Andrea Pflefka vom Ju-Jutsu-Verein Karigane Bamberg hat sich in Hanau den Europacup in ihrer Kampfsportart geholt und sich dabei im Finale spektakulär gegen die polnische Doppelweltmeisterin Agnieszka Bergier durchgesetzt.

Beim Europacup, der offenen Europameisterschaft, treten Spitzenathleten aus aller Welt an. Aufgrund ihrer exzellenten Leistungen in der Ju-Jutsu-Bundesliga war Andrea Pflefka kurzfristig für einen der heiß begehrten Startplätze in der niedrigsten Gewichtsklasse der Frauen (- 49 kg) nachnominiert worden. Die Betreuung und kurze, aber intensive Vorbereitung übernahm der ehemalige Spitzenkämpfer und Vereins- und Landestrainer Thomas Freitag (Vizeweltmeister 2002).

Etwas verhalten begann Pflekas erster Kampf gegen die Russin Laman Dzhabbarova, die Siegerin der Moscow Open. Die Angriffe der Bambergerin im Part 1 (Faust-Fußkampf) konterte die Russin anfangs gut mit Fauststößen aus. Nach einem Talfallzug (Wurftechnik) und vor allem mit dem Einsatz von harten Fußstößen konnte sich die 35-Jährige schließlich absetzen und den Kampf mit 13:7 für sich entscheiden.


Konterstarke Dänin



Schwieriger wurde die nächste Begegnung mit Laura Veijlgaard aus Dänemark, die ebenfalls konterstark mit der Faust war. Nachdem sich im Wurfbereich und dem Bodenkampf kein Vorteil für eine der beiden Kämpferinnen ergab, brachte der Distanzbereich schließlich die Entscheidung. Pflefka kämpfte hier deutlich aggressiver und schneller als im ersten Kampf und trieb die Dänin mehrfach aus der Kampffläche. Mit drei Punkten Vorsprung sicherte sich die Oberfränkin den Sieg und die Finalteilnahme.

Dort wartete die Doppelweltmeisterin Agnieszka Bergier aus Polen. Beide Kämpferinnen lieferten sich einen ausgeglichenen, harten und schnellen Schlagabtausch mit ständig wechselnder Führung. Auch im Wurfbereich und im Bodenkampf schenkten sich die Deutsche und die Polin nichts. Der mit Abstand spannendste Finalkampf des Tages endete schließlich mit einem Punktegleichstand von 9:9. Da Andrea Pflefka aber mehr Ippons (höchste Wertung für eine Technik) als die Polin erzielte, gewann sie das Finale und damit den Europacup in ihrer Gewichtsklasse.