Die Wochen im Leben von Jonas Cron sind derzeit eng getaktet: Die Werktage verbringt der Spielertrainer der SpVgg Lauter seit seinem im September angelaufenen Referendariat am Berufsschulzen-trum Lauf in seiner neuen Heimat Nürnberg, während er an den Wochenenden um den Klassenerhalt in der Kreisliga kämpft. Eingeplant war das Pendlerleben nicht, denn nach Abschluss seines Studiums im Februar hatte der 27-Jährige mit Blick auf seine berufliche Zukunft den Verantwortlichen in Lauter seinen Abschied zum Saisonende mitgeteilt. In Dinis Ribeiro vom TSV Kirchaich hatte der Aufsteiger bereits einen Nachfolger gefunden, ehe die Corona-Pandemie den Wechsel zunächst auf Eis legte. Weil Ribeiro erst nach der aktuellen Spielzeit zur Verfügung stehen wird, entschied sich der angehende Berufsschullehrer für ein weiteres Engagement bis Saisonende. "Ich habe meinen Verbleib unter der Voraussetzung zugesagt, dass ich Un- terstützung an der Seitenlinie bekomme." Diese stellte der Verein mit Philipp Zellmann, der als spielender Co-Trainer den Trainingsbetrieb unter der Woche übernimmt. "Optimal ist diese Lösung nicht, gemessen an der momentanen Situation funktioniert sie aber gut."

Dass Jonas Cron unter ungewöhnlichen Umständen Verantwortung trägt, ist in Lauter nichts Neues: 2016/17 übernahm er mit nur 23 Jahren als Spielertrainer, aber Erfahrungen als Übungsleiter hatte er bis dahin nur im Jugendbereich. "Da musste ich erst einmal schlucken", erinnert sich Cron: "Ich habe meine Mitspieler gefragt, ob sie mich überhaupt als neuen Coach akzeptieren würden - am Ende standen alle hinter mir." Das Vertrauen zahlte er nicht zuletzt mit dem Kreisliga-Aufstieg in der vergangenen Runde zurück. Auch die vier Spielzeiten als Spielertrainer haben seine Entwicklung positiv beeinflusst: "Sowohl was meine Qualitäten als Anführer als auch mein taktisches Fachwissen angeht, konnte ich eine Menge lernen. Für diese Chance bin ich der SpVgg sehr dankbar." Auch wenn für Cron im nächsten Frühjahr die Tätigkeit als Trainer fürs Erste endet, ist er sich sicher, dass er nach seinem Berufseinstieg an die Seitenlinie zurückkehren wird: "Ich weiß, dass ich es vermissen werde. Das Trainersein macht mir einfach extrem Spaß."

Bevor es so weit ist, möchte er mit seiner Mannschaft den Ligaverbleib feiern - ein Unterfangen, das nach der schmerzhaften Niederlage gegen Würgau vor zwei Wochen nicht leichter wird. "Wir haben in der zweiten Hälfte komplett den Faden verloren und so unseren Zwei-Tore-Vorsprung noch verspielt", ärgert sich Cron über die Partie, die symptomatisch für viele Spiele in der Saison stehe: "Unser Team bringt kaum Kreisliga-Erfahrung mit und zahlt viel Lehrgeld. Wir können uns mit jedem messen, sind aber oftmals noch zu grün hinter den Ohren."

Die Spiele des 24. Spieltags

Mit der SpVgg Stegaurach wartet am Sonntag (15 Uhr) ein absolutes Spitzenteam auf die SpVgg Lauter, der Tabellen-14. geht aber selbstbewusst an die Aufgabe heran. "Es wird brutal schwer, aber mit einem guten Mix aus Defensive und Offensive können wir Zählbares mitnehmen", sagt Cron - und blickt auf die weiteren Spiele des 24. Spieltags voraus.

SV Dörfleins (16.) -SpVgg Mühlhausen (12.) Beide Teams mussten nach Erfolgen zum Auftakt zwei Niederlagen hinnehmen. Gerade für den Tabellenletzten aus Dörfleins ist eine Rückkehr in die Erfolgsspur Pflicht, möchte er seine Chancen auf den Relegationsplatz 13 noch wahren. "Der SV spielt mit der Pistole auf der Brust. Sie müssen gewinnen und werden alles mobilisieren - ich tippe auf einen knappen 2:1-Heimerfolg", setzt Cron auf einen Lauterer Konkurrenten im Abstiegskampf.

