Die Bewerbung dafür lief schon lange Zeit und als Alexander Spath im vergangenen Winter die Zusage bekam, konnte er nicht ablehnen: Es ging um eine Stelle als Lehrer in Südafrika, die der 43-Jährige vor einem Jahr annahm. Seither lebt er zusammen mit seiner Familie auf dem schwarzen Kontinent. Für diesen Traum gab der einstige Bayernliga-Spieler der SpVgg Stegaurach seine Trainerstelle beim 1. FC Burk auf.

Vor etwa einem Jahr packte die Familie Spath ihre Siebensachen und machte sich auf die Reise nach Südafrika. Alexander Spath nahm dort einen Auslands-Schuldienst an. "Ich wohne und arbeite nun schon seit einem Jahr in der Hauptstadt Südafrikas, in Pretoria, die auch den Namen Tswane trägt. Die Stadt liegt gleich neben Johannesburg und bietet gerade für Europäer ein sehr angenehmes Klima", sagt Spath. "Die Eindrücke sind hier so vielfältig, dass man sie mit wenigen Worten kaum beschreiben kann. Ein großer Unterschied ist das angenehme Klima, das einem selbst im Winter, welcher in Südafrika von Juni bis August dauert, tagsüber Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad beschert. Außerdem muss man sich daran gewöhnen, Weihnachten im Hochsommer zu feiern."

Für die neue Heimat hat Spath auch in punkto Fußball seine Zelte in Deutschland abgebrochen. Er spielte unter anderem für Strullendorf, den 1. FC Bamberg, die SpVgg Stegaurach und den SV Memmelsdorf. Später war er als Aufstiegstrainer des SC Heiligenstadt erfolgreich. Zuletzt gelangte er über den SV Merkendorf und den SV Memmelsdorf zum 1. FC Burk. "Natürlich verfolge ich das Geschehen im heimischen Fußball von Afrika aus. Das deutsche Fernsehen, das ich hier empfangen kann, und mein Abo bei anpfiff.info helfen mir dabei. Zudem kann man per Whatsapp, Skype und Facebook heutzutage selbst über eine Entfernung von 9000 Kilometern problemlos mit Familie und Freunden in der Heimat in Kontakt bleiben."

Genügend Freizeit, um die deutschen Tugenden auch den afrikanischen Fußballern beizubringen, hat Spath vorerst nicht. Mit seinem Job hat er alle Hände voll zu tun: "Momentan habe ich nicht die Zeit neben der Arbeit an der Schule, die noch zeitintensiver ist als in Deutschland, eine Fußballmannschaft zu trainieren - wenngleich es Bedarf und Möglichkeiten gäbe. Ich spiele vielmehr selbst wieder regelmäßig Fußball, Tennis und Squash, um mich fit zu halten."


Zukunft als Jugendtrainer?

Doch für die Zukunft könnte sich der Franke vorstellen, irgendwo in Südafrika in die Jugendarbeit einzusteigen, sollte er arbeitstechnisch Zeit dafür aufbringen können. Das Arbeiten an der DSP (Deutsche Schule Pretoria) ist für Alexander Spath anstrengend, macht ihm aber viel Spaß. "Das liegt am netten und hilfsbereiten Kollegium und an der Schülerschaft, die immer mit Engagement und Freude bei der Sache ist."

Die Zeit, die Spath neben seinem Job bleibt, verbringt er mit seiner Familie. Er versucht möglichst viele Facetten "dieses wunderschönen Landes und dieses faszinierenden Kontinents kennenzulernen". Südafrika ist ein Land der Extreme. Das kann Spath auch an seinem aktuellen Wohnsitz in Pretoria festmachen. "Es ist eine Stadt, die auf der einen Seite jeden erdenklichen Luxus bietet, die auf der anderen Seite aber nur wenige Meter weiter Armut und Elend offenbart. Trotzdem ist die Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenwelt so ursprünglich und abwechslungsreich, dass es einem geborenen Franken manchmal glatt den Atem raubt. Wer im Krüger Nationalpark schon einmal einen Sundowner direkt neben einem Löwenrudel getrunken hat, weiß, was ich meine."

"Die Einheimischen sind freundlich und hilfsbereit, sodass sich viele Europäer, die erst einmal hergekommen sind, ganz hier niederlassen", erklärt Spath. "An das Zurückkehren denken wir noch nicht, dafür genießen wir die Zeit hier viel zu sehr. Mein Vertrag läuft zunächst bis Ende 2015, wobei ich mir vorstellen könnte, länger hier zu bleiben." Die Spaths versuchen, einmal im Jahr nach Deutschland zu kommen. "Ich weiß noch nicht, ob es 2014 klappt, da ich im Juni nach Brasilien zur WM fliegen will."