In der Berliner Schwimm- und Sporthalle im Europapark (SSE) haben sich rund 1500 junge Schwimmerinnen und Schwimmer zwischen 13 und 20 Jahren getroffen, um bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften ihre nationalen Titelträger zu ermitteln. Bei über 5000 Starts wurden zudem die Tickets für die Jugend-Europameisterschaften und das "European Youth Olympic Festival" (EYOF) vergeben.
Auch zehn Aktive der SG Bamberg hatten sich für diesen fünf Tage dauernden hochkarätigen Wettkampf qualifiziert, indem sie sich in den Bestenlisten des Deutschen Schwimmverbands durch ihre Leistungen in dieser Saison bislang entsprechend platziert hatten. Im Vorfeld waren etliche Finalteilnahmen zu erwarten, mit Glück vielleicht auch die eine oder andere Medaille.
Der in den USA studierende SGler Gregor Spörlein (Jahrgang 1995), der zurzeit in der Heimat weilt, schwamm am weitesten nach vorn.
Über seine Parades trecke, die 50 m Freistil, qualifizierte sich der 20-Jährige als Vierter für das Junioren-Finale der Jahrgänge 1995/96, in dem er mit 0,1 Sek. Abstand zu den Medaillen in hervorragenden 23,50 Sek. Platz 4 erreichte. Im Hauptfinale aller Jahrgänge steigerte sich Spörlein nochmals, musste aber wieder mit Rang 4 vorlieb nehmen. Auch über 100 m und 200 m Freistil erreichte der Bamberger Top-Platzierungen mit Platz 5 in 51,43 Sek. und Rang 7 in 1:54,55 Min. Eine weitere Top-ten-Platzierung (9.) über 100 m Schmetterling (56,28) komplettierten seinen erfolgreichen Wettkampf.
Ebenfalls in der deutschen Spitze ihrer Jahrgänge waren die Forchheimer Geschwister Mursak zu finden, die für die SGB starten. Die 16-jährige Rücken-Spezialistin Lisa (1998) qualifizierte sich als Zweite für den 50-m-Endlauf mit sehr guten 29,97 Sek. Im Finale konnte sie ihre Vorlaufleistung, die Bronze bedeutet hätte, nicht mehr abrufen und schwamm auf Rang 5. Über die doppelte Distanz steigerte sie sich dagegen im entscheidenden Lauf und schlug als Siebte der Juniorenwertung in 1:06,10 Min. an. Mit 2:22,93 über die 200 m stellte sie einen neuen SG-Langbahnrekord auf und beendete das Finale auf Rang 8.
Unter seinen Möglichkeiten blieb ihr älterer Bruder Jonas Mursak (1997). Trotzdem erreichte er Top-ten-Platzierungen und somit Finals seines Jahrgangs. Platz 5 über 200 m Brust (2:27,28 Min.), Platz 8 über 200 m Lagen (2:11,32) und Platz 10 über 100 m Brust (1:07,24) waren seine Ausbeute.
Bereits im Vorlauf glänzte Martin Spörlein (1997) mit der drittschnellsten Zeit seines Jahrgangs über 50 m Freistil. Im Finale verbesserte er diese Bestzeit auf 24,02 Sek., allerdings schlief auch die Konkurrenz nicht und so blieb am Ende Platz 9 über seine Hauptstrecke.
Weitere Starts in den Endläufen für die SG Bamberg erschwamm sich die Brust-Spezialistin Maria Wirth (1999). Nach Vorlaufbestzeit schwamm sie getreu dem "BiFi"-Motto ("Bestzeit im Finale") auf Platz 9 mit sehr guten 1:14,85 Min. über die 100 m Brust. Die kürzere 50-m-Sprintstrecke absolvierte Maria Wirth in 34,84 Sek., was Rang 10 bedeutete.
Ausschließlich persönliche Bestzeiten schwamm der 15-jährige Simon Wicht (1999). Gleich vier Mal verpasste er ganz knapp die Finalteilnahme. Mit Platz 11 über 400 m Lagen (4:55,46), einem zwölften Rang über 200 m Rücken und 13. Plätzen über 200 m Schmetterling und 100 m Rücken war es dennoch eine sehr erfolgreiche Meisterschaft für ihn. Ein 19 Platz über 200 m Lagen und ein 30. über 100 m Schmetterling komplettierten sein hartes Wettkampfprogramm. Unter seinen Möglichkeiten schwamm auch Nikolas Häfner (1996) knapp am Finale über 50 m Rücken vorbei (Rang 12 in 27,76 Sek.). Über 100 m Rücken erreichte er Platz 18.
Ihre ersten deutschen Meisterschaften bestritten Julia Kober (1997), Justus Behrmann und Benedikt Dörfler (beide 2000). Dörfler belohnte sich mit einer neuen starken Bestzeit über 200 m Rücken in 2:20,19 Min. und Rang 22 seines Jahrgangs. Julia Kober schlug in 2:33,72 als 30. der hart umkämpften Juniorenwertung über 200 m Schmetterling an. Ebenfalls Platz 30 über 100 m Brust in 1:13,19 erreichte Behrmann, der trotz Verletzung nur wenige hundertstel Sekunden über seiner Bestzeit blieb.
Die von Laura Neukirchner und Chefcoach Tushar Sikdar betreuten Aktiven der SG Bamberg erschwammen in Berlin kein Edelmetall, können aber zum größten Teil mit ihren Leistungen sehr zufrieden sein. Dies konstatiert auch Sikdar, wobei er für die kommende Saison bei etlichen Athleten noch Steigerungspotenzial sieht.
Die Schwimmer in anderen Bundesländern gehen nun nach den deutschen Jahrgangsmeisterschaften zumeist in ihre wohlverdiente Sommerpause, um dann im August mit dem Aufbau für 2015/16 zu beginnen. Für die bayerischen Aktiven, so auch die Schwimmer der SG Bamberg, stehen noch weitere harte sieben Trainingswochen bis zu den bayerischen Jahrgangs-Titelkämpfen an, bevor die Erholungsphase vor den Aufgaben der neuen Saison beginnen kann.