Auf den Sieg gegen den Titelverteidiger und eine starke Halbzeit beim Meisterschaftsfavoriten Nummer eins folgt die Ernüchterung gegen den Tabellensiebten: Mit 62:77 verlor die DJK Brose Bamberg am Samstag vor gut 400 Zuschauern ihr Heimspiel gegen die Rhein-Main Baskets und damit an Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin drei Siege.

"Wir müssen uns nichts vormachen, auch wenn es noch fünf Spiele sind und rechnerisch weiterhin Chancen bestehen. Nach der heutigen Niederlage muss man realistisch sein und einräumen, dass es in dieser Saison wohl nicht gereicht hat", verzichtete DJK-Trainer Steffen Dauer auf Durchhalteparolen. Zu groß war die Enttäuschung ob der eigenen Darbietung. "Das war ein Spiegelbild der Saison. Wir haben reihenweise gute Möglichkeiten ausgelassen, was der Gegner bestraft hat. Der gezeigte Wille und Einsatz im Kampf um freie Bälle oder in der Verteidigung nutzen dann in letzter Konsequenz auch nichts, wenn man im Angriff den Ball nur zögerlich oder gar nicht bewegt", fasste Dauer die nackten Zahlen in Worte.

24 Treffer aus dem Feld bei insgesamt 82 Versuchen (29 Prozent) wies die Statistik für die Bambergerinnen aus, darunter 5/27 (18 Prozent) von der Dreierlinie. Dank zweistelliger Werte von Janae Young und Brett Benzio dominierten sie zwar das Rebound-Duell, schafften es aber nicht, in den entscheidenden Phasen der Begegnung ihr Leistungsniveau konstant zu halten. Ein hohes Maß an Nervosität und fehlende Cleverness beschäftigten den Aufsteiger streckenweise mehr als der Gegner, der beharrlich sein Programm abspulte, indem er entweder konsequent den Korb attackierte und sich Freiwürfe verdiente (insgesamt 37 - Bamberg 11) oder aber offene Würfe aus der Distanz hochprozentig verwertete (7/13).

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Pressverteidigung der Hessinnen und eines andauernden Rückstands gestalteten die DJK-Damen das Spiel dennoch bis in die ersten Minuten der zweiten Halbzeit eng, ehe die Differenz erstmals einen zweistellig wurde (35:45). In der Folge kontrollierten die Rhein-Main Baskets das Geschehen.

Die Niederlage in eigener Halle verschärft die Situation der Bambergerinnen (6:28 Punkte) weiter. Nach wie vor trennen sie bei noch fünf ausstehenden Partien drei Siege vom rettenden Ufer. "Einerseits haben wir es nicht mehr nur selbst in der Hand, andererseits brauchen wir auch nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenten zu achten, wenn wir unsere Hausaufgaben nicht erledigen. Solange aber eine theoretische Chance besteht, werden wir nicht aufgeben", kündigte Dauer an.

In der Hoffnung, neben dem Spiel gegen die Rhein-Main Baskets nicht auch noch seine Kapitänin Jessica Miller verloren zu haben. Miller erlitt einen Schlag auf die linke Hand, über das Ausmaß der Verletzung sollen eingehendere Untersuchungen Aufschluss geben.

DJK Brose Bamberg: Young (16), Hartmann (12), Drammeh (9), Miller (7), Beck (4), Benzio (4), Lohneiß T. (4), Münder (3), Sokman (3), Gut, Lohneiß A., Zeis