Die "Grabfeld-Gallier" des TSV Großbardorf stehen vor ihrem wichtigsten Spiel seit Jahren. Nach dem 4:0 (2:0)-Heimsieg gegen die DJK Don Bosco Bamberg gehen sie mit der besten Ausgangsposition in ein unfassbar spannendes Saisonfinale der Fußball-Bayernliga Nord. Glückt der Mannschaft um Trainer Dominik Schönhöfer ein Sieg bei der punktgleichen SpVgg Bayern Hof, ist sie Meister und steigt in die Regionalliga Bayern auf. Gewinnt der TSV nicht im Stadion Grüne Au, dann ist auch der fünfte Platz noch möglich. Eine völlig irre Situation nach 33 Spieltagen.

Im Gegensatz zu den Großbardorfern ging es bei der stark ersatzgeschwächten DJK Don Bosco, die den Klassenerhalt bereits sicher hat, um nichts mehr. Dagegen setzte die unter Erfolgsdruck stehenden Platzherren voll auf Offensive. Dauerläufer André Rieß gab neben Kapitän Manuel Leicht den zweiten Stürmer.
"Wir wollten die Bamberger Abwehrspieler früh anlaufen", erläuterte Schönhöfer seine Idee dahinter. Sie ging auf. So lauffreudig wie am Samstag hat man die Grabfeld-Gallier selten gesehen, so engagiert hatten sie die Bamberger offensichtlich kaum erwartet.

Insbesondere die linke Großbardorfer Seite mit Björn Schönwiesner und Benjamin Freund bewies unbändigen Vorwärtsdrang. Klar, dass das frühe 1:0 half. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke fand Daniel Kornagel mit seiner Eingabe Björn Schönwiesner, der den Ball aus kurzer Distanz ins Netz bugsierte und das Großbardorfer Druckventil komplett öffnete (7.). "Wir haben es eigentlich nicht schlecht gemacht", sagte Bambergs Trainer Gerd Schimmer, "ein großer Unterschied war, dass die zweiten Bälle fast immer an Großbardorf gingen".
Einmal auch der dritte, vierte und fünfte Ball. Innerhalb einer Minute geriet das Bamberger Tor gleich mehrere Male in Gefahr, ohne dass sich die Grabfelder aus der Angriffsposition drängen ließen. Schließlich war es Stefan Piecha, der das 2:0 markierte (44.).

Auch nach dem Wechsel rannten die Großbardorfer an. Mit klarem Direktspiel schufen sich die "Grabfeld-Gallier" eine Reihe verheißungsvoller Situationen, ließen es aber an der Konsequenz im Abschluss mangeln. Das hätte sich beinahe gerächt: Alassane Kane lag der Ball nach einem Wackler des ansonsten sicheren Marcel Wehr auf dem rechten Fuß. Er musste nur noch ausholen und ihn aus wenigen Metern hinter die Linie drücken. Der Bamberger Angreifer hatte die Rechnung aber ohne Markus Kirchner gemacht. Der kam angerauscht und rettete zur Ecke (56.). "Diese Aktion von Markus steht symbolisch für meine Mannschaft und für ihren Teamgeist", sagte Dominik Schönhöfer. Es war die einzige Schrecksekunde, die die Großbardorfer zu überstehen hatten. Fünf Minuten später war die Frage nach dem Sieger endgültig beantwortet. Und wie! Schönwiesner legte mit dem Kopf auf, und Manuel Leicht knallte den Ball von der Strafraumlinie mit einem Drehschuss ins lange Eck (61.). Gar in den Winkel ließ Maximilian Zang den Ball beim 4:0 segeln (77.) - allerdings war sein Schuss als Flanke gedacht.
TSV Großbardorf -
DJK Don Bosco Bamberg 4:0
TSV Großbardorf: Wehr - Zang, Kirchner, Orf, Freund - Kornagel, Piecha, Zehe, Schönwiesner (83. Katzenberger) - Rieß (80. Fleischmann), Leicht (73. Rugovaj) / DJK Don Bosco Bamberg: Trunk - Wolfschmidt, J. Jessen, Ruiz - G. Jessen, Fischer, Wunder, Schmitt, Hoffmann - Eichhorn (81. Zhgenti), Kane / SR: Hanslbauer (Stein) / Zuschauer: 280 / Tore: 1:0 Schönwiesner (7.), 2:0 Piecha (44.), 3:0 Leicht (61.), 4:0 Zang (77.) / Gelbe Karten: - / Fischer, Wolfschmidt, Ruiz, Eichhorn