Auf Platz 6 überwintern die Fußballer des SV Memmelsdorf in der Landesliga Nordost, "zufriedenstellend", wie Trainer Rolf Vitzthum findet. Dennoch wird der 50-Jährige den Verein zum Saisonende verlassen, macht Abnutzungserscheinungen geltend. Einen neuen Klub hat der Chefanweiser, der im Sommer vier Jahre als Nachwuchstrainer und vier Spielzeiten bei den Herren hinter sich hat, noch nicht gefunden. Spielerwechsel wird es über den Jahreswechsel hinweg nach jetzigem Stand nicht geben.

Bei bereits eingespielten 33 Punkten sollte der Klassenerhalt problemlos erreichbar sein. Nach oben geht aber wegen der Dominanz des Spitzenquartetts nichts mehr, denn die Tabellenspitze ist schon 19 Zähler entfernt. Mit dem Ziel, gesichert zu sein, ist der SVM laut Coach Vitzthum in diese Saison gegangen, die vierte Spielzeit in Folge unter ihm. Nach dem 2:2 im Eröffnungsspiel gegen den Aufsteiger FC Eintracht Bamberg "war auf einmal von Platz 1 bis 4 die Rede.” Das war für Vitzthum unrealistisch, denn die eigentlichen Favoriten aus Bamberg, Neudrossenfeld, Feucht und Schwabach setzten sich ab.

Rang 5, den hat der FC Lichtenfels mit zwei Punkten mehr als Memmelsdorf inne, wäre noch machbar, mehr aber nicht. "Ich sehe uns im Soll”, stellt der Gymnasiallehrer fest. Nun ist Vitzthum, der in Memmelsdorf wohnt, aber wegziehen möchte und einen Bauplatz sucht, zur Überlegung gekommen, den Verein im Sommer zu verlassen. "Es sind dann acht Jahre, vier davon im Nachwuchs, vier bei der ersten Mannschaft. Da gibt es gewisse Abnutzungserscheinungen.”

Noch keine neuen Pläne

Neue Pläne hat er noch nicht. Positiv analysiert der Trainer die beiden ersten Saisondrittel. Vitzthum kann erklären, warum es nicht zu mehr gereicht hat: "Wir haben im vorigen Sommer acht Abgänge gehabt, haben fünf Neuzugänge bekommen. Da fehlt es an der Quantität.” Mit Peter Koch und Jonas Hummel gingen beide Außenverteidiger. Zudem sind seit Saisonstart die beiden Innenverteidiger Dominik Leim und Nicolas Müller verletzt. Das sei eine Hypothek, die schwer zu kompensieren sei. "Wir haben nur drei Innenverteidiger im Kader, die Mannschaft hat das daher gut gemacht.”

Fakt ist aber, dass es immer schwer war, den Spagat zwischen attraktivem Offensivspiel und sicherer Defensive hinzubekommen. "Wir haben immer versucht, nach vorne zu spielen, haben viele Tore erzielt”, erklärt Vitzthum, der mit Dominik Sperlein, der 27 Mal getroffen hat, den erfolgreichsten Stürmer aller fünf bayerischen Landesligen in seinen Reihen hat. Eines steht aber auch für den Trainer der Oberfranken aus dem Bamberger Vorort fest: "Wir haben aus den genannten Gründen zu viele Gegentore kassiert.” 39 Gegentreffer bedeuten in der Liga nur Platz 14, trotzdem hat der SVM sieben Mal zu Null gespielt.

Marco Krötsch, der Sportliche Leiter des SVM, sagt zur Thematik: "Unser Ziel war eigentlich Platz 1 bis 4. Das wird aber nach jetzigem Stand schwer zu erreichen sein.” Dass Coach Vitzthum seinen Abschied angekündigt hat, überrascht Krötsch nicht. "Wir hatten uns eh darauf verständigt, dass es das letzte Jahr von Rolf Vitzthum bei uns wird. Daher wissen wir ja schon länger, dass wir einen neuen Trainer suchen müssen”, so Krötsch. "Wir befinden uns in Gesprächen, fix ist aber noch nichts.” Der Manager bestätigt, dass keine personellen Kaderänderungen in der Winterpause geplant sind, "aber da kann noch etwas passieren". Gibt es Anfragen anderer Klubs bezüglich Landesliga-Toptorjäger Sperlein? "Ja, die liegen vor. Das ist aber bei seiner Trefferquote nicht verwunderlich”, erklärt Krötsch. Abgeben wird der SV Memmelsdorf seine "Lebensversicherung" aber nicht, Sperlein hat ja mit 27 von 51 Treffern mehr als die Hälfte aller Einschüsse für sein Team markiert, und da dürften in der Frühjahrsrunde noch einige Tore hinzukommen. Immerhin werden die Innenverteidiger Leim und Müller nach ihren Verletzungen wohl zurückkehren.

Statistik des SV Memmelsdorf zur Winterpause

Platzierung 6. (bester Rang: 4., schlechtester: 13.) Punkte 9 Siege, 6 Unentschieden und 7 Niederlagen bringen 33 Zähler Heimbilanz 18 Punkte (5 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen = Platz 7) Auswärtsbilanz 15 Punkte (4 Siege, 3 Unentschieden, 5 Niederlagen = Platz 6) Tore 51:39 (22:9 Heimtore, 29:30 Auswärtstore) Torschützen Dominik Sperlein (27), Philipp Hörnes (6), Alassane Kane (4), Markus Saal (3), Tobias Weber (3), Christopher Sowinski (2), Thomas Kamm (1), Yaga Keita (1), Daniel Krüger (1), Dominik Römer (1), Michael Wernsdorfer (1) und ein Eigentor von Fabian Sturm (FC Röslau) Elfmeter3 Elfmeter bekam der SV Memmelsdorf zugesprochen, die Dominik Sperlein alle verwertete Zuschauer 1787 gesamt (Schnitt 178, Vorjahr 127); Rekordbesuch: 777 gegen den FC Eintracht Bamberg; Minusrekord: 60 gegen SV Mitterteich Karten Rot 0, Gelb-Rot 2 Spiele 21. Dominik Sperlein und Markus Saal kamen in allen 22 Partien zum Einsatz Durchschnittsalter 24,14 Jahre Trainer Rolf Vitzthum (seit 1. Juli 2015)