BBV-Kreisobmann Edgar Böhmer beklagte, dass die Tierhaltung am meisten am Pranger stehe, kam dann aber auf sein "Lieblingsthema", den organischen Dünger, zu sprechen, dessen Ausbringen durch neue und noch neuer geplante Düngeverordnungen immer schwieriger werde. "Unsere jungen Landwirte brauchen Planungssicherheit", forderte er des Weiteren und sagte auch: "Die konventionelle Landwirtschaft muss sich in Richtung Bio bewegen." Er schloss, dass die Herausforderungen insgesamt "Wahnsinn" seien und bat den Hauptredner, Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, um Unterstützung.

Bittelmayer berichtete, dass er im Vorgespräch schon drei Stunden gegrillt worden sei. Er lobte zu Beginn, dass die Bauern Blühstreifen anlegen und betonte die Freude seiner Frau darüber. Vereinfacht meinte er dazu: "Kaum sehen die Menschen Blumen davor, ist der Mais kein Problem mehr." Er betonte dann auch das Eigentum als Basis für Land- und Forstwirtschaft.

Wie es um das Image der Landwirtschaft steht, war das zentrale Thema Bittelmayers. Er gab zu, dass die Stimmung nicht gut sei. Deshalb forderte er: "Die Bauern müssen das Image selbst prägen - mit Mut, Stolz und Selbstbewusstsein." Mit den Zahlen von 1600 Betrieben und 7000 Waldbesitzern untermauerte er seine These: "Wir prägen das Land."

Mit der Wirtschaftskraft der Land- und Forstwirtschaft brauche man den Vergleich mit der Industrie nicht zu scheuen. Den Punkt Ernährungssicherung fügte er noch an.

Zum Imagebild sagte er, dass die Bauern gesellschaftliche Akzeptanz bräuchten: "Menschen sind Kunden und Nachbarn." Dann stellte er die Ergebnisse einer Emnidumfrage dar, dass der Landwirt positiv gesehen werde, das System der Landwirtschaft aber nicht.

Blühstreifen sehe man, aber Kulturlandschaftsprogramme seien unbekannt. Bittlmayer forderte deshalb, so aufzuklären, dass es die Menschen verstehen, am besten über Bilder. Dann forderte er auf, mit den Menschen in Dialog zu treten. Möglichkeiten sieht er dazu in Schulen, Lehrerfortbildung und auf Social Media. "Öffnen Sie die Bauernhöfe und führen Sie Diskussionen", empfahl der Direktor. Das müsse die Verwaltung, der Verband und jeder Bauer tun, folgerte er.

Anschließend kam Bittlmayer auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" zu sprechen: Es wühle die Menschen auf,. Was störe, sei, dass man mit den Fingern nur auf die Landwirtschaft zeige. Das sei unfair und so nicht hinzunehmen. Dafür bekam Bittelmayer kräftigen Zwischenapplaus. Das Ziel sei gut, aber es nur den Landwirten aufzuhalsen, verurteile er.

Auch auf die neuen Agrarregeln ab 2020 und später ging der Referent ein und forderte, wie bisher einen Bayerischen Weg. Das Zwei-Säulen-Model, eine Ackerbau-Strategie, Nutztierhaltung und Digitalisierung waren weitere, inzwischen oft wiederholte Punkte.

Zum Schluss forderte er die Bauern auf, mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu gehen. Er schloss, dass Bayern ohne Bauern nicht vorstellbar sei. Die Bauern zollten dem Redner viel Beifall, Imker und "Rettet-die Bienen-Unterstützer" stimmten nicht ein warteten auf die Diskussion.

Grußworte sprachen anschließend MdB Emmi Zeulner (CSU), Landrat Johann Kalb (CSU) und Scheßlitzs Bürgermeister Roland Kauper (CSU). Alle gingen haupsächlich auf das Volksbegehren ein und beklagten, dass dadurch ein Keil in die Gesellschaft getrieben werde. Kalb formulierte das so: "Man nutzt die Themen, um auseinanderzudividieren, anstatt zu diskutieren und Argumente auszutauschen. Mir liegt die Landwirtschaft am Herzen, und deshalb müssen wir einen gemeinsamen Weg finden." Georg Hollfelder (CSU), Vorsitzender des Bayerischen Rinderzuchtverbands, sprach die Lage der Jungbauern und deren Zukunftsaussichten an.

Ein viertelstündiger Sketch lenkte für kurze Zeit von den Problemen der Bauern ab.

Ein junger Reporter des Bayerischen Rundfunks (Josef Böhmer) hatte im Jahre 2055 den Schweinezüchter Jörg Deinlein und den Rinderzüchter Edgar Böhmer zum Interview. Amüsant und humorvoll berichteten sie von den früheren Zeiten, als der Eber noch die Sau und der Bulle noch die Kuh bespringen durfte und andere Ereignisse. Das Regiebuch dafür hatte Dagmar Deinlein geschrieben. Der Sketch erhielt tosenden Applaus und hätte in jede Faschingssitzung gepasst - wenn er nicht auch viele Momente zum Nachdenken gehabt hätte.

Landesbäuerin Anneliese Göller und stellvertretender Kreisobmann Peter Schlund dankten allen Rednern und beendeten die Veranstaltung ohne den sonst üblichen Aufruf zur Diskussion.

Georg Pfister sagte deshalb spontan: "Das ist wie auf dem letzten CSU-Parteitag, da gab es auch keine Diskussion." Auf eine Aussprache hatte auch eine Gruppe von Imkern aus Scheßlitz und Umgebung gehofft.

Brav hatten sie ohne Zwischenrufe den Rednern zugehört und waren dann über das Ende mehr als erstaunt. Herbert Beck, Vorsitzender des Scheßlitzer Imkervereins, äußerte sich dazu: "Ich bin extra hergekommen, um mit den Bauern und ihren BBV-Vertretern zu diskutieren. Es geht dabei nicht nur um die Bienen."

Bernhard Lieberth aus Strullendorf und auch einige andere Mitglieder des BBV sagten offen, dass dasselbe Thema schon letztes Jahr an gleicher Stelle beackert worden sei und dass sie eine Diskussion gewünscht hätten. Sie hätten aber auch für das Volksbegehren gestimmt, da sie an ihre Kinder und deren Zukunft denken.