Bamberg — Am Sonntag (17 Uhr) steht das mit Spannung erwartete Frankenderby zwischen dem Aufsteiger Bike-Cafe Messingschlager Baunach und dem Bundesliga-Absteiger s.Oliver Baskets Würzburg auf dem Spielplan der 2. BasketballLiga ProA. Eigentlich ist der sportliche Reiz der Partie zwischen dem souveränen Spitzenreiter aus Würzburg und dem Neuling aus dem kleinen Baunach schon groß genug, denn die Gastgeber liegen in sicherer Reichweite vor den Abstiegsplätzen und können mit einem Erfolg noch näher an die begehrten Play-off-Plätze heranrücken.

Doch auch das gewählte Ambiente verspricht ein Leckerbissen der laufenden Saison zu werden, schließlich ziehen die Baunacher zu diesem Derby in die große Brose Arena um und wollen dort einen neuen Zuschauerrekord für das Spieljahr 2014/15 aufstellen, der zurzeit bei 3284 Besuchern liegt.
Der wird sicher erreicht werden, zumal aus Würzburg eine große Zahl an Fans erwartet wird. Unter dem Motto "Heimspiel in Bamberg" hat ein Sponsor 1000 Busplätze für den kostenlosen Transfer zur Verfügung gestellt und setzt darauf, dass die Würzburger Anhänger die Halle dominieren. Das werden die Fans aus Bamberg und Umgebung sicherlich zu verhindern wissen, die alle gebeten werden, in Grün in die Halle zu kommen und den Gästen stimmlich Paroli zu bieten.

Für einen guten Zweck

Außerdem steht diese Partie unter einem "guten Stern", denn es werden insgesamt 10 000 Euro für die Aktionen "Freund statt fremd" und "Integra Mensch" gespendet. Zahlreiche Prominente aus Stadt und Land, wie etwa die Bürgermeister aus Bamberg und Baunach, Landrat Kalb oder der Geschäftsführer der 2. Liga, Daniel Müller, haben ihr Kommen angesagt und geben dieser Veranstaltung ein zusätzliches Flair.

Die sportliche Ausgangslage in dieser Schlagerpartie ist eigentlich eindeutig, denn die Gäste haben bisher erst zwei Niederlagen auf ihrem Konto und streben mit aller Macht den direkten Wiederaufstieg in die oberste Liga in Deutschland an. Für dieses Ziel gelang es ihnen, ihren letztjährigen Bundesliga-Etat fast zu halten. So konnten sie einen Kader verpflichten, den man ruhigen Gewissens als erstligareif bezeichnen kann. Gleich acht Amerikaner stehen momentan im Kader von Coach Doug Spradley, unter ihnen auch der ehemalige Bamberger Publikumsliebling Darren Fenn, der mit 14,8 Punkten pro Spiel und 7,2 Rebounds auch der effektivste Akteur der Baskets ist. Carlos Medlock (12,9 Punkte), Jason Dourisseau (12,7) und Jermaine Mallett (9,6) sind die weiteren Leistungsträger der Mainfranken, die mit einer Trefferquote von fast 48 Prozent aus dem Feld ebenfalls eindeutig die Liga anführen. Mit Basti Betz (10,0) kommt ein weiterer Bekannter in die Brose Arena, der schon für Baunach (damals noch in der 2. Regionalliga) und die Brose Baskets die Schuhe schnürte.

Schnell Respekt ablegen

Gegen den haushohen Favoriten müssen die Baunacher sicher einen ausgesprochen guten Tag erwischen, wenn sie etwas ausrichten wollen. Vor allem muss es gelingen, sehr schnell den Respekt abzulegen und zur eigenen Leistung zu finden. Dies gelang ja im Hinspiel (86:62) nur in ganz seltenen Phasen, vor allem auch, weil man damals den Ex-Bundesligaspieler Christian Hoffmann (Bayern München, Artland Dragons) nicht in den Griff bekam und ihm 20 Punkte gestattete. Das wird diesmal nicht passieren, verspricht Ivan Pavic, der sich schon darauf freut, in der Arena, in der er als Spieler zusammen mit Steffen Hamann große Erfolge feiern konnte, erstmals zu coachen: "Die Jungs sind heiß auf Würzburg und werden alles geben, um mit Hilfe unserer tollen Fans vielleicht die Sensation zu schaffen."
Bei diesem Spiel werden letztmalig auch Lose für die große Tombola zu Gunsten der Spendenaktion verkauft. Die Halle ist am Sonntag ab 15.30 Uhr geöffnet. hi