In der Fußball-Regionalliga Bayern wartet der FC Eintracht Bamberg 2010 auch nach dem Derby gegen die SpVgg Oberfranken Bayreuth weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Mit dem 0:0 gegen den oberfränkischen Kontrahenten gab es für das Team von Trainer Roberto Pätzold am Freitagabend bereits das siebte Remis.

"Machen wir uns nichts vor: Unentschieden bringen uns nicht voran und sind gefühlte Niederlagen", so der Vereinsvorsitzende Mathias Zeck vor dem Duell. Zudem hatte er auch das Hauptproblem der Bamberger ausgemacht: Die Mannschaft benötige zu viele Möglichkeiten für einen Torerfolg. Wenig verwunderlich daher die Einschätzung von SpVgg-Coach Dieter Kurth: "Ich habe schon vor dem Spiel die Meinung vertreten: Wer ein Tor schießt, wird den Platz als Sieger verlassen."

Möglichkeiten, um dieses eine Tor zu erzielen, boten sich dabei beiden Mannschaften. Die Bamberger aber starteten motivierter in die Partie.
Nach acht Minuten verbuchte Dominik Schmitt per Fernschuss aus 20 Metern eine erste gute Gelegenheit, sein Schuss verfehlte das Tor. Nur kurz darauf war es Nicolas Görtler, dessen Schlenzer nach schönem Zuspiel von Nikolai Altwasser ebenfalls sein Ziel nicht fand. Die Gäste hatten in der Anfangsphase wenig entgegenzusetzen.

Unnötige Ballverluste

Nach 22 Minuten musste FCE-Trainer Roberto Pätzold verletzungsbedingt wechseln, für Daniel Hofstetter kam Johannes Trautmann. Die Bamberger zeigten im Spielaufbau nun Schwächen, zu häufig verloren sie leichte Bälle. Vorlagen in die Schnittstelle oder lange Pässe fanden oft ihren Adressaten nicht. So bot sich den 1455 Zuschauern Fußball-Magerkost. Nach Wiederanpfiff dauerte es lediglich zwei Minuten, ehe Daniel Schäffler bzw. Schiedsrichter Stefan Treiber für den ersten Aufreger sorgten. Der Mittelfeldakteur kam nach einem energischen Alleingang im Strafraum zu Fall, die Pfeife des Referees aber blieb zum Entsetzen Schäfflers stumm. Direkt im Anschluss hätte David Najem für die Bamberger Führung sorgen können. Nach einem feinem Zuspiel von Görtler fand er sich alleine vor Arkenberg wieder, der jedoch mit einer Glanzparade den Einschuss verhinderte. Auch Trautmann scheiterte mit seinem Versuch im Nachschuss.

Die Bayreuther kamen trotz lautstarker Unterstützung der mitgereisten Anhänger nicht wirklich gefährlich vor Mario Allers Tor. Einzig bei Kontern, die rar gesät waren, überquerten sie die Mittellinie, allerdings rückte die Mannschaft zu selten nach, sodass die Angreifer häufig auf sich allein gestellt blieben. Nach einem Pressschlag aber fand sich Matthias Heckenberger alleine vor dem Tor, Aller aber war zur Stelle und beförderte den Ball aus der Gefahrenzone. Auf der Gegenseite war es Schäffler, der am herausgelaufenen Torhüter scheiterte.

Auf den ersten Sieg gedrängt

In den letzten zehn Minuten warfen die Bamberger alles nach vorne und drängten auf den ersehnten ersten Sieg. Sie schossen aus allen Lagen, das Tor aber wollte nicht fallen. Die beste Möglichkeit vergab Sandro Kaiser bei seinem Heimdebüt, als er eine Hereingabe von Schäffler über das Gehäuse von Arkenberg setzte. In der 90. Min. hatten die Hausherren Glück, dieses Derby nicht noch als Verlierer verlassen zu müssen. Marius Strangl spielte Aller aus, sein Schuss aus zehn Metern ging aber neben das leere Tor.

"In der ersten Halbzeit waren wir 20 Minuten die dominierende Mannschaft. Vornehmlich durch die Verletzung von Daniel Hof stetter ist dann ein Bruch im Spiel entstanden. Das haben wir nicht so gut verkraftet, und Bayreuth kam besser in die Partie. In der Pause haben wir das korrigiert und waren auch in der zweiten Hälfte wieder bestimmend. Wir standen hoch an der Mittellinie, dass es da zu Kontergelegenheiten kommen kann, ist klar", so Pätzold mit Blick auf die hochkarätige Möglichkeit von Strangl am Ende. "Es tut mir wahnsinnig leid für meine Mannschaft. Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen, außer die Verwertung der Chancen", kam Pätzold auf das Hauptproblem seiner Elf zurück.
FC Eintracht Bamberg: Aller - Najem, Hofstetter (22. Trautmann), Göpfert, Altwasser - Kauffmann - Schäffler, Wenninger (73. Gradl), Schmitt, Kaiser - Görtler / SpVgg Bayreuth: Arkenberg - Eckert, Ascherl, Zitzmann, Rinchiuso - Strangl, Heckenberger, Böhnlein, Wolf - Stolz (77. Kaiser), Ulbricht / SR: Treiber (Neuburg/Donau) / Zuschauer: 1455 / Gelbe Karten: Najem, Göpfert, Gradl / Zitzmann, Heckenberger, Eckert