Nach umkämpften Duellen in der vergangenen Spielzeit ließ der amtierende Meister und souveräne Spitzenreiter Jessica Miller & Co. in den drei Begegnungen der laufenden Runde (Vorbereitung, Liga und Pokal) keine Chance. Insbesondere das Hinspiel haben die Bambergerinnen nicht vergessen.

Ohne die damals verletzte Taleya Mayberry musste die DJK vor eigenem Publikum eine niederschmetternde 38:89-Klatsche gegen das Aushängeschild des deutschen Damen-Basketballs einstecken. Wie groß die Kluft zwischen den Wasserburgerinnen und dem Rest der Liga sein kann, demonstrierte die Mannschaft von Trainer Bastian Wernthaler erst jüngst im Heimspiel gegen den Tabellendritten wieder.

Mit 83:55 fegte der Titelverteidiger vor 14 Tagen über die Chemcats aus Chemnitz hinweg, die dem TSV im Hinspiel die bis dato einzige Niederlage in dieser Saison beigebracht hatten. Der zweiten entgingen die Oberbayerinnen mit viel Glück in der Vorwoche in Oberhausen, als die Gastgeberinnen mit dem letzten Wurf die Sensation denkbar knapp verpassten.

"Oberhausen hat toll gespielt", urteilte TSV-Coach Wernthaler. "Sie haben sehr gut verteidigt und uns immer wieder aus dem Konzept gebracht." Komplimente, die sich auch die Brose-Damen gerne verdienen würden, wenngleich sich die Aufgabe in Wasserburg noch einmal deutlich schwerer gestaltet. "Nach der Schlappe in der Vorrunde wollen wir ihnen einen echten Kampf liefern", planen DJK-Centerin Brett Benzio und ihre Kolleginnen, dem Favoriten das Leben nichtsdestotrotz so schwer wie möglich zu machen.

"Es ist das leichteste Spiel", sagt die US-Amerikanerin mit einem Blick auf das Restprogramm, "weil niemand erwartet, dass wir gewinnen. Wir sind natürlich an einem Punkt, an dem für uns jede Partie zählt, aber nach den zwei Siegen zuletzt und aufgrund der klaren Rollenverteilung ist der Druck deutlich geringer." Insbesondere der nach einem schon verloren geglaubten Match in letzter Sekunde errungene 61:59-Derbyerfolg gegen Nördlingen sollte Moral und Selbstvertrauen der Truppe von Trainer Ulf Schabacker weiter gestärkt haben.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, und das Spiel in Wasserburg wird eine weitere wertvolle Erfahrung für uns. Es wird uns noch enger zusammenschweißen, weil wir als Einheit auftreten müssen, um sowohl am Samstag gegen einen sehr starken Gegner als auch in den weiteren Begegnungen gute Leistungen abrufen zu können", sieht Benzio den Schlüssel in mannschaftlicher Geschlossenheit.

Die personellen Veränderungen auf beiden Seiten seit dem letzten Aufeinandertreffen im Pokal-Viertelfinale Anfang Dezember führen unterdessen zu einem Wiedersehen zweier alter Weggefährtinnen: Die beiden Bulgarinnen Radoslava Bachvarova (Bamberg) und Vera Perostiyska (Wasserburg) standen gemeinsam in ihrer Heimat bei Levski Sofia und Beroe Stara Sagora unter Vertrag, ehe sie Anfang des Jahres nach Deutschland in die Damen-Basketball-Bundesliga wechselten. Die 1,95 m große Perostiyska erweitert bei den Oberbayerinnen die lange Liste von Nationalspielerinnen und ersetzt die Serbin Iva Roglic, die eine Weiterbeschäftigung ablehnte und nun in Chemnitzer Diensten steht.

Live zu sehen gibt es das Gastspiel der DJK Brose Bamberg in Wasserburg am Samstag ab 18.30 Uhr im kostenlosen Internet-Stream unter www.dbbl-live.tv. Das nächste Heimspiel in der Graf-Stauffenberg-Halle findet am Samstag, 15. Februar (17 Uhr), statt. Gegner sind die SV Halle Lions.

DJK Brose Bamberg: Bachvarova, Beck, Benzio, Brox, Dorberth (?), Hartmann, T. Lohneiß, Mayberry, Miller, Münder, Sokman, Vogel