Für die DJK Bamberg steht am Sonntag (14 Uhr) ein weiterer harter Prüfstein auf dem Programm, wenn sie auf der heimischen Rudi-Ziegler-Sportanlage mit der DJK Ammerthal die Mannschaft der Stunde zu Gast hat. Die Oberpfälzer sind das einzige Team der Fußball-Bayernliga Nord, das die letzten vier Partien alle gewann.

Selten trifft die Redensart im Fußballsport, wonach "neue Besen gut kehren", sprichwörtlich so perfekt zu, wie für den neuen Ammerthaler Trainer Jürgen Preß. Der frische Mann auf der Kommandobrücke übernahm das Ruder beim ambitionierten Klub aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach vor gut sechs Wochen, nachdem im Heimspiel gegen den FC Würzburger Kickers nur ein mageres Pünktchen herausgesprungen war.
In der vierten Minute der Nachspielzeit kassierte der Aufsteiger den 1:1-Ausgleich, was den Absturz auf Rang 14 zur Folge hatte und Coach Torsten Holm die Entlassung bescherte.

Diese ominöse 94. Spielminute spielte bereits zum dritten Mal in negativer Hinsicht Schicksal für die DJK Ammerthal, in der zum Saisonauftakt das 0:1 gegen den FC Amberg und am zweiten Spieltag gegen die SpVgg SV Weiden das 0:2 und damit die Entscheidung fiel. 14 Zähler in 13 Begegnungen sahen die Verantwortlichen um Sportdirektor Tobias Rösl als viel zu wenig an und zogen die Reißleine. Was danach folgte, gleicht einem Fußballmärchen. Der 51-jährige Press, der bereits in der dritten Liga Wacker Burghausen und den heutigen Bundesligisten FC Ingolstadt in der Regionalliga coachte, weckte offensichtlich schlafende Geister.

Zwei 1:1-Unentschieden in Aubstadt und Erlenbach sorgten für die bis dahin schwächste Auswärtself zwar noch nicht für eine tabellarische Verbesserung, doch der Glaube an die eigene Leistungsstärke war zurückgekehrt, was in den folgenden vier Vergleichen eindrucksvoll zum Tragen kam. Überzeugende Auftritte folgten gegen Frohnlach (4:0), beim Würzburger FV (3:1) und in Amberg (3:1). Jüngst zu Hause im Derby gegen die Weidener (3:0) brannten die Mannen um Torjäger Michael Jonczy (15 Treffer) ein fußballerisches Feuerwerk ab und fahren als Rangachter und Favorit nach Wildensorg.

Die Ammerthaler verfügen über eine mittlerweile bestens harmonierende Achse. Mit Marcel Schumacher (21 Jahre) steht ein herausragender Keeper zwischen den Pfosten. Der baumlange, beim Nürnberger Club ausgebildete Mario Zitzmann (25) fungiert neben Kapitän Johannes Kohl (31) als Abwehrchef und glänzt als bärenstarker Kopfballspieler bei Standards. Im Mittelfeld bildet der beidfüßige Maximilian Zischler (27, kam aus Feucht) die Schaltzentrale, und vorne lässt Jonczy nur wenig liegen. Er führt die Bayernligatorschützenliste derzeit an.

"Wir haben keinen Spieler, der über Jahre hinweg regelmäßig trifft. Dafür wollen wir Nachwuchskräfte entwickeln. Oftmals starten wir wie beispielsweise gegen die Würzburger Kickers mit acht Fußballern, die unter 23 Jahre alt sind", meint DJK-Trainer Gerd Schimmer. Dass bei ihnen der Torinstinkt noch nicht so ausgeprägt sein kann, nimmt der Coach gerne in Kauf. Seine Schützlinge haben ihn trotz der beiden letzten Niederlagen nicht enttäuscht. "Wir halten problemlos mit. Aber vorne drückt uns der Schuh gewaltig. Wir haben jetzt zweimal keinen Treffer erzielt, hoffen aber, dass der Knoten platzt", meint Schimmer.

In der vergangenen Saison durfte er sich in solch prekären Situationen stets auf seinen mitspielenden Ex-Co-Trainer Christoph Kaiser verlassen. "Dessen sieben Tore fehlen uns auch", schwelgt er in der Vergangenheit. "Aber wir haben die Geduld, unsere vielversprechenden Talente weiter zu fördern."

Weder ein Vorwurf noch Verdruss ist bei Schimmer herauszuhören. Er steht voll hinter seinen Jungs und will vor der Winterpause in den verbleibenden Partien in Frohnlach und zu Hause gegen den Würzburger FV eifrig Punkte sammeln. Beginnen möchte er damit am liebsten gleich gegen die Ammerthaler und Revanche für die 1:2-Vorrundenniederlage nehmen. Fehlen wird der 19-jährige Henrik Schwinn, der sich im Training eine Nasenbeinfraktur zuzog. Verzichten muss Schimmer auch auf Max Hoffmann (Aufbautraining).
DJK Don Bosco Bamberg: Kraus, Trunk - Eckert, Eichhorn, Esparza, Fischer, J. Jessen, Kettler, Körner, Ljevsic, Niersberger, Schäffler, Schmitt, Sengül, Spies, Strobler, Wunder