TSV Hirschaid (4.) -SV Zapfendorf (8.) Spielertrainer Daniel Schäffler und sein TSV Hirschaid sind 2020 noch ohne Punktverlust - gut möglich, dass das auch nach der Partie gegen Zapfendorf so bleibt: Der SV und Neu-Coach Roland Strohmer sind immer noch auf der Suche nach ihrer Form seit dem Wiederbeginn. "Hirschaid macht auf mich einen gefestigten Eindruck: Sie verfolgen einen klaren Spielplan, alle Abläufe wirken einstudiert. Gegen einen kämpferisch starken SV wird es zu einem 3:2-Sieg reichen", so Cron.

Ober-/Unterharnsbach (6.) - SC Kemmern (7.) Es war wohl die größte Überraschung des vergangenen Spieltags: Nach früher 2:0-Führung in Pettstadt musste der SV noch eine herbe 3:7-Klatsche hinnehmen. Am Sonntag wartet mit Kemmern eines der heißesten Teams der Liga: Zehn Punkte nach vier Spielen stehen für den SC seit Saisonfortsetzung zu Buche. "Harnsbach will und muss Wiedergutmachung betreiben, doch auch Kemmern kann sich nach dem knappen Erfolg gegen Mühlhausen noch steigern - 2:2-Unentschieden", tippt Cron.

FSV Unterleiterbach (9.) - DJK Tütschengereuth (3.) Nach langer Zeit musste die DJK den zweiten Platz abgeben und die SpVgg Stegaurach ziehen lassen. Mit nur vier Zählern aus den letzten drei Begegnungen und großen Verletzungssorgen geht es nun zum FSV, der sich beim Remis gegen Zapfendorf unter der Woche gerade im zweiten Abschnitt stark präsentierte. Cron geht dennoch von einem eindeutigen Spielverlauf aus: "Die DJK ist eine geschlossene Mannschaft mit großen defensiven Qualitäten - ein souveränes 2:0 für Tütschengereuth."

SC Reichmannsdorf (10.) -SpVgg Rattelsdorf (1.) Der Spitzenreiter aus Rattelsdorf konnte beim 3:1 gegen Unterleiterbach zwar den ersten Dreier seit der Fortsetzung einfahren, spürt jedoch allmählich den Atem der Verfolger aus Stegaurach, die fünf Punkte Rückstand bei drei Partien weniger haben. Der Besuch in Reichmannsdorf verspricht laut Cron ein hochklassiges Duell: "Für mich treffen hier die zwei spielstärksten Mannschaften der Liga aufeinander. Der SC wird sich langfristig für höhere Aufgaben beweisen, hat im Moment aber noch das Nachsehen - 1:3."

SV Würgau (15.) - FC Strullendorf (13.) Auch dieser Spieltag kommt nicht ohne einen Kracher im Abstiegskampf aus: Zwei Wochen nach dem so wichtigen 3:2 gegen Lauter möchte Würgau den nächsten Schritt in Richtung Klassenverbleib machen. Der Gegner wartet seit über einem Jahr auf den nächsten Pflichtspielerfolg - und geht es nach Cron, wird das auch nach dem Abpfiff am Sonntag der Fall sein: "Ich bin überrascht, dass sich der FC in der Kreisliga so schwer zurechtfindet. Würgau wird über den Kampf kommen, zum Sieg reicht es aber nicht - 2:2."

ASV Sassanfahrt (5.) -SV Pettstadt (11.) Der erste Erfolg des Jahres hatte es in sich: Mit 7:3 schoss Pettstadt die Harnsbacher ab und konnte sich so wieder ein Polster von fünf Zählern zum Relegationsplatz erspielen. Nun geht es für die Mannen von Manfred Schmitt zum Derby nach Sassanfahrt, wo der ASV weiterhin seinem personellen Aderlass trotzt und nach der Zwangspause noch ungeschlagen ist. "Pettstadt ist immer noch nicht seine Abstiegssorgen los und benötigt noch ein paar Punkte. Ich rechne mit einem 1:1", glaubt Cron an eine Punkteteilung.