Am Samstag um 19 Uhr kommt es zum Spitzenspiel in der ProA, wenn der Tabellendritte aus Baunach beim hohen Meisterschaftsfavoriten aus Würzburg zu Gast ist. Die Unterfranken, die nach einer katastrophalen Saison im letzten Jahr den bitteren Gang aus der Bundesliga in die ProA antreten mussten, wollen diesen Betriebsunfall natürlich so schnell wie möglich vergessen machen. Dabei haben sie es geschafft, den Etat fast auf Bundesliganiveau zu halten und sind damit der absolute Ligakrösus, was die Finanzen angeht. Auch auf ihre treuen Fans können sich die Unterfranken verlassen, denn zu den Heimspielen strömen bisher regelmäßig an die 3000 Besucher in die schon etwas in die Jahre gekommene s.Oliver-Arena.

Auch das Team vom neuen Trainer Doug Spradley kann sich sehen lassen. Mit sechs US-Profis gespickt, sind die Würzburger heuer sicher das Maß aller Dinge, was die individuelle Klasse angeht. Hervorzuheben sind hier Spieler wie Darren Fenn, den viele Fans noch aus seiner Zeit in Bamberg kennen, oder der ebenfalls bundesligaerfahrene Stefan Jackson. Als eine Top-Verpflichtung kann zudem Dennis Tinnon betrachtet werden, der in der letzten Saison der Top-Rebounder in der ProA war. Mit Basti Betz, der vor elf Jahren das grün-weiße Trikot trug und in 14 Spielen 281 Punkte erzielte, findet sich auch ein früherer Baunacher Spieler im Kader des Aufstiegskandidaten.

Die Würzburger stehen ohne Niederlage an der Spitze der Tabelle und kommen nach zwei etwas schwächeren Begegnungen langsam in Fahrt. Dieser kleine Durchhänger hatte aber sicher mit den Verletzungen der Leistungsträger Jackson und Tinnon zu tun, die jedoch mittlerweile wieder voll einsatzfähig sind. Im letzten Spiel wurde Mitabsteiger Vechta dementsprechend mit 101:67 aus der Halle geschossen.

Engel fraglich, Premiere für Obst

Damit die Baunacher im ersten Frankenderby der Saison nicht genauso unter die Räder kommen, müssen sie am Samstag schon eine Top-Leistung abliefern. Ob dabei Aufbauspieler Alex Engel wieder eingreifen kann, steht noch nicht fest. Er hatte sich beim Aufwärmen im letzten Heimspiel am Fuß verletzt und konnte gegen Cuxhaven nicht spielen. Dagegen könnte Andi Obst, der am Mittwoch ein erfolgreiches Europacupdebüt bei den Brose Baskets feierte, erstmals nach seiner langwierigen Verletzung in dieser Saison auflaufen. Alle Baunacher Spieler werden also gefordert sein, um in der "Turnhölle", wie die Würzburger ihre Halle selbst nennen, eine Minimalchance zu haben.

"Wir haben nichts zu verlieren"

Trainer Ivan Pavic sieht grundsätzlich bei jedem Spiel eine Chance und will diese Siegermentalität auch auf sein Team übertragen. Damit dies gelingt, muss aber jeder Spieler an seine Leistungsgrenze gehen. Teammanger Jörg Mausolf betont: "Gegen Würzburg sind wir natürlich der krasse Außenseiter, aber was kann einer jungen Mannschaft Besseres passieren, als dass sie befreit aufspielen kann. Unser Team hat Qualität, das konnte man in den bisherigen Spielen sehen. Ob diese Qualität aber gegen ein Topteam wie Würzburg ausreicht, müssen die 40 Minuten am Samstag zeigen. Wir haben nichts zu verlieren." Zuschauer, die das Team nicht nach Würzburg begleiten, können die Begegnung live im Netz verfolgen. Tickets für den Baunacher Fanblock G in Würzburg kann man hierbestellen.