Bamberg
Denkmalpflege

Sanierung der "Stauffenbergvilla" beginnt

Die Sanierung der Stauffenbergvilla in der Schützenstraße steht bevor. Auch für den umstrittenen Neubau im Garten des Einzeldenkmals hat der Bausenat den Weg geebnet und einer von drei Planungsvarianten zugestimmt. Die neue Eigentümerin will so bald wie möglich mit dem Bauen anfangen.
Gartenansicht des 1865 errichteten Wohnhauses an der Schützenstraße, Ecke Amalienstraße, das unter Denkmalschutz steht. In Bamberg ist es besser als so genannte Stauffenbergvilla bekannt.Alle Fotos: Matthias Hoch
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So langwierig die Vorgeschichte war, so schnell soll es jetzt vorangehen: Über den Winter will die neue Eigentümerin das ehemalige Wohnhaus der Familien Lerchenfeld und Stauffenberg an der Schützenstraße 20 in Bamberg sanieren und parallel mit dem Bau eines neuen Wohnhauses im Garten (20 a) beginnen. Bis März dürfte der Altbau bezugsfertig sein, schätzt Gerhard Haßfurther, der Geschäftsführer der Postler Projektentwicklungsgesellschaft mbH. Zehn bis zwölf Monate Bauzeit veranschlagt er für den Neubau.

Das Tochterunternehmen der Postler Bau GmbH erwarb vor knapp zwei Jahren das 2000 Quadratmeter große Grundstück im Haingebiet von den Erben Nina Gräfin von Stauffenbergs, der Witwe des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Es war ihr Elternhaus, in dem sie bis 2003, wenige Jahre vor ihrem Tod, die erste Etage bewohnte.

Haßfurther wirkt erleichtert, dass es mit der so genannten Stauffenbergvilla endlich vorangeht. Das Objekt sei "nicht billig" gewesen und die Verzögerungen, die sich um einen Neubau im Garten und um den richtigen Umgang mit dem geschichtlichen Erbe 2010 entwickelt haben, hätten viel Geld gekostet. Haßfurthers Standpunkt ist unverändert: Es gebe keinen Grund, die Schützenstraße 20 anders als andere unter Denkmalschutz stehende Bauten zu behandeln, nur, weil die Immobilie mit dem Namen Stauffenberg in Verbindung steht. "Wir haben die Relevanz abklären lassen." Er beruft sich auf Auskünfte aus dem Kultusministerium und dem Institut für Zeitgeschichte in Berlin.

Auch für die zweite Baustelle der Projektentwicklungsgesellschaft - das Neubau-Vorhaben im Garten - ist die größte Hürde genommen. Die Baugenehmigung fehlt zwar noch, aber die Zustimmung der Politik liegt vor. Die Stadträte im Bausenat stimmten der Bebauung zu - erkennbar schweren Herzens. Die meisten machten deutlich, dass sie aus heutiger Sicht den rechtskräftigen Vorbescheid bedauern, den der seinerzeitige Bausenat 2008 befürwortet hat.
Deshalb ging es jetzt nur noch um das Aussehen des Gebäudes, das man nicht verhindern kann. Drei Varianten hatte der Bauträger seit Ende 2009 vorgelegt. Für die Verwaltung kam nur eine in Frage und dieser Ansicht schlossen sich auch die Stadträte an: Sie gaben Entwurf A den Vorzug, weil der sich noch am ehesten in das Viertel mit seinen spätklassizistischen Merkmalen einfüge.

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