Bamberg
Fussball-Regionalliga

Den FC Eintracht Bamberg kann nur noch Schützenhilfe retten

Nach dem 1:1 in Heimstetten ist der Klassenerhalt aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Steigt aber Fürth oder 1860 München aus der 2. Liga ab, ist die Relegation noch möglich.
Nico Haas jubelt - der Winterneuzugang hat den Treffer zum 1:1 in Heimstetten erzielt. Foto: sportpress
Nico Haas jubelt - der Winterneuzugang hat den Treffer zum 1:1 in Heimstetten erzielt. Foto: sportpress
Samstag, 15.51 Uhr: Die Regionalliga-Partie zwischen dem SV Heimstetten und dem FC Eintracht Bamberg ist aus - Endstand 1:1. Damit sind die Bamberger aus der Regionalliga abgestiegen. Jetzt kann den "Violetten" nur noch der Abstieg eines bayerischen Zweitligisten zu einem Relegationsplatz verhelfen. Allerdings verschafften sich sowohl die Fürther (1:0-Sieg gegen Darmstadt) als auch die Müncher Löwen (2:1-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg) gestern Nachmittag etwas Luft.
Der FC Eintracht geriet früh und umstritten in Rückstand (16.), kassierte kurz vor der Pause auch noch eine Rote Karte gegen Silas Göpfert wegen einer Notbremse (41.). In Unterzahl gelang Winterneuzugang Nico Haas das 1:1 (56.). In der Folge wäre auch ein Sieg der Schlegel-Truppe möglich gewesen.
Das Kapitel Regionalliga hat sich normalerweise für den FC Eintracht Bamberg erledigt.
Die Chance, das Ruder nach fünf Niederlagen in Folge noch herumreißen zu können, war ohnehin sehr gering. "Das wussten wir ja", gab sich Trainer Norbert Schlegel nach dem Schlusspfiff keinen Illusionen hin. Jetzt kann die Oberfranken nur noch der Abstieg eines Zweitligisten retten. Sollten der TSV 1860 München oder die SpVgg Greuther Fürth runter müssen, dann würden die Bamberger noch in die Relegation rutschen. Dazu muss der FCE (26 Punkte) am letzten Spieltag am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenvierten Buchbach den vorletzten Platz verteidigen. Schlusslicht Seligenporten (25) erwartet zeitgleich den FC Schweinfurt 05, der sich mit dem 3:1-Erfolg am Samstag gegen Illertissen aller Sorgen entledigt hat. Schlegel dazu: "Natürlich wünscht man keinem den Abstieg." Aber das ist der letzte Strohhalm für den FCE.
In Heimstetten war es vor nur 420 Zuschauern wieder ein Spiel für die Bamberger wie schon so viele in dieser Saison. Wieder gab es eine strittige Szene, die für den Spielausgang ausschlaggebend sein sollte. Es gab Einwurf für die Oberbayern. Obwohl ein zweiter Ball auf dem Spielfeld lag und Dominik Schmitt hinlief und diesen rausschießen wollte, ließ der Schiedsrichter aus dem Allgäu das Spiel weiterlaufen. Schmitt war wie seine Mitspieler irritiert. Der Einwurf kam zu Memis Ünver, der zu Daniel Steimel passte und der tunnelte FCE-Keeper Christian Berchtold (16.). "Für mich war dieser Treffer irregulär, weil ein zweiter Ball im Spiel war. Und der Schiedsrichter hat das auch gesehen", monierte Schlegel. Der Referee sah das anders. Der zweite Ball habe keinen Einfluss auf das Spiel genommen, daher sei alles okay gewesen. So die Auslegung von Lothar Ostheimer, die von den Gästen nicht geteilt werden konnte.
Dieses Gegentor wirkte wie ein Schock für den Gast. Einzig ein Schuss von Fabian Klose aus halblinker Position zehn Minuten vor der Pause war nennenswert, aber die Kugel flog drüber. Heimstetten hätte durch Danijel Majdancevic beinahe auf 2:0 erhöht, aber Berchtold rettete mit einer Glanzparade (39.).
Dann ein weiterer Wermutstropfen: Silas Göpfert war letzter Mann, drehte sich um die eigene Achse und brachte dabei Memis Ünver zu Fall. Der Referee entschied auf Notbremse, Göpfert musste gehen (41.). "Da waren unsere Chancen natürlich weiter gesunken", so Schlegel in der Pause.

Nico Haas besorgt Ausgleich

Rückstand und Unterzahl musste der FC Eintracht verkraften. Doch die Mannschaft steckte das famos weg. Ein Zuspiel von der linken Seite nutzte Nico Haas mit einem strammen Schuss in die kurze Ecke zum 1:1 (56.). Die Gäste hatten sogar zwei Möglichkeiten zur Führung, die beste durch Daniel Schäffler, der aber aussichtsreich den Kasten knapp verfehlte (76.). "Wir haben alles riskiert und waren natürlich in Unterzahl auch anfällig für Konter", berichtete der Eintracht-Coach. Kurz vor dem Ende hätte der eingewechselte Andreas Neumeyer beinahe das 2:1 für die Heimelf erzielt, aber er schoss aus zehn Metern per Dropkick knapp vorbei (90.).
"Wir haben es nicht mehr in der Hand, was passiert. Wir werden aber weiterarbeiten, werden versuchen, unser letztes Spiel gegen den Tabellenvierten aus Buchbach zu gewinnen. Was in der 2. Liga passiert, müssen wir abwarten", sagte Schlegel nach dem Abpfiff.
Sollte sich aber noch die Chance auf die Relegation ergeben, dann: "Mit einem Sieg gegen Buchbach können wir den vorletzten Platz absichern, das ist wichtig. Sollten wir doch noch die Relegation erreichen, werden wir natürlich alles geben und um die Chance zum Klassenerhalt kämpfen." Die Antwort darauf gibt es aber erst am kommenden Sonntag, wenn die Zweitliga-Spiele gegen 17.20 Uhr abgepfiffen werden.