Vor acht Jahren öffnete die private Montessori-Schule ihre Türen am Jakobsplatz. Allerdings können die Schüler dort bisher lediglich ihre Grundschulzeit verbringen. Dies soll sich zum neuen Schuljahr ändern. "Wir haben auf unserer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, dass die Grundschule um eine Sekundarstufe erweitert werden soll", erläutert Andrea von Wartenberg vom Vorstand der Montessori-Fördergemeinschaft.

Ziel soll es sein, dass künftig Schüler ihren Schulabschluss durchgängig auf dem Montessori-Bildungsweg erreichen können. Daher wurde bei der Regierung von Oberfranken ein Antrag für die Errichtung einer Hauptschule beantragt. Mit der Genehmigung wird noch im laufenden Schuljahr gerechnet.

"Neben dem Hauptschulabschluss wollen wir ferner unseren Schülern in naher Zukunft eine Mittlere Reife und zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Oberstufe anbieten", schildert von Wartenberg. Großen Wert lege man auf einen soliden Aufbau der Schule. Daher werde im kommenden Schuljahr erst eine Klasse für die Jahrgangsstufe fünf und sechs angeboten. In den folgenden Jahren soll die Schule dann kontinuierlich erweitert werden.

Die Montessori-Schule ist wie jede andere staatlich anerkannte Schule an den bayerischen Lehrplan gebunden. Lediglich die Umsetzung der Lerninhalte unterscheidet sich von anderen Schulen. "So gibt es an der Montessori-Schule weder Noten noch einen 45-Minuten-Takt. Vielmehr setzen unsere zwei Pädagogen - eine Klasse wird immer von zwei Lehrkräften unterrichtet - auf Freiarbeit, in der Lerninhalte individuell und selbstorganisiert bearbeitet werden", erklärt Andrea von Wartenberg. Ebenso gehört die Jahrgangsmischung in den Klassen zum Konzept der Schule, genauso wie der Schwerpunkt auf den musikalischen Bereich.


Private Trägerschaft



In der Bamberger Montessori-Schule werden mehrere Schülerjahrgänge in einer Klasse zusammengefasst. Und zusätzlich zum normalen lehrplanbezogenen Musikunterricht ist jeder Schüler verpflichtet, an zwei Neigungsgruppen wie Chor, Orff und Percussion oder Tanz teilzunehmen. Die Montessori-Schule bietet auch eine Mittagsbetreuung bis 16 Uhr an sowie außerschulische Projekte in Sport, Musik und Kunst.

Auch ist ein Wechsel an eine andere Regelschule jederzeit möglich. Kinder, die beispielsweise ein Gymnasium besuchen möchten, müssen in jedem Fall die so genannte Übertrittsprüfung dieser Schulen besuchen. Vonseiten der Montessori-Schule werden sie zudem im Rahmen eines zusätzlichen Unterrichtes auf die Prüfungen vorbereitet.

Da sich die Montessori-Schule in privater Trägerschaft befindet und die Regierung von Oberfranken somit nur einen Teil der anfallenden Kosten übernimmt, sind mit dem Besuch der Schule Kosten verbunden. Derzeit fällt für die Grundschule eine einmalige Aufnahmegebühr von 1500 Euro an. Zum anderen wird ein monatliches Schulgeld in Höhe von 155 Euro pro Kind erhoben, Geschwisterkinder erhalten eine Ermäßigung. Darin ist bereits ein Großteil der Material- und Projektkosten enthalten. In jeder Klasse gibt es eine bestimmte Anzahl vergünstigter Schülerplätze für Eltern mit geringem Einkommen.

Um die neuen Schüler unterzubringen, ist die Anmietung neuer Räume geplant. Laut Förderverein sind bereits erste Vorverträge unter Dach und Fach. Sobald die Genehmigung vorliegt, können die neuen Schulräume angemietet werden. Langfristig will man Grundschule und Sekundarstufe unter einem Dach vereinen.