Hans-Jürgen Heidenreich musste nach der 0:3 (0:1)-Niederlage des FC Eintracht Bamberg in der Fußball-Regionalliga Bayern gestern Abend beim FC Memmingen erst einmal um Worte ringen. "Wir waren über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft", lautete kopfschüttelnd das erste Statement des Trainers. Klingt angesichts des klaren Ergebnisses komisch, ist aber so.

Memmingen erzielte ein frühes Tor in der ersten Halbzeit und einen schnellen Treffer gleich nach der Pause. Damit war die Begegnung vor 545 Zuschauern in der schmucken Arena im Allgäu quasi entschieden. Am Sonntagsschuss von Dennis Vatany (5. Minute) gab es für FCE-Torhüter Mario Aller nichts zu halten. Aus 20 Metern senkte sich der Ball genau in den Winkel. Kurz zuvor hatte Sebastian Bonfert schon den Ball knapp neben den Pfosten gesetzt.



Aber damit war die Herrlichkeit der Memminger erst einmal vorbei.
Die nächsten Chancen gehörten klar den Gästen, einmal mit gütiger Mithilfe der FCM-Abwehr, als sich ein verunglückter Klärungsversuch von Verteidiger Sebastian Schmeiser beinahe ins eigene Tor gesenkt hätte. Memmingens Schlussmann Martin Gruber hatte gerade noch die Fingerspitzen dran, als Markus Fischer aus 30 Metern wuchtig abzog (10.). Bamberg nahm klar das Heft in den Hand, und Torjäger Nicolas Görtler hatte in der 32. Minute nach einer Fischer-Flanke erneut den Ausgleich auf den Schlappen.

Die Abwehr pennt
Und dann griff wieder einmal die alte Fußballweisheit: Wer seine Möglichkeiten nicht nutzt, wird eben bestraft. Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte nämlich erneut der FC Memmingen. Nach einem Einwurf "pennte" die Bamberger Abwehr komplett, wie es Heidenreich ausdrückte. Bonfert scheiterte mit dem Versuch eines Lupfers zunächst an Aller, war aber eiskalt beim Nachschuss.

Auch nach dem 0:2 steckten die Gäste nicht auf, reklamierten nach einem Rempler von FCM-Kapitän Harald Holzapfel gegen Nicolas Görtler lautstark einen Elfmeter, aber der Pfiff von "Schiri" Karl Valentin blieb aus (57.). In der Schlussphase wechselten beide Teams noch durch, wobei angesichts vieler Ausfälle bei nur drei Feldspielern auf der Bank Heidenreichs Alternativen rar gesät waren. "Zwei Unkonzentriertheiten und ein Sonntagsschuss haben heute zur Niederlage geführt", haderte er noch lange. Dabei wollte er Revanche für die 1:4-Hinspielschlappe nehmen und diesmal keine Gastgeschenke verteilen. Memmingen setzte in der Nachspielzeit durch Matthias Jocham sogar noch einen dritten Treffer drauf, schoss sich nach vier Spielen ohne Sieg aus der Mini-Krise und zog mit Bamberg nach Punkten im Niemandsland der Tabelle gleich. Der FCE ist im Gegenzug selbst nun seit vier Partien ohne Dreier. Nach unten dürften beide Teams sicher keine Probleme mehr bekommen. Allerdings waren auf beiden Seiten die Ansprüche doch etwas höher gesteckt.