Der SV Memmelsdorf hat die Saison in der Fußball-Landesliga Nordwest auf dem zehnten Platz beendet. Die Schützlinge von Trainer Rolf Vitzthum holten 47 Punkte. Dabei gewannen die Bamberger Vorstädter 14 Spiele, holten fünf Unentschieden und mussten den Platz 15 Mal als Verlierer verlassen. Die Spielzeit gestaltete sich somit mitunter vielleicht doch komplizierter, als es sich die Verantwortlichen des SVM erhofft hatten.

Nach einem sehr guten Start in das erste Drittel der Saison stand der SVM zwischendurch auf dem hervorragenden zweiten Tabellenrang, und der ein oder andere vermochte schon wieder Bayernliga- Luft verschnuppern. Der sportliche Leiter Marco Krötsch hingegen war von Anfang an auf realistisches Understatement bedacht. Nach dem Abstieg aus der Bayernliga Nord im Jahr zuvor und der kompletten Umgestaltung der ersten Mannschaft war schon zu Beginn der Spielzeit ein Platz im guten Mittelfeld das angestrebte Ziel.
Dieses besagte, möglichst nichts mit einem erneuten Wiederabstieg zu tun haben und langsam ein neues, wettbewerbsfähiges Team formen.


Auf Hoch folgte Tief

Nach der kolossalen Neuformierung, unter anderem mit einigen vorherigen Spielern der zweiten Mannschaft, hatte das Trainerteam Vitzthum/ Fleischmann, zusammen mit ihren Kapitänen Philipp Grasser und Tobias Seifert, alle Hände voll zu tun, eine eingespielte Mannschaft zu formen. Dies schien anfangs bestens zu funktionieren. Nach dem Hoch an der Spitze der Tabelle folgte dann allerdings eine Negativ-Serie, die den SV Memmelsdorf bis an den Rand der Abstiegsränge führte und von denen er sich bis zum Ende der Saison nicht mehr wirklich loseisen konnte. Erst am vorletzten Spieltag wurde der Verbleib in der Landesliga Nordwest gesichert.


Einstelliger Platz war möglich

Bemerkenswert ist, dass Winter-Abgang Thomas Kamm, den es zum FC Eintracht Bamberg 2010 zog, dabei am Ende mit elf Treffern die meisten Treffer des SVM erzielte, obwohl er nur etwas mehr als die Hälfte der Spielzeit an der Schmittenau aktiv war. Zieht man also Bilanz, lässt sich konstatieren, dass ein einstelliger Tabellenplatz absolut möglich gewesen wäre. Für Ränge im vorderen Bereich haben die Spiele gegen die "großen" Gegner gezeigt, dass der SVM noch nicht so weit ist, um wirklich mitzuhalten. Lediglich gegen den TSV Kleinrinderfeld konnte am letzten Spieltag gewonnen werden.

Für die kommende Saison hat Vitzthum fünf Wunschspieler in die Schmittenau lotsen können: Torwart Florian Dörnbrack (TSV Burgebrach), Mittelfeldspieler Michael Wernsdorfer, Abwehrspieler Philipp Hörnes (beide SpVgg Stegaurach) sowie die Rückkehrer Markus Saal (SV Merkendorf) und Thomas Kamm (FC Eintracht Bamberg). Allerdings haben die Memmelsdorfer auch Abgänge zu beklagen. Kapitän Philipp Grasser kehrt zum TSV Breitengüßbach zurück, Erik Sussner wechselt zum TSV Schammelsdorf, Fabian Neuß zum SV Würgau. Weniger glücklich ist SVM-Coach Vitzthum, dass nach Sven Schwinn nun wohl auch Thomas Görtler, Stanimir Bugar und Dominik Oppelt die Memmelsdorfer in Richtung Nachbarn und Ligarivalen FC Eintracht Bamberg 2010 verlassen. Vitzthum: "Das passiert eineinhalb Wochen vor Ende der Wechselfrist, und nun stehen wir da." Der Gymnasiallehrer ist als Sportsmann bekannt. Abwerbeversuche im März, als es dem FCE ganz schlecht ging, hat er unterlassen. "Und jetzt", so Vitzthum, "stehen schon wieder relativ horrende Summen im Raum."


Heute erstes Testspiel

Sein erstes von neun Vorbereitungsspielen auf die neue Saison bestreitet der SV Memmelsdorf heute Abend um 19 Uhr gegen den Nordost-Landesligisten Baiersdorfer SV. Die weiteren Testspiele lauten wie folgt: Freitag, 24. Juni, 18.30 Uhr, gegen TSV Neudrossenfeld; Sonntag, 26. Juni, 16 Uhr, gegen SV Merkendorf; Mittwoch, 29. Juni, 18.30 Uhr, beim FC Coburg; Samstag, 2. Juli, 17 Uhr; beim FSV Bayreuth; Sonntag, 3. Juli, 15 Uhr, beim ASV Naisa; Mittwoch, 6. Juli, 18.30 Uhr, beim TSV Schammelsdorf; Samstag, 9. Juli, 14 Uhr, gegen SV Bosporus Coburg; Sonntag, 10. Juli, 15 Uhr, gegen FC Sand. pg/red