Nachdem coronabedingt alle nationalen Wettkämpfe abgesagt werden mussten, war der dreitägige Kanuslalom-Wettkampf im Kanupark Markkleeberg besonders spannend. An allen drei Tagen fanden Läufe zum Deutschland-Cup sowie die Qualifikation zur Europameisterschaft statt. Am Sonntag ging es zusätzlich noch um die Deutschen Meister-Titel.

Der Bamberger Faltboot-Club e.V. (BFC) war mit Frederic Haag, Johann und Jakob Hein sowie Sven und Sonja Neubauer vertreten. Der Modus war den speziellen Gegebenheiten angepasst, so war es noch schwieriger, sich für die Finale zu qualifizieren. Die nationalen Trainer hängten täglich neue, technisch anspruchsvolle Kurse, die den Kanuten alles abverlangten. Hier merkte man bei sehr vielen Sportlern die fehlende Wettkampfpraxis, es gab häufig Torstabberührungen und fehlerhaft befahrene Tore.

Sonja Neubauer verpasste am Freitag aufgrund von acht Strafsekunden als Zwölfte nur knapp das Finale der besten Zehn. Im teilnehmerstärksten Feld (Jugend/Junioren männlich) fuhren Johann Hein und Frederic Haag beherzte Rennen, es reichte allerdings auch nicht fürs Finale.

Mit starker Konkurrenz hatten es Jakob Hein und Sven Neubauer in der Leistungsklasse zu tun. Trotz eines sauberen Laufes reichte es für Jakob "nur" für Platz 20.

Am Samstag war die Strecke technisch noch anspruchsvoller, was sich direkt in der Anzahl der falsch oder nicht befahrenen Tore niederschlug. Die Jugend- und Juniorenfahrer des BFC hatten zu kämpfen. Auch Sonja Neubauer erhielt eine große Zeitstrafe, belegte aber trotzdem den elften Platz. Jakob Hein fuhr auf Platz 19, Sven Neubauer aufgrund von zu vielen Torstabberührungen auf Platz 24.

Am Sonntag ging es darum, sich noch einmal zu motivieren. Die Wertungsläufe zählten auch als Qualifikation zum Finale um die Deutschen Meisterschaften.

Sven Neubauer fuhr eine gute Linie, erhielt aber im Nachhinein noch eine 50-Strafsekunden-Wertung. Jakob Hein paddelte einen sauberen, schnellen Lauf und konnte sich im Vergleich zu den Vortagen weiter verbessern. Die Leistungsdichte ist allerdings bei den Herren so hoch, dass es wieder nicht fürs Finale reichte. Auch Frederic Haag verbesserte sich nochmals und kam mit nur vier Strafsekunden auf Platz 35. Johann Hein zeigte sein Können und fuhr ohne Strafsekunden ins Finale. Hier riskierte er alles und belegte den zehnten Platz.

Sonja Neubauer macht Plätze gut

Sonja Neubauer war sowohl von Landestrainer Paul Böckelmann, als auch von ihrem Bruder und Trainer Sven gut eingestimmt worden und erreichte das Finale. Hier gelang ihr ein fulminanter, fehlerfreier Lauf in einer starken Zeit. Was dieser Slalomlauf wert war, stellte sich erst in der nächsten halben Stunde heraus. Die Konkurrentinnen schafften es nicht, ihre Zeit zu unterbieten. So schob sich die Bambergerin Platz um Platz nach vorne. Nur Paulina Pirro aus Bad Kreuznach war etwas schneller. Somit durfte sich die Bamberger Athletin, die ab sofort in Augsburg am Olympiastützpunkt trainiert, die Silbermedaille als Deutsche Vize-Meisterin der Jugend 2020 selbst umhängen.