Nach dem glücklichen Derbysieg wartet bereits die nächste Herausforderung auf die DJK Bamberg. Am Sonntag (14 Uhr) treten die Wildensorger beim Würzburger FV an, der wie viele Teams der Fußball-Bayernliga Nord eine hohe personelle Fluktuation stemmen muss. Dem neuen Trainer Berthold Göbel wurde nach der im November 2018 abgewendeten Insolvenz die pikante Aufgabe übertragen, die "Blauen aus der Domstadt" trotz hochkarätiger Abgänge wieder zu einer spielstarken Einheit zu formen.

Zehn überwiegend blutjunge Neuzugänge musste der 50-Jährige auf Bayernligaformat trimmen, was ihm offensichtlich frühzeitig gelungen ist. Im weiten Rund der schmucken Sepp-Endres-Sportanlage rieben sich die gut 600 Zuschauer beim Saisoneröffnungsspiel gegen den zum Favoritenkreis zählenden SV Seligenporten die Augen. Die Würzburger zogen zwar aufgrund ihrer Anfangsnervosität den Kürzeren. Sie verlangten dem starken Kontrahenten bei Dauerregen alles ab, schafften es aber nicht, das frühe 0:1 zu egalisieren.

Am Mittwoch erzwangen sie das fehlende Glück mit einer erstklassigen Vorstellung beim Aufsteiger TSV Karlburg und zeigten beim 4:1 dem Neuling seine Grenzen auf. Der nächste Paukenschlag soll gegen die Wildensorger folgen, die eine Art "Lieblingsgegner" sind. Die zurückliegenden vier direkten Vergleiche gewann der WFV, der als Vorjahresdritter 20 Siege einfuhr und in dieser Saison den Klassenerhalt anstrebt.

Im Tor steht mit dem früheren Großbardorfer Christian Dietz (27 Jahre) ein Meister seines Faches parat. Die beiden Abwehrkanten Tim Lorenz (26) und Felix Eberhardt (25) trugen sich in Karlburg bereits in die Torschützenliste ein und untermauern mit dem 1,90 Meter großen Eigengewächs und Defensivstrategen David Drösler (25) die Flexibilität der Göbel-Elf. Im Mittelfeld zieht das Leichtgewicht Benjamin Schömig (31) als fleißiges Bienchen gekonnt die Fäden, während der Rumäne Cristian Dan (32) zusammen mit Dennie Michel (27) und Kevin Röckert (26) ein schlitzohriges Angriffstrio bildet.

Zusammenhalt und Teamgeist sind zwei Attribute, die für das Trainerteam und die Spieler gleichermaßen stehen. Eine weitere Parallele zu den Bambergern ist die körperliche Verfassung, die für Berthold Göbel schon immer Priorität genießt.

DJK-Coach Mario Bail weiß trotz der vielen Niederlagen gegen den WFV, wie die Unterfranken zu bezwingen sind. Ende November 2016 schickte er mit seiner Elf den damals mit allen Assen angetretenen Gegner mit 4:0 geschlagen nach Hause. Seiner Truppe steckte während des Derbys gegen den FC Eintracht die unnötige 2:1-Niederlage in Ammerthal mental noch in den Knochen. Dementsprechend kam dem späten Siegtreffer durch Abwehrchef Nicolas Esparza besondere Bedeutung zu. Der "Brustlöser" sorgte nicht nur für grenzenlosen Jubel im DJK-Lager, sondern dämpfte auch die Skepsis aufgrund des sehr schwierigen Auftaktprogramms. An dessen Ende steht die auf Würzburg folgende Heimpartie gegen den SV Seligenporten.

DJK Bamberg: Edemodu, Glos - Allgaier, Bergmann, Eckstein, Esparza, Fippl, Geyer, Haaf, Hoffmann, Hümmer, J. Jessen, Kettler, Niersberger, Pfänder, Rosiwal, Strobler, Trawally, Wunder