Herzogenreuth
Ferien

Sommertage im Zeltlager

Behinderte und Nichtbehinderte verbrachten einige Tage gemeinsam auf der Jurahochfläche.
Auf dem Programm standen verschiedene Spiele  Foto: Joseph Beckj
Auf dem Programm standen verschiedene Spiele Foto: Joseph Beckj
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Sommer, Ferien, Zeltlager, was gibt es Schöneres für Kinder und Jugendliche. Für 67 Teilnehmer aus ganz Bayern wurde dieser Traum Wirklichkeit. Möglich gemacht haben dies der Stamm "Faber-Nürnberg" vom Bund der Pfadfinder (BdP) und der Lions Clubs in den Distrikten Bayern-Nord und -Ost auf einer Wiese am Waldrand auf der Jurahochfläche zwischen Tiefenellern und Herzogenreuth.


32 ehrenamtliche Helfer

Die Buben und Mädchen im Alter zwischen acht und 17 Jahren kamen mit Bussen von Würzburg und Nürnberg angereist. Zehn Tage lang blieben sie weg von zu Hause und weg von der Zivilisation, sie mussten mit Hilfe der 32 ehrenamtlichen Teamer alles selbst organisieren. Da galt es zunächst die Schlafzelte für die neuen Gruppen aufzubauen, aber auch Zelte für Essen, für Spiele, ein Tee- und Kaffee/Kakaozelt, eines für den Vorrat an Spielen, für Verletzte und natürlich für die Küche.
Anstelle der Donnerbalken gab es Dixieklos, das Wasser lieferte die Freiwillige Feuerwehr Litzendorf mit ihrem Tanklöschwagen und füllte es jeden Tag frisch in mehrere Tausend-Liter-Container.


"Lagerurgestein"

Chef im Lager ist Devrim Ekin, ein Zeltlagerurgestein und erfahrener "Haudegen" für so ein großes Unternehmen. Mit seiner Erfahrung aus vielen Lagerleben ist er nicht aus der Ruhe zu bringen, führt aber doch konsequent Regie. Zwar kann er sich auf seine Helfer verlassen, er will und muss aber über alles Bescheid wissen, hat er doch letztendlich auch die Verantwortung für seine Schützlinge.
Der 40-Jährige, der eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger macht, erzählt mit Freude von der Möglichkeit, Jugendlichen mit und ohne Behinderung unabhängig von der Schulform für eine bestimmte Zeit etwas Besonderes zu bieten. Er fasst es so zusammen: "Wir möchten den Jugendlichen hier im Sommerzeltlager eine eigene schöne Welt bieten." Ida Loy aus Freising findet: "Die Gruppe macht Spaß, und zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt es keine Probleme. Deshalb möchte ich nächstes Jahr auch Teamerin machen und selbst Verantwortung übernehmen."
Dazu ist natürlich auch ein gutes Programm nötig, denn Handys sind hier verboten. Es gibt kleine Aktionen, wie Volleyball- und Fußballspiele, Filzen, Leder und Wolle verarbeiten, Kreisspiele und vieles mehr.


Klettern im Hochseilgarten

Höhepunkte sind aber Klettern im Hochseilgarten, eine Kanutour auf dem Obermain, der mehrmalige Besuch des Freibades in Zapfendorf und Nachtwanderungen. Das sehr beliebte Lagerfeuer musste dieses Mal wegen der extremen Dürre leider ausfallen, alle Behörden vom Landratsamt bis zu den Gemeinden untersagten es wegen der großen Brandgefahr. Auch das Kochen mit Gasflaschen in einem benachbarten Zeltlager wäre dieser Vorsorge fast zum Opfer gefallen.
Als Ausgleich für das entgangene Lagerfeuer errichtete die Litzendorfer Feuerwehr eine Hydrowand, an der dann bei den Hochsommertemperaturen wahre Wasserschlachten und Kämpfe mit Schwämmen und Softgummischläuchen stattfanden. Dazu hatten die Pfadfinger auch alle aus dem Nachbarlager der "Stella matutina" eingeladen, die sich mit Freude daran beteiligten.
Ansonsten macht jedes Zeltlager aber sein eigenes Programm. Am Ferienbeginn waren neben den bereits genannten noch drei andere Gruppen auf Zeltlager, so dass es schon ein bisschen von Jugend wimmelte in der ansonsten einsamen Gegend.
Großes Lob zollten alle dem Küchenteam und seinem Leiter Robert Rauner, die es immer wieder verstanden, die hungrigen Mägen zu füllen.
Lagerchef Ekin dankt besonders Thomas Drehsen aus Bamberg, der als Jugendbeauftragter von Lions nicht nur für die finanzielle Unterstützung sorgt: "Er ist immer da, um uns tatkräftig zu helfen, sei es beim Auf- oder Abbau des Lagers oder bei Besorgungen aller Art." Da jeder Teilnehmer nur 100 Euro bezahlen muss, ist für die Gesamtkosten so leicht ein hoher Betrag aufzubringen. Lions BN und BO unterstützen diese Lager seit rund 40 Jahren, eine tolle Sache sagen alle Jugendlichen wie aus der Pistole geschossen.