"Deutscher Vizemeister Berg 2012", so darf sich Alfred Riemer von der Concordia Strullendorf nennen. Auf dem Höchstengipfel bei Urnau am Bodensee fuhr der Routinier in Sachen Radrennsport knapp geschlagen auf Platz 2 bei den Senioren 4 (ab 60 Jahre).
Als Einzelbergzeitfahren ausgeschrieben, mussten die Athleten zuerst einen Qualifikationslauf auf einer 8,3 km langen Strecke mit 3,5- bis elfprozenigen Steigung bewältigen. Dabei ging es von Urnau am Bodensee hinauf auf den Höchsten, einem bekannten Berg in der Region, an dem sich auch jeder Hobbyfahrer mit einer fest installierten Zeitmessanlage das ganze Jahr über testen kann.
Alfred Riemer startete als Zweiter: "Das war schon eine schlechte Ausgangssituation, weil du nach vorne keine Zeit-Orientierung hast. Du musst dann fahren, was Kopf und Beine hergeben." Nach der halben Wegstecke hatte Riemer seinen 15 Sekunden vor ihm gestarteten Vordermann eingeholt und im Ziel dann nochmals rund 30 Sekunden Vorsprung herausgefahren. Die Uhr blieb bei 19:32 Min. stehen. Alle Experten waren sich sicher, das war der Sieg. Man gratulierte ihm schon nach dem ersten Durchgang, aber es kam anders. Denn zum Ende hin startete mit Roland Grübel ein Unbekannter in der Rennszene und legte die neue Bestzeit von 18:54 Min. hin.
Der Ergebnislauf wurde drei Stunden später als Verfolgungsrennen nach der Gunderson-Methode gestartet, das heißt, der Sieger des ersten Laufes startete als erster, so dass Roland Grübel 38 Sekunden vor Riemer auf die Bergstrecke ging. Bis zur Hälfte der Strecke konnte der Concorde gegen den Mann von der Metzeler-Sport-Gemeinschaft nicht groß aufholen. Dazu machte der Himmel voll seine Schleusen auf, und das bei sieben Grad, was nochmals ein Nachteil für Riemer war. "Von hinten hatte ich aufgrund meines Zeitpolsters aber nichts zu befürchten und so konnte ich mich auf dem restlichen Weg nach oben zum Ziel über den gewonnenen Vize freuen", sagte Riemer. Außerdem durfte er nach 360 Höhenmetern auf dem roten Teppich mitten ins Festzelt auf dem 837 m hohen Höchsten unter dem Applaus der Fans fahren.
Der erfolgreiche Jugendfahrer der Concordia, Juri Fischer, ersprintete sich beim Rundstreckenrennen in Wettstetten nach 60 km hinter Fabian Geißenberger Platz 2. Teamkollege Pascal Hartmann fuhr auf Rang 18.