Jessica Miller lässt die Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg nach dem Abstieg aus der Bundesliga nicht im Stich. Die US-Amerikanerin will mithelfen, dass in der Hochburg Damenbasketball auf hohem Niveau erhalten bleibt. Sie verlängerte ihr Engagement im DJK-Trikot. Unsere Zeitung unterhielt sich mit der 26-Jährigen, die auf den Guard-Positionen zu Hause ist und in ihr fünftes Jahr in Bamberg geht.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie auf die letzten vier Jahre in Bamberg zurückblicken?
Jessica Miller: Zuhause, Freunde, Familie, Meisterschaften, Enttäuschung, Frust, Chancen, Begeisterung - sind die Worte, die mir als erstes in den Sinn kommen. Bamberg ist in den letzten vier Jahren mein Zuhause geworden. Ich liebe diese Stadt und freue mich auf das fünfte Jahr. Ich habe viele großartige Menschen kennen gelernt und enge Freundschaften aufgebaut.
Meine Teamkolleginnen, deren Eltern oder sogar Großeltern, sämtliche Trainer und die DJK-Organisation waren, beziehungsweise sind wie eine große Familie für mich. Dann natürlich die Meisterschaften. Es gibt kein schöneres Gefühl, als sich ein Ziel zu setzen und es zu erreichen oder gar zu übertreffen. Für dieses großartige Gefühl arbeitest du die ganze Saison über hart. Auf der anderen Seite steht die Enttäuschung. Die bittere Erkenntnis, dass mehr möglich gewesen wäre und du einen Schritt zurück anstatt vorwärts gegangen bist. Das frustriert dich, weil du nicht in der Lage warst, deinen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber es bieten sich immer wieder neue Chancen. Wir haben jetzt die Gelegenheit, die neue Saison zu einer erfolgreichen zu machen. Die Begeisterung dafür lebt!

Wie denken Sie über die abgelaufene Saison? Wie sah Ihre Gefühlswelt vor acht bis zehn Wochen aus, und wie bewerten Sie sie heute?
Es war ein sehr enttäuschendes und frustrierendes Jahr. Wir haben unser Ziel nicht erreicht und in den entscheidenden Situationen versagt. Aber die letzte Saison ist bereits Vergangenheit, und die Aufgabe lautet, mental und physisch zuzulegen. Die Erinnerung an die vielen Rückschläge sollte Motivation genug sein, uns selbst bis an die Grenzen und darüber hinaus zu fordern. Wir müssen bereit sein, jede für sich und als Team. Ich konzentriere mich darauf, was ich tun kann, um besser zu werden und mit meiner Mannschaft eine erfolgreiche Runde zu spielen.

Was waren die Hauptgründe für ein weiteres Jahr mit der DJK Brose Bamberg?
Bamberg ist meine zweite Heimat. Dort habe ich meine Profi-Laufbahn begonnen. Wir sind zusammen durch dick und dünn gegangen, haben grausame Niederlagen einstecken müssen und großartige Erfolge gefeiert. Ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden, einige Spielerinnen sind mittlerweile fast wie Schwestern für mich. Die Fans sind fantastisch und ich bin unendlich dankbar, alles für diese Stadt geben zu dürfen. Wenn ich die USA verlasse und nach Bamberg zurückkehre, ist es, als würde ich ein Zuhause für das andere tauschen. Das ist ein tolles Gefühl.

Wie sehen Sie den Neustart in der 2. Liga?
Als wettkampfbegeisterte Sportlerin bin ich natürlich enttäuscht darüber, dass wir nicht über den Saisonstart in der Bundesliga sprechen. Das hat immer noch einen faden Beigeschmack, aber ist nun einmal die Situation, in die wir uns selbst gebracht haben. Ich denke, wir müssen bereit sein und uns so vorbereiten, als würden wir in unsere dritte Erstliga-Spielzeit gehen. Wenn wir das schaffen, werden wir an alte Erfolge anknüpfen können.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt, persönlich und mit dem Team?
Ich fokussiere mich darauf, eine gute Kapitänin und Führungsspielerin zu sein. Ganz gleich, ob das bedeutet, dass ich offensiv Verantwortung tragen oder Rebounds holen muss oder aber auf der Bank sitze und meine Teamkolleginnen anfeuere. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, diese Mannschaft in die Spitzengruppe der 2. Liga zu führen. Es ist sicher zu früh, um über realistische Ziele zu sprechen, aber wir wollen selbstverständlich das Maximum herausholen. Wenn wir uns kleine Ziele setzen und diese Schritt für Schritt erreichen, ist vieles möglich.