Große Erleichterung herrschte beim SV Memmelsdorf nach dem 3:1-Auswärtssieg bei Bayern Kitzingen. "Man muss sehen, woher wir kamen", bezog sich Memmelsdorfs Trainer Rolf Vitzthum auf die vorherigen Spiele gegen Kahl und in Kleinrinderfeld, die alles andere als zufriedenstellend für seine Elf verlaufen waren. In Kitzingen nahm Vitzthum zwei Änderungen an seiner Anfangsformation vor. Wladislaw Nikiforow verteidigte anstelle von Niklas Griebel in der Viererkette zentral neben Nicolas Müller und Manuel Schwarm kehrte für den fehlenden Thomas Kamm ins defensive Mittelfeld zurück.
Kitzingen bemühte sich anfangs, das Heft in die Hand zu nehmen, und zeigte sich gegen zunächst abwartende Gäste als die aktivere Mannschaft. Mehr als ein paar Schüsse auf und neben das Tor kamen allerdings nicht heraus.
Eine erste Chance entstand dagegen bei Memmelsdorf aus einem Vorstoß über rechts, den Pascal Schneider für Markus Saal auflegte, doch ein Verteidiger wehrte dessen Schuss noch mit dem langen Bein ab.
Nachdem der Schiedsrichter Mitte der ersten Halbzeit aufgrund der sommerlichen Temperaturen von 33 Grad im Schatten zu einer Trinkpause aufgerufen hatte, passierte bis zum Seitenwechsel nur wenig. Zweimal trat Memmelsdorfs Jonas Hummels zu einem Freistoß aus halbrechter Position an, doch beide Versuche aus mittlerer Distanz flogen am Tor vorbei.
Während Spieler und Betreuer die Ersatzbank auf die gegenüberliegende Seite in den Schatten verlegt hatten, harrte Rolf Vitzthum tapfer in der prallen Sonne aus. "Schon in der ersten Halbzeit hatten wir einige gute Aktionen, die wir nur noch zu Ende spielen mussten", stellte er aussichtsreiche Ansätze fest.


Schneller Ausgleich des SVM

Obwohl die Gäste nach einem Spielzug Kitzingens über Christopher Lenhart auf Mario Schmidt in Rückgang gerieten, blieben sie unbeeindruckt und gaben eine schnelle Antwort: Nach einer Balleroberung in der gegnerischen Hälfte schaltete Memmelsdorf schnell um, Markus Saal bediente Tobias Seifert, dessen Schuss im linken unteren Eck zum Ausgleich einschlug.
Gegen nun verunsicherte Gastgeber legten die Gäste nach: Jonas Hummels Freistoß von flatterte an allen im Strafraum wartenden Spielern vorbei ins lange Eck. "Jonas schießt sehr gute Freistöße. Wir trainieren das oft. Endlich fällt mal einer hinten rein", freute sich Vitzthum über die Führung durch eine Standardsituation, da seiner Elf bisher noch kein Tor dieser Kategorie gelungen war.
Kitzingens Ahmed Bakare scheiterte, nachdem er der Abwehr auf links entwischt war, Mitte der zweiten Halbzeit am langen Pfosten, anschließend drängten die Gastgeber mit zwei zusätzlichen Angreifern auf den Ausgleich, was den Gegner zum Kontern einlud. "Eigentlich hätten wir früher das dritte Tor erzielen müssen", stellte Vitzthum angesichts mehrerer Gegenstöße mit Überzahl der Angreifenden fest. Schließlich nahm Markus Beiersdorfer nach einem Zuspiel Philipp Hörnes die Zweifel, ob der Vorsprung zum ersten Auswärtserfolg reichen würde.
"Ein höherer Sieg hätte uns vielleicht gut getan. Aber wir sind zufrieden, da wir in den letzten beiden Wochen etwas in der Krise steckten", folgerte Vitzthum und fügte an, dass seine Mannschaft spielerisch sicher noch zu besseren Leistungen fähig sei.