "Neuanfang" und hat durch einen ungefährdeten 4:0-Sieg beim TSV Neustadt/Aisch im Pokal das erste Erfolgserlebnis in einem Pflichtspiel hinter sich.
Ausgeschieden ist in diesem Wettbewerb die DJK Don Bosco Bamberg nach der 1:2-Niederlage beim Liga-Konkurrenten SpVgg Jahn Forchheim. Dies wird den neuen Coach der Bamberger, Heiner Dumpert nicht sonderlich ärgern. Sein Hauptaugenmerk gilt einem erfolgreichen Start in die Saison. Nur wenige Akteure haben sich von der DJK verabschiedet, so dass Dumpert auf ein eingespieltes Team zurückgreifen kann.
Erfreut ist der Trainer über die Rückkehr von Stefan Scharf vom SV 73 Süd Nürnberg. "Er ist für uns ein absoluter Gewinn", so der Coach. Auch von Neuzugang Alexander Eckert (SC Eltersdorf) als Defensiv-Allrounder hält der Trainer viel. Er ist aber im ersten Spiel nicht dabei, weil er sich im Abschlusstraining verletzt hat. Weiterhin fehlen Ultsch, Griebel und J. Wunder. Dumperts Meinung zum ersten Gegner: "Der FSV vollzieht zwar einen Umbruch, dieser scheint aber gelungen, wie die Pokalergebnisse zeigen. Dies schweißt zusammen und deshalb werden wir auf einen Gegner treffen, der heiß ist und die ersten Punkte einfahren will. Dies gilt natürlich auch für uns, wir wollen so schnell wie möglich zu punkten. Klar, dass das keine leichte Aufgabe wird, zumal die Brucker schon noch genügend gestandene Fußballer mit Bayernliga-Erfahrung in ihren Reihen haben. Unsere Vorbereitung ist sehr konzentriert gelaufen und wir gehen selbstbewusst in die Partie, doch Auftaktspiele haben ihre eigenen Gesetze."
DJK Don Bosco Bamberg: Ullein, Nawrat - Leicht, N. Wunder, Jessen, Kraus, Kropf, Krause, Fleischmann, Makrigiannis, Hoffmann, Jäger, Dull, Reißner, Scharf, Schmoll, Endres