Cornelia Burkard ist "Ur-Seußlingerin mit Leib und Seele" und freut sich darauf, mit der Familie, Nachbarn und Freunden auf das kommende Festjahr mit einem Glas Sekt anzustoßen. Selbstverständlich hat sie "sofort Ja gesagt", als sie gefragt wurde, ob sie sich bei der Organisation und der Durchführung der Feierlichkeiten beteiligen möchte.

Gedanken hat sich darüber schon im Vorfeld gemacht und den ein oder anderen Mitbürger mit ihrer "Begeisterung angesteckt". So öffnet die Familie am 22. und 23. Juni ihren Hof gegenüber von St. Sigismund und wird die Gäste mit selbst gemachten Ziebeleskäs, Griefenfett- und Schinkenbroten sowie Hausbrau-Bier bewirten. Gezeigt wird dort dann wie früher Seile gedreht und Reisig-Besen gebunden wurden.

Der verstorbene Vater von Cornelia Burkard hat in den Wintermonaten bis zu 50 solche Besen gefertigt. Auch ihre Mutter lebt nicht mehr. "Beide Elternteile haben noch so vieles über Seußling gewusst." Sie konnten dem Autorenteam der Mitte des Jahres erscheinenden Festschrift noch einige interessante Details erzählen und Bilder und Zeitungsausschnitte über Seußling zur Verfügung stellen.

Herausforderung für neuen Gemeinderat

Eine Herausforderung wird das Festjahr auch für den neuen Seußlinger Gemeinderat Dieter. Kaum ist er im letzten September in den Altendorfer Gemeinderat nachgerückt, verlangt das neue Jahr darüber hinaus sein besonderes Engagement als Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Seußling. Für die örtliche Feuerwehr ist es "Ehrensache", sich im alten Schulhof aktiv am Festgeschehen zu beteiligen. So wird die historische Feuerwehrspritze zu sehen sein und am Festumzug von einem Pferdegespann gezogen werden. Es fehlen noch die historischen Feuerwehruniformen, doch auch hier ist Dieter Nagengast zuversichtlich, dass es "für dieses Problem eine Lösung geben wird".

Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) betrachtete in seiner Ansprache die Geschichte Seußlings exemplarisch und spannte den Bogen von der ersten urkundlichen Erwähnung 1073 bis in die Gegenwart zu spannen. Dabei betonte er, dass "Geschichte nicht nur die Großen schreiben, sondern alle, die sich einbringen und in einem Ort Spuren hinterlassen" und dass "vieles, was Seußling heute prägt und diesen Ort so lebenswert macht, nur in gemeinsamer Anstrengung aller erreicht wurde." Der Bürgermeister dankte allen, die an der Erstellung der Festschrift, der Organisation des Festjahres und der Umsetzung der einzelnen Veranstaltungen beteiligt sind oder waren.

Heinrich Schubert vom Festausschuss machte Bürgermeister Wagner abschließend zum Schirmherrn über das Festjahr 2013. Er überreichte ihm zuerst ein kleines Deko-Schirmchen, aber da man schließlich das ganze Jahr feiern will, wurde dieses wieder eingesteckt und durch einen großen blauen Regenschirm mit dem Seußling-Logo ausgetauscht. Vor dem Neujahrsempfang in der Pfarrscheune hatte Pater Maria (MSFS) in der Kirche einen Gottesdienst gefeiert.