Bamberg
Fußball

FC Eintracht Bamberg nimmt in Coburg den Kampf an

Die Bamberger gewinnen beim FC Coburg mit 3:1 und blieben im Titelrennen auf Kurs.
Der Bamberger Robin Renner (links) und der Coburger Tevin McCullough kämpfen um den Ball; Tobias Ulbricht (hinten) vom FCE lauert. Foto: Hagen Lehmann
Der Bamberger Robin Renner (links) und der Coburger Tevin McCullough kämpfen um den Ball; Tobias Ulbricht (hinten) vom FCE lauert. Foto: Hagen Lehmann

In einem fußballerisch ansprechenden, für beide Seiten existenziellen Oberfrankenderby der Landesliga Nordost hat sich der Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg beim FC Coburg (15.) mit 3:1 (2:1) durchgesetzt. Aufgrund des leichteren Restprogramms der drei Titelaspiranten gegen den Vorletzten SpVgg Selbitz und beim Drittletzten Baiersdorfer SV dürfte den Bambergern die Pole-Position kaum noch zu nehmen sein.

Für die Coburger bleibt die Ausgangsposition im Zweikampf mit dem SC Großschwarzenlohe um das Erreichen des Nicht-Abstiegsplatzes 14 sehr ernst. Einer dieser beiden Konkurrenten schlittert in die Abstiegsrelegation. Der FCC muss in den beiden verbleibenden Schicksalsspielen am kommenden Samstag in Großschwarzenlohe und am Samstag, 18. Mai, zum Abschluss der Punkterunde im Nachbarduell gegen den FC Lichtenfels vor allem offensiv einen Gang zulegen, um den Kopf ohne Nachsitzen aus der Schlinge zu ziehen. Der Auftritt der Schützlinge von Lars Scheler gegen Bamberg sollte diesbezüglich Mut machen.

Unmittelbar nach dem Anpfiff des umsichtigen Schiedsrichters Manuel Steigerwald aus Karlstadt am Main wirkte die gegnerische Defensivabteilung noch unsortiert. Nach einem Pass in die Tiefe steuerte Tevin McCullough ohne Gegenwehr auf Keeper Fabian Dellermann zu, doch dieser verkürzte geschickt den Winkel und verhinderte Unheil.

Nach diesem Weckruf fanden die Gäste rasch ihren Rhythmus und erarbeiteten sich durch die reifere Spielanlage, schnelle Attacken über die Außenbahnen und scharfe Eingaben in den gegnerischen Strafraum Vorteile. Ihre exzellenten Spitzen Maximilian Großmann und Tobias Ulbricht, die sich im bisherigen Saisonverlauf zusammen für 41 Treffer verantwortlich zeichneten, stellten den fehlerlosen Heimtorwart Oleksandr Churilov und seine bravourös kämpfenden Vorderleute vor eine Reihe von harten Prüfungen.

Zwei gute Chancen zur Führung

Auf der Gegenseite hatte Ricardo König bei Konterattacken zweimal die Gelegenheit zur Führung. Erst scheiterte er nach einer verunglückten Kopfball-Abwehr eines Widersachers aus kurzer Distanz, wenig später umkurvte er nach einem Anspiel von Leonhard Scheler Dellermann, spitzelte das Leder aber haarscharf am Pfosten vorbei.

Das 0:1 fiel in einer Phase, als niemand damit rechnete. Als Marco Schmitt von rechts in die Schnittstelle der Coburger Viererkette passte, fehlte die Zuordnung. Robin Renner (25.) vollendete mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern. Die Bamberger blieben am Drücker. Beim 0:2 profitierte der Schütze Gabriel Jessen (38.) von einem Stockfehler der Hausherren. Aus nächster Distanz stocherte er den Ball ins lange Eck.

Ausgerechnet König verkürzt

Mit ihrer besten Kombination im gesamten Spiel über Adrian Guhling und Sertan Sener als finale Passgeber brachten sich die Coburger zurück ins Spiel. Youngster Ricardo König (45.) bereitete sich mit seinem Einschlag zum 1:2 das schönste Geschenk zum 19. Geburtstag.

Die Pausenpredigt des Eintracht-Coaches Michael Hutzler muss heftig ausgefallen sein. Fortan verwaltete seine Truppe den Vorsprung, ging weniger Risiko ein und schlug dann eiskalt zu. Großmann wurde zunächst abgeblockt, den zweiten Ball verwertete Ulbricht (58.) trotz Bedrängnis gefühlvoll zum 1:3. Coburg schien dadurch vorübergehend den Glauben an eine Wende verloren zu haben. Jessen und Ulbricht schafften es aber nicht, bei 100-prozentigen Chancen den Sack zu schließen.

Sams Kopfball zischt vorbei

Der Schlussspurt des FCC war nicht von Erfolg gekrönt. Ein Kopfstoß von Daniel Sam aus fünf Metern zischte über die Querlatte. Ein 25-Meter-Geschoss von Rene Knie parierte Dellermann mit einem super Reflex. Lars Scheler, der Trainer des FC Coburg, erklärte: "In der ersten Halbzeit hielten wir gut mit, verlangten den Bambergern alles ab, erzielten aber trotz weiterer Gelegenheiten nur ein Tor. Danach hatten wir mit dem hohen gegnerischen Tempo Schwierigkeiten. Mit dem Auftreten meiner Jungs bin ich zufrieden. Wir haben es weiter in der Hand, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen."

Sein Bamberger Kollege Michael Hutzler analysierte: "Bereits nach zehn Sekunden hatten wir ein Riesenproblem. Anschließend bekamen wir das Spiel in Griff. Das Anschlusstor tat uns mega-weh. In Durchgang 2 haben wir uns vorgenommen, den Kampf anzunehmen und haben hinten wenig zugelassen, was wichtig war. Auf Kunstrasen kannst du auch mit einer Führung im Rücken nicht relaxed aufspielen. Ich wünsche dem FC Coburg Glück im Überlebenskampf."