Rund 4500 Athleten aus aller Welt trafen sich in Isuzu (Südafrika) zur Weltmeisterschaft im Triathlon über die Mitteldistanz. Wie bereits gemeldet, gewann Christopher Dels (IfA Nonstop Bamberg) den Titel in seiner Altersklasse M30 bis 34.

Es mussten 1,9 Kilometer im Meer geschwommen, 90 Kilometer auf dem Rennrad zurückgelegt und abschließend 21 Kilometer gelaufen werden. Dels war mit großen Zielen angereist. Wochenlang hatte er sich im Training geschunden und fast jede freie Minute dem Ziel untergeordnet, bei der WM auf dem Podest zu stehen. Die Konkurrenz war groß, in seiner Altersklasse standen 400 Mitbewerber um die Medaillenränge am Start.

Das Rennen begann nicht optimal für den Bamberger. Im Wasser verlor er schnell den Anschluss an die Spitzengruppe. Dels bewahrte aber die Ruhe im Wissen, dass seine starken Disziplinen noch kommen. Nach knapp 28 Minuten verließ er das Wasser lediglich als 50. Immer bestens über den Rückstand zur Spitze von seinem Team um Trainer Swen Sundberg informiert, machte er von Anfang an Druck auf dem Rad und fuhr teilweise über seinen Vorgaben, um mit den Top-Radfahrern mitzuhalten. Doch nach einiger Zeit musste er abreißen lassen, bis er eine Gruppe fand, die sich in der Führungsarbeit abwechselte, so dass er nicht mehr ganz ans Limit gehen musste.

Nach 2:19 Stunden stieg Dels vom Rad, viele Plätze hatte er aufgeholt, allerdings war er noch nicht in den Top Ten und hatte bereits sieben Minuten Rückstand auf den Führenden. Nach dem ersten Kilometer sorgte Sundberg mit dem wütenden Ruf "Schau jetzt bloß, dass Du läufst!" dafür, dass sein Schützling den Turbo zündete. Sein Team fütterte ihn immer mit Zwischenzeiten und aktuellen Platzierungen. Nach fünf Kilometern war er bereits Neunter und schneller unterwegs als alle vor ihm.

Tempo hochgehalten

Nach 15 Kilometern lag Dels schon auf dem fünften Platz. Weiterhin hielt er das Tempo von 3:30 Minuten pro Kilometer und überholte viele Athleten, ohne genau zu wissen, ob diese zu seiner Altersklasse gehören. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel kam die Erlösung durch seinen Trainer, der ihm zurief "Du hast es, lauf es heim!"

Das beflügelte den Bamberger nochmals, er sprintete nach sagenhaften 1:14:23 Stunden und in der Gesamtzeit von 4:06:30 Stunden ins Ziel, wo er sich nach dem Jubel erstmal in eine ruhige Ecke setzte, um zu realisieren, dass er gerade Weltmeister im Triathlon geworden ist. Und Dels sollte einer von nur zwei Deutschen sein, die sich den Titel an diesem Tag holten. Der andere hieß Jan Frodeno. Der Olympiasieger von 2008 entschied das Rennen der Profis für sich. hs