Von Beginn an taten sich die Memmelsdorfer schwer, ihren Rhythmus zu finden und dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.

Unsicherheiten in der Annahme machten es dem Zuspieler Werner unnötig schwer, seine Angreifer wie gewohnt in Szene zu setzen. Die daraus resultierenden Angriffsfehler spielten den Gästen aus dem Nürnberger Umland in die Karten. Beim Stand von 4:7 sah sich Coach Juri Mühlstein zur ersten Auszeit gezwungen, doch auch diese half nicht. Mit 7:13 überließ man den Mittelfranken nahezu kampflos das Feld. Doch wendete sich zur Mitte des Satzes das Blatt, die Hausherren holten auf und drehten nach der zweiten Auszeit beim 22:21 gar das Spiel noch. Mit 25:23 ging der Satz mit Mühe und Not an die Gastgeber.

Mit 3:0 legte die Mühlstein-Truppe nun einen furiosen Start aufs Parkett. Auch kurzzeitige Bemühungen auf Katzwanger Seite halfen wenig, das Team um Interims-Kapitän Tim Schmelzer aufzuhalten. 9:3, 15:8 und 19:9 hießen die Zwischenstände in der nun einseitigen Begegnung - zumindest auf dem Papier. Denn immer noch spielte der SCM keinen Volleyball, sondern "krampfte" auf dem Feld irgendwie die Punkte zusammen. So war es auch nicht verwunderlich, dass die von Dieter Kleineidam trainierten Gäste aufholen konnten. Doch letztlich war der Vorsprung zu groß, und man musste sich mit 18:25 dem SCM beugen.

Im dritten Abschnitt verschlief der SCM den Satzbeginn, kein Team konnte sich entscheidend absetzen (11:13). Die Partie plätscherte eher mäßig dahin. Als sich auch noch das Schiedsgericht mit umstrittenen Entscheidungen diesem keineswegs bayernliga-tauglichen Niveau anpasste, entwickelte sich eine hitzige Atmosphäre in der Seehofhalle. Der SCM gab den Satz mit 24:26 ab. "Leute, das ist unsere Halle. Das sind unsere Fans. Also lasst uns verdammt nochmal Volleyball spielen und das Ding gewinnen!", versuchte Außenangreifer Markus Neufeld nochmals, das Team zu motivieren.

Nach einem verhaltenen Beginn schienen diese Worte dann doch angekommen zu sein. Endlich spielte man die Blockstärke gekonnt aus, und auch in der Abwehr konnte man den einen oder anderen gegnerischen Angriff entschärfen. Über 7:4 und 11:7 sammelte man Punkt für Punkt ein. Die Stimmung auf und neben dem Feld passte, und der SCM hatte nun das Spiel fest im Griff. Beim 23:14 kam Neufeld für die letzten Minuten aufs Feld und konnte mit einem guten Angriff den Matchball für die Herren I des SCM sichern. Dieser konnte zwar noch mehrfach abgewehrt werden, doch schlussendlich wurde der Satz verdient mit 25:16 gewonnen.

Jochen Neumerkel, diesmal wieder als Außenangreifer auf der Reservebank, resümierte: "Heute hat gar nichts gepasst. Es war keine Stimmung auf dem Feld, jeder war verunsichert und verkrampft. Das war definitiv nicht schön von außen anzusehen. Ein großes Dankeschön an unsere Zuschauer, die trotzdem bis zum Ende durchgehalten haben!" Mittelblocker Paul Seidel meinte: "Egal wie, das Ergebnis zählt." Mit diesem hart erarbeiteten 3:1-Heimsieg hat der SCM (7.) nun sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und kann sich in den nächsten 14 Tagen in Ruhe auf das Auswärtsspiel bei der Bayernliga-Vertretung des VC Eltmann vorbereiten.

SC Memmelsdorf: Beger, Breuninger, Jacob, Kolb, Neufeld, Neumerkel, Schmelzer, Seidel, M. Werner, T. Werner; Trainer: Mühlstein