Der rumänische Kapitän eines 86 Meter langen Schiffes wertete offensichtlich kurz nach dem Ablegen von der Schleusenmauer das Bild auf seinem Radarschirm falsch aus und steuerte beim Erkennen eines entgegenkommenden, 105 Meter langen deutschen Schiffes zu extrem in Richtung Ufer. Dabei geriet die Steuerbordseite des Frachters an fest verankerte Bojen, was den Schiffsführer dazu zwang, entgegenzusteuern. Gleich darauf stieß der Bug des rumänischen gegen den Bug des in Richtung Bamberg fahrenden Schiffes.

Beim Zusammenstoß verlor das in Richtung Nürnberg fahrende Schiff einen Teil seines Ankers und in der Schiffswand entstand ein etwa 30 Zentimeter großes Loch, durch das Wasser in den vorderen Bereich des Buges lief. Da der Schott dicht war, konnte ein Absinken des Vorschiffs verhindert werden. Die Wasserschutzpolizei musste Taucher vom Wasser- und Schifffahrtsamt anfordern, die nach dem verloren gegangenen Teil des Ankers suchten.

Der rumänische Schiffsführer wird wegen Missachtung von Fahrregeln bei Radarfahrt angezeigt. Die Schadenshöhe dürfte sich auf knapp 100.000 Euro belaufen. Verletzt wurde zum Glück niemand, heißt es im Polizeibericht.