Anfang Juni wurden im badischen Walldorf die besten Ju-Jutsu-Kämpfer Europas ermittelt. Andrea Pflefka vertrat Deutschland hier in der leichtesten Gewichtsklasse der Frauen (-49 kg).

Im Auftaktkampf traf sie auf die Russin Oksana Moskalenko, eine sehr gute Faust-Fuß-Kämpferin. Mit hoher Angriffsdichte und schnellen Richtungswechseln ließ die Bambergerin der Russin keine Chance, selbst zu punkten und setzte zum Schluss deutlich mit 15:3 durch.

Eine der erfolgreichsten und erfahrensten Ju-Jutsu-Kämpferinnen war nächste Gegnerin der Bambergerin. Annabelle Reydy aus Frankreich dominierte jahrelang die Gewichtsklasse bis 55 kg und wurde dort dreifache Weltmeisterin und dreifache Europameisterin. Ihre besonderen Stärken liegen im Wurfbereich und Bodenkampf. Unbeeindruckt hiervon setzte Pflefka ihr bereits im ersten Kampf erfolgreiches Konzept auch hier wieder um. Mit schnellen Faust-Fuß-Kombinationen setzte sie die Französin durchgehend unter Druck. Auch im Wurfbereich arbeitete die Deutsche blitzschnell und warf die überraschte Französin mehrfach. Lediglich im Bodenkampf konnte die Deutsche der erfahreneren Reydy wenig entgegensetzen und musste dort Punkte abgeben. Zwei gut getroffene Fußstöße entschieden den Kampf zugunsten der Bambergerin.

Auch die amtierende Doppelweltmeisterin Agnieszka Bergier aus Polen konnte dem schnellen und aggressiven Kampfstil der Bambergerin an diesem Tag wenig entgegensetzen. Mit schnellen Faustkombinationen sowie einem Ippon (volle Punktzahl) für eine Innensichel gewann Pflefka mit einem Vorsprung von fünf Punkten gegen die polnische Judo-Spezialistin.


Augeglichener letzter Kampf

Im letzten Kampf traf die Bambergerin auf Anastasia Tonelli aus Italien, die sich ebenfalls in den letzten Jahren auf Welt- und Europameisterschaften regelmäßig platzieren konnte. Es wurde der erwartet harte und spannende Kampf, da Tonelli ähnlich schnell und aggressiv wie die Deutsche kämpft. In einer überwiegend in Part 1 (Tritt- und Schlagbereich) geführten Begegnung punkteten beide Kämpferinnen gleichmäßig, ohne dass sich eine nennenswert absetzen konnte. Zum Schluss ergab sich zwar ein Punktegleichstand von 6:6, in der Unterbewertung hatte die Italienerin jedoch mehr Ippons (volle Punktzahl) und entschied dadurch den Kampf für sich.

Da jedoch während des gesamten Turnierverlaufs jede der Kämpferinnen mindestens einen Kampf verloren hatte, entschied am Ende das Sieg-Niederlage-Verhältnis. Und hier war das Ergebnis eindeutig: Andrea Pflefka konnte sich mit einem komfortablen Vorsprung von acht Punkten gegenüber der Französin (Silber) und der Italienerin (Bronze) durchsetzen und sich somit die Goldmedaille sichern.