Bamberg
Hochschule

Sanierungsfall der Uni verschlingt Millionen

Fast sechs Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern in ein Sorgenkind der Bamberger Hochschule, den Gebäudekomplex Am Kranen 14. Seit Juni 2009 steht er wegen akuter Einsturzgefahr leer. Zwei Jahre später, im Juni 2011, soll endlich die Sanierung beginnen.
Fotos: Ronald Rinklef
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Im Juni 2009 hatte die Universitätsleitung quasi über Nacht das von ihr genutzte Einzeldenkmal Am Kranen 14 räumen müssen, weil das Holz vom "echten Hausschwamm" befallen ist und Einsturzgefahr drohte. Seitdem ist das Gebäude zum eigenen Schutz und zum Schutz von Passanten abgestützt und eingerüstet. Jetzt steht der Sanierungsbeginn bevor. Wie Hochschulleitung und Staatliches Bauamt berichten, hat der Freistaat Bayern die erforderlichen Mittel bereit gestellt. Es sind fast 6 Millionen Euro.

Auf dem Grundstück, das tief in das Universitätsgelände zwischen Kapuziner- und Austraße reicht, wird bis Herbst 2013 saniert, abgerissen und neu gebaut. Was im Einzelnen geplant ist, stellten Uni-Kanzlerin Dagmar Steuer-Flieser und der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Fritz Angerer, bei einem Ortstermin vor.

Saniert wird das über 500 Jahre alte Vorderhaus, 1508 als Bürgerhaus für den Betrieb eines Kupferhofs außerhalb der Stadtmauer gebaut. Archäologen suchen gegenwärtig in dem Einzeldenkmal nach Resten der alten befestigung.
Ein zweiter Einsatz der Bodendenkmalpfleger ist im Sommer geplant, wenn die rückwärtigen Anbauten abgerissen sind. Sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und wären nach den Worten Angerers "nur mit einem Wahnsinnsaufwand" zu halten gewesen, der in keinem Verhältnis zum Wert der Substanz stünde. Man sei froh, so sagte auch Steuer-Flieser, dass das Landesamt für Denkmalpflege dem Abbruch zugestimmt hat.

Die Gebäude von 1860/1870 werden durch einen modernen L-förmigen Bau ersetzt, der aus Sicht der Unileitung mehrere Vorzüge hat: zusätzlicher Platz und eine Innenaufteilung, die sich nach den Bedürfnissen der Nutzer richtet - nicht mer umgekehrt. Neben Büro- und Seminarräumen sind ein Labor und eine Bibliothek geplant.

Auf 5,98 Millionen Euro ist die Gesamtmaßnahme veranschlagt. Die Kosten trägt der Freistaat Bayern, seit den 1990er Jahren Eigentümer des Grundstücks Am Kranen 14. Der Betrag umfasst nach Angaben unserer Gesprächspartner alles, von der Planung bis zur Miete für die Ausweichquartiere, die seit Sommer 2009 und bis September 2013 gezahlt werden müssen.

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